Llados, der Disziplin-Coach: 20 Euro und umstrittene Lamborghinis
Ein Mann, der 20 Euro für einen kurzen Kurs verlangt, besetzt seit fast drei Jahren eine Nische in Spanien, die zuvor niemand beansprucht hatte: die des Coaches, der beleidigt, Burpees schreit und den Ausstieg aus der 'Matrix' zum Preis eines Mittagsmenüs verkauft. Die Figur funktioniert. Und die Frage, die jede Diskussion über Llados durchzieht, ist nicht, ob er sympathisch wirkt, sondern ob dahinter ein legales Geschäft steckt, ein weiterer 'Vendehumos' (Schlangenöl-Verkäufer) oder einfach ein Produkt, das die Leute kaufen wollen.
Wer ist Llados und warum hat es drei Jahre gedauert, bis er aufhörte, nur ein Meme zu sein?
Tätowiert, muskulös und mit einem gehobenen Akzent, so beschreiben ihn die häufigsten Quellen. Llados begann als Online-Personal Trainer, wechselte zu einer Bekleidungsmarke, dann zu Supplements, später dazu, anderen beizubringen, Trainer zu werden, und schließlich dazu, Personal Development Coaching von Las Vegas aus zu verkaufen. Der Fahrplan ist nicht originell: Er ist kopiert von angloamerikanischen Vorbildern und wurde von ihm Schritt für Schritt repliziert. Daher wird er oft als der spanische Andrew Tate oder dessen Flohmarkt-Kopie bezeichnet.
Sein Inhalt ist simpel: Steh um fünf Uhr morgens auf, mach Burpees, lass den Joint und das Videospiel weg, umgib dich nicht mit Verlierern. Manche behaupten, ihre Eltern hätten das vor zwanzig Jahren kostenlos gesagt. Andere kontern, dass genau deshalb jemand nötig war, der es mit diesem Ton wiederholte.
Der 20-Euro-Kurs und die drei umstrittenen Lamborghinis
Das Geschäftsmodell ist der Kern. Ein billiger Kurs — die 20 Euro werden als Zahl ständig wiederholt — ist der Einstieg in ein Ökosystem, in dem der Glaube an die Methode verkauft wird. Die am häufigsten zitierte Verteidigung besagt, dass es kein Betrug sei: „Llados bietet ein Produkt an, und es gibt Leute, die dieses Produkt kaufen.“ Als Beweis dienen drei Lamborghinis, die laut dieser Version von seinen eigenen Abonnenten bezahlt worden wären.
Das Gegenargument ist unbequem: Wenn das Geschäft darin besteht, anderen beizubringen, denselben Kurs zu verkaufen, gewinnt nur derjenige, der bereits oben steht. Hier taucht das Wort Ponzi auf, auch wenn niemand sich einig ist, wo genau es passt. Ist das Verkaufen von Luft allein illegal? Die weit verbreitete Antwort lautet nein; strafbar wäre es erst, wenn das Produkt nicht geliefert wird.
Die Villa, der Vater und die vom Tellerwäscher zum Millionär-Geschichte, die nicht ganz stimmt
Einer der Punkte, an denen die Erzählung wackelt, ist die Biografie. Es wird eine Villa im Wert von 20 Millionen erwähnt, die sich laut Hinweisen tatsächlich im Mietbesitz befinden soll. Und die Geschichte des Aufstiegs aus ärmlichen Verhältnissen bröckelt, wenn man sich seine Vergangenheit im Motorradsport erinnert, in der sein Vater das Team bezahlte. Die Heldenreise hält nur teilweise stand.
Ein anderer Name, der auftaucht, ist Wes Watson, sein Mentor und heutiger Nachbar, dessen gerichtliche Vergangenheit als Ursprung seiner Autorität dargestellt wird. Die Narration — tief fallen und wieder aufsteigen — ist genau das, was diese Figuren zum Vorbild für viele junge Menschen macht.
Was selbst in der Kritik anerkannt wird
Es gibt einen unbequemen Konsens: Auch wenn ihm vorgeworfen wird, Luft zu verkaufen, wird die grundlegende Botschaft — keine Drogen, das Leben nicht verschwenden, sich bewegen — als positiv betrachtet. „Hört auf, Joints im Park zu rauchen, und fangt an, euren Hintern hochzubekommen“, fasst einer der meistgelobten Kommentare zusammen. Andere fügen hinzu, dass Disziplin das Einzige Solide im Paket sei.
Daher nehmen einige seinen Inhalt mit ironischem Wochenend-Humor und zahlen für den Kurs um ein bisschen zu lachen. Es kursiert sogar ein Video vom Verkauf von Tortilla-Würfeln von Mercadona in der U-Bahn, mit 50 Euro Gewinn in zwei Stunden, als Beweis für seinen Geschäftssinn. Die Figur ist zu einem profitablen Meme geworden, und Fremdscham verkauft sich ebenfalls.
Mit der Villa im Schwebezustand, den nicht dokumentierten Lamborghinis und einer Botschaft, die gleichzeitig abstößt und nützt, bleibt die Frage offen: Ist Llados das Symptom einer Generation, die für etwas bezahlt, das früher gratis war, oder einfach der beste Verkäufer eines Produkts, das es schon immer gab?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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