Handwerk in Spanien und USA: Gehälter im Vergleich

Ein Schweißer verdient in den USA durchschnittlich 46.174 Dollar, während das mittlere Haus 430.300 Dollar kostet. Der Weg zur Mittelschicht ist nicht so einfach.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Handwerk in Spanien und USA: Gehälter im Vergleich
Schweißer in den USA: 46.000 Dollar und ein Haus für 430.000

Ein gut bezahlter Handwerksberuf macht Sie in den USA nicht reich. Und in Spanien führt er oft nicht aus dem Bereich der Niedriglöhne heraus. Der Vergleich zwischen den beiden Arbeitsmärkten – Schweißer, Elektriker, Installateure, Fachkräfte im Öl- und Gasbereich – wird von denen angestellt, die mit dem Rechner auf der Lohnabrechnung hantieren, und das Ergebnis ist unbequemer als es die Broschüren versprechen. Blaukragenjob, kurze praktische Ausbildung, keine Studienverschuldung und anhaltende Nachfrage: Das ist das Idealbild, das verkauft wird. Die Tücken zeigen sich, wenn man das Gehalt neben den Immobilienpreis stellt.

Wie viel verdient ein Schweißer in den Vereinigten Staaten?

Das Durchschnittsgehalt eines Schweißers in den USA liegt bei etwa 46.174 Dollar, mit einer Spanne von 41.086 bis 52.889 Dollar, basierend auf Daten, die am 25. September 2023 erhoben wurden. Diese Zahl wird als Beweis für das Paradies des Handwerks angeführt. Das Problem ist die folgende Zahl: Ein mittleres US-Haus kostet 430.300 Dollar. Teilt man eine Zahl durch die andere, ergibt sich ein weniger episches Bild: Fast ein Jahrzehnt Bruttogehalt wäre nötig, um ein normales Haus zu bezahlen, ohne Steuern, Krankenversicherung oder Hypothekenzinsen abzuziehen, die laut Diskussion bei etwa 7 % lagen.

Die realen Kosten eines spanischen Arbeitnehmers

Es gibt eine Berechnung, die immer wieder auftaucht, um zu erklären, warum die Löhne nicht steigen: Ein Netto-Gehalt von 2.500 Euro pro Monat kostet den Arbeitgeber etwas mehr als 4.000 Euro, da der Staat rund 60 % dessen, was für den Arbeitnehmer gezahlt wird, über Sozialversicherungsbeiträge und Steuern einbehält. Diese Schätzung stammt nicht von einer offiziellen Stelle, sondern ist eine verbreitete Faustregel, aber sie bestimmt den Ton der Empörung. Mit diesen Voraussetzungen lautet die unternehmerische Schlussfolgerung immer gleich: Mehr Personal einzustellen ist ein Luxus.

Der Vergleich mit Nachbarländern dient als Munition: 1.000 Euro hier für das Wenden von Hamburgern und 1.600 Euro dafür im selben Job, mit weniger Stunden, in einem Land mit höherer Steuerlast. Man sollte dies als das nehmen, was es ist: ein grober Vergleich, der Produktivität, Tarifverträge und Sektoren ignoriert, aber erklärt, warum die Debatte ständig auf den Mindestlohn (SMI) zurückkommt.

Warum bringt ein Handwerksberuf in Spanien nicht aus der Armut?

Die oft wiederholte Geschichte ist monoton erschütternd: Eine mittlere oder höhere Berufsausbildung, bei der man wenig lernt, Theorie, die vergessen wird, und Werkstätten mit veralteter Ausrüstung; danach drei Monate unbezahltes Praktikum in einem halb verfallenen Industriegebiet; und am Ende, wenn überhaupt Glück hat, einen Job mit 1.200 bis 1.500 Euro auf Lebenszeit mit 50- bis 60-Stunden-Wochen. Kein Karriereweg, keine Projekte, keine Perspektive. Wer das erzählt, fügt meist hinzu: Dass ein Einstieg bei einem staatlichen Eisenbahnunternehmen mit 1.300–1.500 Euro als Schnäppchen wahrgenommen wird, sagt viel über den Rest des Marktes aus.

Die Beschwerde hat ein klares Ziel: Die Idee, dass irgendetwas studiert zu haben – egal was – den handwerklichen Arbeiter zum Bürger zweiter Klasse macht. „In Spanien ist das Geschäft die Bildung, nicht das Ausüben eines Berufs“, fasst eine der kursierenden Thesen zusammen, die auf ein System abzielt, das Abschlüsse nach vier Jahren vergibt und den frisch gebackenen Absolventen genauso verloren zurücklässt wie jemanden, der nie die Universität betreten hat.

Die amerikanische Kehrseite: Hypotheken, Krankenversicherung und Wohnraumverhältnis

Auch die Verteidigung des US-Modells erhält ihren Dämpfer. In den USA gibt es 130 Millionen Wohnungen für 340 Millionen Einwohner; in Spanien 26 Millionen für 48 Millionen. Das erste Verhältnis ist auf dem Papier schlechter, und dazu kommt ein höherer Anteil an Häusern, deren Hypothek noch nicht abbezahlt ist. Die Krankenversicherung kostet etwa 1.000 Dollar pro Monat, und eine Blinddarmentzündung ohne Versicherung wird gelöst, indem man Vermögenswerte verkauft – falls welche vorhanden sind.

Hinzu kommt der Substanzkonsum als Ventil. Die Behauptung, dass 60 % der Arbeiter in jedem spanischen Industriegebiet von Stimulanzien oder Hierba abhängig seien, ist eine leichtfertige Schätzung ohne stützende Daten und kann nicht als Tatsache gewertet werden. Alkohol und Tabak tauchen jedoch in der Debatte als tägliche Begleiterscheinung langer Schichten auf, sowohl hier als auch dort.

Zwei Schulen, zwei Lehrmethoden

Die Kritik am spanischen Bildungssystem verdichtet sich in einem Vergleich, der das Unbehagen zusammenfasst: In den USA vereinfacht der Lehrer und lehrt; hier verkompliziert man Einfaches und erschwert absichtlich das Bestehen der Prüfung. Dort wird bewertet, um arbeiten zu können; hier, um ein Stück Papier zu erhalten. Ein Teil der Analyse fordert intensive halbjährige Kurse, die vorwiegend praktisch sind, statt vier Jahre Notizen, die nach dem Abschluss weggeworfen werden.

Der demografische Druck schließt den Kreis: In zwei Jahrzehnten wuchs Spanien von 38 auf 48 Millionen Einwohner, ohne dass die Produktionsstruktur mithielt. Mehr Menschen konkurrierten um dieselben prekären Stellen, was zusätzlichen Druck auf den Wohnungsmarkt ausübte.

Mit diesen Voraussetzungen deutet alles darauf hin, dass die Forderung nach intensiver Berufsausbildung und bezahlten Praktika weiter auf der Agenda steigt. Allerdings hat bisher niemand bewiesen, dass ein Handwerksberuf allein ausreicht, um vor dem dreißigsten Geburtstag zwei Häuser zu finanzieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (319 Antworten).

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