Horten für den Ernstfall: vom Schnäppchen zur Obsoleszenz
Aus Angst einzukaufen, kommt teuer. Wer wie der Autor des Threads die Speisekammer, den Schrank und die Abstellkammer vollgestopft hat, für den Fall eines weltweiten Zusammenbruchs, hat Bilanz gezogen, und das Ergebnis ist unangenehm: Ein guter Teil des Gehorteten war zu nichts nütze, verlor an Wert, bevor es benutzt wurde, oder landete direkt im Müll. Der Bericht ist aus erster Hand und hat drei Kapitel – das Zuviel an Essen, das Haus, das geleert wurde, falls man ins Dorf fliehen müsste, und das Anhäufen von Computern und Handys –, die als Sicherheitsnetz dienen sollten und am Ende wie eine Last wogen. Die Rechnung zahlt der Geldbeutel. Und der Platz.
Warum das Horten von Lebensmitteln für den Ernstfall am Ende schiefgeht
Die erste Warnung kam vom Essen. Aus Angst vor neuen Lockdowns und einem wackeligen Bankensystem schoss der Einkauf in die Höhe. Als nichts passierte, musste der Überschuss mit Gewalt aufgegessen werden. Der brutalste Fall ist das Tierfutter: Ein älterer Kater, der eine doppelte Portion verlangte, hinterließ nach seinem Tod einen Haufen Säcke und Dosen, die niemand mehr brauchen würde. Die Lehre ist einfach und bitter: Menschenfutter findet man an jeder Ecke, das für ein bestimmtes Tier nicht.
Und doch gibt es Leute, die das Gegenteil taten und damit Erfolg hatten. Der Schlüssel war nicht die Menge, sondern Voraussicht: laut Daten, die mehrere Forumsnutzer teilen, Thunfisch in Sonnenblumenöl für 5,76 €/kg gekauft, als er später 11,63 € kostete; natives Olivenöl extra für 3 Euro; der Fünf-Liter-Kanister für 12; 200-Liter-Fässer mit Reis, Nudeln, Linsen, Kichererbsen und Bohnen, aus denen noch Jahre später geschöpft wird. Ein anderer Fall kaufte gefriergetrocknete Lebensmittel mit 30 Jahren Haltbarkeit und beschreibt es als günstige Versicherung: rund 30 Euro pro Jahr dafür, nicht jedes Mal den Supermarkt leerzuräumen, wenn die Nachrichten nervös werden.
Das 3G-Aus und das Ende von Windows 10: wenn sich der Vorrat von selbst verflüchtigt
Die Elektronik ist eine andere Geschichte. Zehn funktionierende Telefone zu haben, nützt nichts, wenn das Netz, das sie trägt, verschwindet. Mit dem schrittweisen Abschalten der 3G- und 2G-Antennen bleiben Geräte, die kein Voice over LTE unterstützen, ohne die Möglichkeit, auch nur einen Notruf abzusetzen, ohne einen VoIP-Tarif zu zahlen. Das Gerät ist makellos; die Umgebung, die es nützlich machte, nicht.
Die Computer nehmen denselben Weg mit einem buchhalterischen Zusatz: das Ende des Supports für Windows 10 Ende 2025 lässt den Wiederverkaufswert von Geräten mit durchschnittlich zehn Jahren abstürzen. Ein Tower, ein Minipc, ein All-in-One im Schrank, zwei Laptops und Kisten voller Speicher, Netzteile und Festplatten nützen wenig, wenn am Tag, an dem man etwas Modernes braucht, ohnehin gekauft werden muss. Die Reaktion war chirurgisch: Unbrauchbares wegwerfen, den Rest verkaufen und vier oder fünf Handys behalten, einige davon als Musikplayer umfunktioniert.
Was kostet es, das Haus für den Ernstfall voll zu haben?
Mehr, als es scheint. Die Kosten sind nicht nur der Einkauf: es ist die 200 Quadratmeter große Garage, die sich nicht ordnen lässt, die Kleidung aus mehreren Jahrzehnten, die ganze Zimmer belegt, und die verlorene Zeit bei der Suche nach dem, was nicht mehr auftaucht. Fälle von häuslicher Anhäufung gibt es in ganzen Familien, mit Kleidungsstücken, die aufbewahrt werden, seit ihr Besitzer ein Baby war, und Schränken, die nicht mehr schließen. Die Militäruniform und der Hochzeitsanzug sind die harmlose Version des Problems.
Demgegenüber ist die Referenz, die der Autor des Threads zitiert, die des Archäologen, der sein ganzes Leben in zwei großen Koffern transportierte. Weniger Ballast, mehr Freiheit. Die unbequeme Frage ist, wo dann die vernünftige Vorsorge bleibt.
Was bereitet wirklich auf einen Zusammenbruch vor: die Speisekammer oder der Garten?
Hier bricht der Konsens. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass das Prepping aus dem Katalog – das Kaufen von Ramsch und Rationen über das Internet – ein Wochenendhobby für Stadtbewohner mit Bürojob ist; das ernsthafte Prepping, sagen sie, bestehe im Produzieren: eigener Garten, alte Konservierungstechniken, gesichertes Wasser, Brennholz, Brunnen und Ersatzpumpe. Wer im ländlichen Raum lebt, hortet nicht aus Mode, sondern weil ein Schneefall die Straße eine Woche lang abschneiden kann.
Gegenüber steht die klassische Warnung: Wer lagert und es nicht verteidigen kann, wird zum Ziel. Auch die des Wassers, der Ressource, die fast niemand bevorratet und die als erste abgestellt wird, wenn der Konflikt in eine Stadt kommt. Und die Erinnerung daran, dass der Großteil der Bevölkerung keinerlei Vorräte hat, was jede Plünderungskalkulation zu einem Wettlauf über Wochen statt Stunden macht. Das Szenario, das sie beschreiben, ähnelt keinem Actionfilm: es ähnelt eher This War of Mine, wo sich das Überleben in Dosen und kalten Nächten misst.
Die sich aufdrängende Schlussfolgerung ist weder die des Einsiedlers noch die des Kaufrauschigen, sondern die dessen, der das Horten gegen Liquidität und vier nützliche Dinge eingetauscht hat. Mit einer Inflation, die beißt, und einer Obsoleszenz, die schneller läuft als jede Knappheit, deuten die Forumsnutzer, die sich schon die Finger verbrannt haben, darauf hin, dass sie das nächste Mal weniger kaufen werden. Der Markt wird unterdessen weiterhin Kisten mit Lebensmitteln für dreißig Jahre und Notstromplatten verkaufen. Und das gesparte Geld wird weiterhin nicht ablaufen, bis zu dem Tag, an dem es wertlos wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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