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Harvard: Die Universität, die Spanien nicht gründete
Debatte: Harvard wurde 1636 gegründet, lateinamerikanische Universitäten stehen seit 200 Jahren ohne spanische Verwaltung da.
Die einleitende Frage ist direkt: Wenn Spanien seit dem 16. Jahrhundert Universitäten in Amerika gegründet hat, warum befindet sich keine unter der globalen Elite? Die kurze Antwort in der Debatte lautet, dass **Harvard 1636 gegründet wurde** und lateinamerikanische Universitäten seit **200 Jahren ohne spanische Verwaltung** sind. Die lange Erklärung umfasst anglo-amerikanische Rankings, unterschiedliche Budgets und einen Kulturkampf, der jede Datenangabe zur Munition macht.
Was geschah mit den spanischen Kolonialuniversitäten
Das anfängliche Argument besagt, dass die von Spanien in Amerika gegründeten Universitäten lediglich **religiöse Ausbildungsstätten** waren, unfähig, die wissenschaftliche Revolution zu übernehmen. Die am häufigsten wiederholte Antwort in der Debatte ist, dass **die Universität Salamanca eine globale Referenz** in Wissenschaft, Recht, Theologie, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften war. Und dass **der erste medizinische Unterricht an Harvard auf 1781 datiert**, was sie zur Universität machte; davor war es ein College, so ein Teilnehmer. Das Gegenargument: Spanien verwaltet diese Institutionen **seit zwei Jahrhunderten nicht mehr**, daher ist es logisch, dass die besten dort sind, wo die globale Hegemonie liegt.
Rankings und anglo-amerikanischer Bias
Das QS-Ranking, erstellt vom britischen Unternehmen **Quacquarelli Symonds**, ist der Standard. Die beste lateinamerikanische Universität ist die **UBA in Buenos Aires auf Platz 71**, vor der Sorbonne (64) und deutlich über dem Politecnico di Milano (111). Die beste spanische Universität, die **Complutense, liegt auf Platz 164**. Das verbreitete Argument ist, dass **Universitäten, die nicht auf Englisch publizieren, große Schwierigkeiten haben**, weil die Bewertung von Zitaten abhängt. Und dass die Kriterien – internationale Studierende, Berufserfolg der Absolventen – tatsächlich **das wirtschaftliche Potenzial des Landes** messen, nicht die Lehrqualität.
Budget und F&E als materielle Erklärung
UNAM, UBA und die Universität São Paulo sind die besten spanischsprachigen Universitäten, aber **mit Ausnahme der UNAM haben die anderen nur mittelmäßige Budgets**, so ein Teilnehmer. Die Investitionen in F&E in der hispanischen Region können nicht mit denen im anglo-amerikanischen Raum konkurrieren. Dies ist das weniger ideologische und schwerer zu widerlegende Argument: Ohne Geld gibt es keine Labore, ohne Labore keine Zitate, ohne Zitate kein Ranking.
Kulturkampf: Proge, Jesuiten und Anglo-Amerikaner
Die Debatte driftet schnell dahin, **Harvard als subventioniertes Nest zu sehen, das Proge-Ideologie verkauft**, laut einer Seite. Eine andere entgegnet, dass **die Jesuiten die großen europäischen Universitäten gründeten und neu gründeten** und Synonym für Eliteintellektuelle waren. Geopolitik kommt ins Spiel: **Frankreich als Hauptfeind** und **Marokko als Bedrohung**, mit England als natürlichem Verbündeten aus reiner Logik, so ein Teilnehmer. Und der letzte Stich: Dass das spanische Erbe in Amerika ähnlich dem des **Osmanischen Reiches auf dem Balkan** sei: Madrasas, Tempel und Verwaltungsgebäude.
Warum es kein spanisches Harvard gibt: Die unbequeme Antwort
Es gibt kein spanisches Harvard, weil **Harvard nicht spanisch ist**. Es ist englisch, 1636 gegründet und hatte 400 Jahre private Finanzierung, Spenden, ein hegemoniales Land und eine Sprache, die die Wissenschaft dominiert. Lateinamerikanische Universitäten konzentrierten sich auf **Theologie und Recht**, während Harvard bereits Richtung Medizin schaute. Und als Spanien Amerika verlor, verlor es auch die Möglichkeit, konkurrenzfähig zu sein. Der Rest ist Literatur.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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