Humanoiden-Roboter: Angst vor dem Ende der menschlichen Arbeit

Google gibt mehr für Rechenleistung aus als für Personal. Humanoide Robotik befeuert die Debatte um den Jobabbau.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Humanoiden-Roboter: Angst vor dem Ende der menschlichen Arbeit
Humanoide Roboter: Der menschlichen Arbeit gehen die Argumente aus

Laut einem in einem Forum verbreiteten Beitrag gibt Google bereits mehr für Rechenleistung aus als für Mitarbeiter. Dieser Satz beschreibt besser als jeder Bericht, was sich in der Automatisierungsökonomie geändert hat: Das Training von künstlicher Intelligenz kostet inzwischen mehr als die Gehälter der Entwickler. Bilder von neuen humanoiden Androiden, die laufen und Aufgaben erledigen, geben diesem Trend ein Gesicht; einer davon wird im Forum auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Die unbequeme Frage kehrt zurück: Wie viel menschliche Arbeit ist ersetzbar?

Der Ausgangspunkt war fast eine Provokation: Eine Maschine, die billiger ist als ein Angestellter und dasselbe tut. Der Witz funktioniert nur noch, weil er aufgehört hat, wie einer zu wirken. Tesla veröffentlichte ein Video seines Optimus beim Laufen, und das Gespräch wechselte in zwei Nachmittagen von Neugier zu Abschreibungsrechnungen.

Wie viel Geld bewegt das Rennen um die Roboter bereits?

Die Zahlen sind andere Kaliber. Microsoft hätte für das nächste Geschäftsjahr 50 Milliarden Dollar für Chips veranschlagt. Google würde 2 Millionen TPU 5 bauen, seine eigenen KI-Schaltkreise, zu 12.500 Dollar pro Einheit: rund 25 Milliarden Dollar, die zusammen mit den übrigen Ausgaben für Rechenzentren über 30 Milliarden Dollar liegen. Parallel hätten Microsoft und OpenAI erwogen, 500 Millionen Dollar in Figure AI zu investieren, ein Unternehmen, das autonome humanoide Arbeiter verspricht.

Die Lesart ist einfach: Das Kapital diskutiert nicht mehr, ob der Roboter kommt, sondern wer die Rechnung für die Rechenleistung zahlt. Compute over people, wie es die Akteure selbst zusammenfassen.

Warum imitiert der humanoide Roboter die menschliche Form?

Dies ist der häufigste Einwand. Acht Arme und vier Räder würden genügen. Manche argumentieren, dass die Welt für Körper wie unsere gebaut ist: Treppen, Türklinken, enge Gänge. Man passt die Maschine an die menschliche Schnittstelle an und eliminiert dann die Schnittstelle. Auch wird auf einen weniger edlen Grund hingewiesen: Ein erkennbares Gesicht und eine Silhouette erzeugen weniger Abwehrreaktion als eine metallische Plattform mit Greifarmen.

Das überzeugt nicht jeden. Es wird daran erinnert, dass vor vier Jahrzehnten die Vierbeiner einer bekannten Reihe bereits durch eine schneebedeckte Ebene marschierten, ohne dass jemand ihr Design infrage stellte, und man ironisiert über die aufgesetzte Sympathie dieser Schrottteile.

Was fehlt dem Roboter noch, um vor dem Chef zwei LKW zu entladen?

Hier kühlt sich der Enthusiasmus ab. Der Akku hält Minuten, es sei denn, der Androide arbeitet eingesteckt. Die Feinmotorik steckt in den Kinderschuhen. Und mehrere Videos von laufenden Humanoiden werden mit einer Person dahinter aufgenommen, Fernbedienung in der Hand: null Autonomie. Manche urteilen, dass der aktuelle Schrott keinen echten Arbeitstag aushält, geschweige denn zwei Tage unter Aufsicht eines Lagerleiters.

Auf der anderen Waagschale liegt das Tempo. Die künstliche Intelligenz hat sich in kurzer Zeit vom Spielzeug zum Werkzeug gewandelt, und Fortschritte bei Bewegung und überwachtem Lernen schreiten mit neuronalen Netzen voran. Die Ungewissheit besteht nicht darin, ob sie sich verbessern wird, sondern wie schnell.

Wem gehören die Roboter, die die Arbeiter ersetzen?

Die Grundsatzdebatte ist nicht technisch, sondern eine Frage des Eigentums. Szenario eins: Private Maschinen, gesunkene Produktionskosten und konzentrierte Einkommen. Szenario zwei: Öffentliche Roboterparks, finanziert durch gemeinsames Geld, und Verteilung dessen, was sie produzieren. Das angeführte Beispiel ist der norwegische Staatsfonds, der im Namen der gesamten Gesellschaft investiert und die Erträge zurückgibt.

Das Misstrauen ist enorm. Es wird argumentiert, dass öffentliches Eigentum aufhört, allen zu gehören, sobald der erste Manager mit Freunden auftaucht – die alte Metapher der Gemeinmühle, die schließlich Maut für das Mahlen des Getreides verlangte. Hinzu kommt die Angst vor einem Grundeinkommen, das das Gehalt ersetzt, ohne die Autonomie der ehemaligen Ruderer wiederherzustellen.

In 10 oder in 50 Jahren? Der Zeitplan des Ersatzes

Die Zeiträume reichen vom Nahen bis zum Fernen, und genau dort klafft die Lücke. Ein Sektor behauptet, die Technologie stecke noch in der Anfangsphase, die Industrialisierung von Millionen Einheiten sei etwas anderes und vergleicht dies mit den Problemen bei der Herstellung von 100 Millionen Elektrofahrzeugen im Vergleich zu den 1.000 oder 2.000 Milliarden Robotern, die nötig wären, um die Arbeitskraft zu ersetzen. Das andere Lager gibt zehn Jahre an und warnt, dass wer kein Implantat bekommt, im Nachteil konkurrieren wird.

Im Hintergrund steht die Warnung, dass Städte sich leeren könnten, während das Land wieder besiedelt wird, sowie die Erinnerung an das Manifest eines Mathematikers, der alles schon schrieb, bevor es Smartphones gab: Die industrielle Revolution und ihre Folgen als Katastrophe für die Spezies.

Mit diesen Zutaten ist die Zweifelfrage nicht mehr, ob der Humanoide das Fegen lernt. Sondern wie viel von dieser Zukunft Labor-Propaganda ist und wie viel einfach die Lohnabrechnung, die jemand beschlossen hat, nicht mehr zu zahlen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (170 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver