Hausgemachte Waffen in Ceuta (Spanien): vom legalen Stock zur Kartonweste

Legale Stöcke, einziehbare Sprays und Westen aus Karton: Der hausgemachte Selbstschutz-Katalog, der in Ceuta kursiert, kollidiert mit Gesetz und Physik.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hausgemachte Waffen für Ceuta: vom legalen Stock zur Kartonweste

Nützt eine Socke mit einem Stein, wenn der Gegner angeblich mit Kriegswaffen anrückt? Das ist die Frage, die über einer urbanen Prepper-Diskussion schwebt, die sich mit Ceuta befasst und damit, wie man sich bewaffnet, ohne ins Gefängnis zu wandern. Der Ausgangspunkt ist ein Katalog an Einfällen: eine Schleuder mit Pfeilspitze, Sand in der Tasche für die Augen, eine beschwerte Socke, Mückenspray, ein Messer an einem Besenstiel und sogar ein Molotowcocktail. Das Auffälligste sind die Stichschutzweste aus Aktenschrank-Karton und die kugelsichere Weste aus zwei dicken Büchern und zwei mit Panzertape verklebten Fliesen.

Welche hausgemachten Waffen das Handbuch vorschlägt und was das Gesetz sagt

Der ursprüngliche Katalog mischt Billiges mit Illegalem, ohne es zu unterscheiden. Da sind eine Schleuder mit Pfeilspitze, Sand in der Tasche, eine Socke mit einem faustgroßen Stein, ein Seil mit einer dicken Mutter, Mückenspray und ein brennbares Spray neben einem Feuerzeug, das zum Notfall-Flammenwerfer umfunktioniert wird. Dazu ein Messer an einem dicken Stock für enge Räume.

Die vernünftigste Antwort des ganzen Threads geht in eine andere Richtung. Ein Teilnehmer erinnert daran, dass das Wichtigere ist, dass man bei einer Kontrolle dir nichts nachweisen kann, und schlägt den Stock vor: legal, ohne ärztliches Attest, mit Kampftechniken ähnlich der Lanze. Dagegen hält ein anderer fest, dass ein in einem Waffengeschäft gekauftes Pfefferspray von der Polizei beschlagnahmt wird, wenn man es findet. In der Praxis ist die Grenze zwischen unauffällig und einziehbar die einzige, die zählt.

Die kugelsichere Weste aus Fliesen: Mythos oder Realität?

Am häufigsten genannt werden die Stichschutzweste aus Aktenschrank-Karton, in die man ein Messer sticht, um zu prüfen, ob es durchgeht, und die kugelsichere Weste aus zwei dicken Büchern und zwei mit Panzertape verklebten Fliesen. Die Antwort kommt als Spott: Welchen Titel soll man wählen, ob Die Bibel, Jetzt! Die Kraft der Gegenwart oder Stephen Kings Der Mordzug, und welche Fliesenmarke, Porcelanosa oder Ecoceramic. Jemand fasst das Ergebnis zusammen: gefliest herumlaufen wie in einer Toilette.

Manche behaupten, ein bestimmtes Klebeband in doppelter Lage lasse sich von einem Messer nicht durchstechen, nicht ansatzweise. Das Problem: Keines dieser Rezepte kommt mit ballistischem Test. Das sind Werkstattideen aus der heimischen Garage, keine technischen Spezifikationen.

Von der Schleuder zum 3D-Drucker: die Waffeneskalation

Das Gespräch eskaliert schnell. Wenn Schleuder und Steinschleuder nicht reichen, fallen mit 3D-Drucker gefertigte Pistolen: Liberator, Songbird, Deer Gun und FGC-9 v2. Die Steinschleuder taucht als Alternative auf, weil Steine immer zur Hand sind, wobei ein anderer entgegnet, dass sie sich schwieriger benutzen lässt als ein Gummiband mit einem plattgeklopften Nagel.

Den qualitativen Sprung macht, wer behauptet, der Gegner sei nur einen Container voller AK-74 davon entfernt, uns alle zu vernichten. Das heißt: Wenn das Szenario so ist, ist die Socke mit Stein überflüssig. Die Diskussion pendelt zwischen prähistorischem Guerilla-Handbuch und additiver Waffenfertigung, ohne zu klären, wo die Realität eigentlich liegt.

Nachbarschaftsmilizen, Plakate und Drohnen: der Teil, der keine Waffe ist

Der unbequemste Block handelt nicht von Waffen. Vorgeschlagen wird passiver Widerstand: Plakate auf Arabisch in der Stadt, Lautsprecher auf Transportern, private Drohnen, die vom Himmel filmen, und Messenger-Gruppen, damit Nachbarn bei jedem Problem massenhaft erscheinen, stets mit verhülltem Gesicht und dunkler Kleidung. Der Rat, nicht mit dem Handy zu filmen, folgt sofort: Wer Videos hochlädt, identifiziert die eigenen Leute.

Ein Beitrag weist darauf hin, dass all das eine Straftat sein kann, und kündigt das spätere Geheule an. Ein anderer verweist auf die Zerstörung von Infrastruktur — Fahrzeuge von Organisationen, Zelte, das CETI (Migranten-Aufnahmezentrum in Ceuta), Versorgungsgüter — als Hebel, um eine Reaktion zu erzwingen. Das Gespräch driftet zum 20. September und einer angeblichen neuen Welle, mit der Alternative, anderswo Unterkunft zu suchen oder zu bleiben.



Am Ende ist das nützlichste Inventar aus all dem nicht das der Waffen: Es ist das der Grenzen. Ein Stock ist legal, ein Spray wird eingezogen, eine Fliesenweste hat niemand je getestet. Und der 3D-Drucker ist vorerst noch ein Versprechen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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