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Four Roses bei Mercadona: Preis-Leistung und die Karamell-Falle
Der Four Roses von Mercadona ist gesetzlich ein echter Bourbon, doch E150a und das Whisky-Oligopol erklären den Preis.
Four Roses bei Mercadona: Die Karamell-Falle im günstigen Whisky
Der Four Roses ist bei Mercadona aufgetaucht, und die Frage drängt sich auf: Wie gut ist er? Die Antwort beginnt mit einem Faktum, das kaum jemand kennt: Nach US-Recht kann kein Bourbon schlecht sein. Alle sind per Definition authentisch, mit neuen Fässern und Getreidekontrolle. Das löst die Hälfte des Rätsels. Die andere Hälfte – entscheidend für preisbewusste Käufer – ist, ob der Preis gerechtfertigt ist oder man nur das Etikett bezahlt. Und hier wird es interessant.
Ist der Four Roses ein echter Bourbon?
Ja, und das bestreitet niemand, der Ahnung hat. Ein als Bourbon etikettierter Whiskey unterliegt einer Bundesnorm, die neue Eichenfässer, eine Maische mit mindestens 51% Mais und eine spezifische Destillation vorschreibt. Der Four Roses wird in Kentucky hergestellt und erfüllt diese Vorgaben. Die verbreiteten Einwände – zu süß, riecht nach Parfüm, dient zum Reinigen von Edelstahl – sind Geschmacksfragen, keine Regelverstöße. Ein Aperol ist nicht illegal, nur weil er jemandem nicht schmeckt.
Es gibt noch etwas Wichtiges. Rabatte von 50% auf Bourbons sind keine Wohltätigkeit. Der Jim Beam kostet in manchen Supermärkten 11 Euro, in anderen 15, und Trendmarken erscheinen aggressiv reduziert in Prospekten. Der Massenmarkt nutzt den Spiritus als Lockangebot. Weniger informierte Käufer zahlen das Doppelte für Flaschen mit laxeren Vorschriften. Darin liegt das Geschäft.
E150a: Der Lackmustest für Whisky
Karamell. Das ist E150a. Große Marken fügen es hinzu, damit die Flasche in Tokio, Madrid und Chicago dieselbe Farbe hat. Und oft ist es nicht die angekündigte Variante: Um Heizkosten zu sparen, greifen viele auf chemische Varianten zurück, E150b und E150d. Es ist ein Kosmetikum, das den Geschmack nicht ändert, aber als Indikator für den Inhalt dient: Wenn die Farbe intensiv ist ohne lange Fasslagerung, wurde sie geschönt.
Den endgültigen Beweis liefern deutsche Etiketten. Dort muss der Farbstoff angegeben werden. Steht auf der Flasche Mit Farbstoff, enthält sie Karamell. So zeigt sich, dass auch teure Produkte nicht frei davon sind: Ein Chivas 25 Jahre für 300 Euro oder ein Lagavulin 16 enthalten Farbstoff. Innerhalb des Oligopols ist nur einer der teuersten Balvenie-Whiskys frei von E150a. Die Ausnahme, die die Regel bestätigt.
Wie erkennt man einen echten Whisky: 46%, NCF und natürliche Farbe
Fortgeschrittene Käufer achten auf vier Merkmale: Alkoholgehalt ab 46%, non chill filtered (nicht kaltfiltriert), natural colour (natürliche Farbe) und wenn möglich Single Barrel. Das klingt wie ein Versprechen. Doch das Marketing hat diese Begriffe verwässert: Ein «non chill filtered» bei 40% ist technisch korrekt, aber sinnlos, da die Filtration bei diesem Grad irrelevant ist.
Wichtiger ist ein anderer Aspekt: Dass die Flasche kein Alter angibt (NAS), disqualifiziert sie nicht. Die Top-Linie von Ardbeg – Uigeadail mit 54%, Corryvreckan mit 57% – ist NAS, nicht kaltfiltriert und hat natürliche Farbe. Der Classic Laddie von Bruichladdich hat 50%. Der Machir Bay von Kilchoman. Der Octomore. Keiner nennt ein Alter, alle erfüllen die Kriterien. Betrug liegt beim 40%-Produkt mit Farbstoff vor, nicht bei der Altersangabe.
Cognac und Brandy de Jerez: Zucker, Späne und erlaubte 4%
Hier grenzt die Verordnung an einen Witz. Die AOC Cognac erlaubt drei Finish-Methoden: den Farbstoff E150a, einen Süßstoff zur Geschmacksabrundung und die Abkochung von Eichenspänen in heißem Wasser. Wörtlich genommen. Der Effekt darf 4% «Obscuration» pro Volumen nicht überschreiten, gemessen an der Differenz zwischen realem und scheinbarem Alkoholgehalt. Für Sirup gibt es eine gesetzliche Obergrenze.
In Jerez rechtfertigt der Aufpreis des Franzosen nicht allein das Etikett. Der Brandy de Jerez erlaubt bis zu 35 Gramm Zucker pro Liter, mehr als viele Rums, sowie Karamell. Den Unterschied machen die Botas aus: Die Pedro-Ximénez-Solera verleiht echte Farbe und Körper. Aber beim Alter gibt es eine Falle: In Jerez zählt das älteste Element; in Cognac das jüngste. Seit 2018 hat das BNIC das XO-Alter von 6 auf 10 Jahre erhöht und das XXO mit 14 Jahren eingeführt. Ein französischer VSOP garantiert mindestens 4 Jahre.
Der Adler eines DYC von 1982]
Die Anekdote stammt von einer Flasche. Ein DYC von 1982 trägt auf dem Steuerbanderol noch den Johannesadler. Er gehört nicht zur Marke: Es war das steuerliche Siegel, das die gezahlte Abgabe bescheinigte, und 1982 war dieses Emblem gültig. Bemerkenswert ist nicht der Vogel. Sondern dass die Steuererhebung seither nie unterbrochen wurde. Die Motive wechselten, die Steuer blieb.
Beim Gaumen ist die Frage eine andere. Ein DYC von 1982 hatte einen höheren Malt-Anteil als die aktuelle Blend-Variante, daher ist ein Vergleich mit einem heutigen JW Black nicht absurd. Das ist das Detail, das irritiert: Die Nostalgie gilt nicht dem Adler, sondern dem Land, in dem ein DYC einfach ein DYC war. Und die Flasche bleibt verschlossen, wartet auf einen beliebigen Dienstag.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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