Schottlands Duopol: 40 Jahre ohne dritten Meister
Hearts war nur ein Unentschieden vom Titel entfernt. Ein einziger Punkt am letzten Spieltag gegen Celtic hätte der Mannschaft die schottische Premiership-Meisterschaft beschert – etwas, das kein Team außerhalb des Old Firm seit 1985 geschafft hat. Doch die Glasgower drehten das Spiel in den Schlussminuten und verlängerten eine Vorherrschaft, die nun vier Jahrzehnte andauert. Die Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit der schottischen Liga war neu entfacht.
Ist die Bundesliga weniger wettbewerbsfähig?
Mehrere Analysen deuten darauf hin, dass sich das schottische Duopol besser behauptet als das deutsche Monopol. Der FC Bayern hat 13 der letzten 14 Bundesligatitel gewonnen, davon 11 in Folge – eine Serie, die weder Celtic noch Rangers erreicht haben. In der schottischen Premier teilen sich zwei Vereine die Vorherrschaft, in Deutschland dominiert nur einer. Andere weisen darauf hin, dass die englische Premier League im letzten Jahrzehnt mehr verschiedene Meister hatte als die spanische oder italienische Liga, aber mit Einschränkungen: Chelsea gewann in den letzten Jahren fünf Titel und ist nun aus Europa ausgeschieden – ein Beweis dafür, dass Rotation täuschen kann.
Die Zahl der Serien
Die Juve holte zwischen 2012 und 2020 neun Scudetti in Folge (mehrere wurden später wegen Skandalen aberkannt). In Spanien war der letzte Meister außer Real Madrid oder Barcelona Atlético 2014, davor Valencia 2004. In England gewann der Arsenal die Liga zuletzt 2004. Der Vergleich der Serien zeigt: Der Mangel an Titelvielfalt ist ein übergreifendes Problem der großen europäischen Ligen, kein exklusiv schottisches.
Die abschließende Paradoxie: Hearts, ein Verein im Besitz eines russischen Magnaten, stand kurz davor, die etablierte Ordnung umzuwerfen. Doch ein Tor eines japanischen Spielers in der 88. Minute verhinderte es. Die Frage, die in der Luft bleibt: Kann jemand das Duopol brechen, bevor es ein halbes Jahrhundert alt wird?
Verwandte Foren-Diskussionen