Arduino Nano für 3,22 €: Eine Preisliste von chinesischen Shops
Ein Arduino Nano für 3,22 € ohne Kabel oder 3,37 € damit. Die Hälfte dessen, was er bei DX kostet. Diese Daten stammen nicht aus einem offiziellen Shop oder von einem autorisierten Händler: Sie stammen aus einer Einkaufsliste, die ein Hobbybastler beim Aufbau seines eigenen Bewässerungssystems zusammengetragen hat und die zum Referenzkatalog für ein halbes Dutzend Heimprojekte wurde. Es geht nicht nur um den Preis. Dahinter steckt eine Methode: Welches Modul kaufen, welche Spannung es verträgt und was durchbrennt, wenn man es falsch anschließt.
Das Inventar beginnt mit dem Arduino Micro r3 ATmega32u4 für 8,57 €, der 25 % mehr RAM als der Nano und zusätzliche Ein-/Ausgänge bietet. Weiter geht es mit einem Lithium-Akkuladegerät über Micro-USB für 1,53 € — es gibt andere, die wenige Cent günstiger sind, aber dieses enthält einen Entladeschutz von 1 A —, einem DC-DC-Wandler (Step-Up) mit USB-Ausgang für 1,47 € und bis zu 96 % Effizienz sowie einer Echtzeituhr über I2C mit enthaltener wiederaufladbarer Knopfzelle für 1,68 €. Das WiFi-Modul ESP8266 in der Version ESP-01 liegt bei 3,14 €; der ESP-201 mit externer Antenne bei 4,38 €. Der 2,2-Zoll-TFT-Bildschirm mit SPI-SD-Kartenleser kostet 5,19 €.
Das Detail, das den Bastler vom blinden Käufer unterscheidet
Die Liste ist kein Schaufenster. Sie ist eine Warnung. Der ESP8266 arbeitet mit 3,3 V und der normale Arduino mit 5 V: Ohne Level-Shifter startet das Modul nicht oder zerstört das Inventar. Der Wandler kostet 2,98 € für ein Paket von fünf Stück. Der TFT-Bildschirm ist 3,3 V und „unterstützt 5 V, ohne durchzubrennen, funktioniert aber nicht“, eine Nuance, die nach Überprüfung sofort korrigiert wurde. Für die Datenleitungen werden zwei 5K-Widerstände und zwei 10K-Widerstände benötigt oder zwei Wandlermodule.
Darin liegt der wahre Wert der Zusammenstellung: nicht der Preis, sondern das Kleingedruckte, das kein Produktdatenblatt verrät. Ein Lithium-Ladegerät mit Entladeschutz verhindert Brände; ein ungeschützter Knopfzellenakku tut dies nicht. Der Unterschied zwischen einem Aufbau, der hält, und einem, der in der Schublade endet, beträgt oft nur einen Euro.
Vom Nano zum Maple Mini: Unter 5 € auf AliExpress
Wer mehr Leistung will, greift zum ARM STM32 mit 72 MHz im Maple-Mini-Format, 3,3 V, für 4,48 € pro Stück oder 21,49 € für ein Fünferpaket. Er läuft mit Arduino 1.6 über ein Plugin. Und wer sein eigenes bauen möchte, hat einen Weg: Muster des ATmega328PU bei Atmel anfordern, indem man sich als Firma registriert — „Achtung, das ist nicht so einfach, wie es scheint“ — und einen Hackduino für weniger als einen Euro zusammenbauen, vorausgesetzt, ein anderer Arduino ist vorhanden, um den Bootloader zu brennen. Ein Attiny85 reicht für einen oder zwei Sensoren und ein oder zwei Ausgänge.
Die Lieferung hat ihre eigene Logistik. Bei Banggood gruppiert der Warenkorb Produkte nach Lager und jede Gruppe reist in einem separaten Paket mit unterschiedlichen Datumsangaben. Das hilft zusammen mit der Deklaration niedriger Beträge beim Zoll. Die Anmeldung am Dropshipping-Programm kann einen Rabatt von 3 % bringen. Der Preis dafür ist die Lieferzeit: einen Monat Wartezeit, wobei die Websuche einige Tage lang ausgefallen ist.
Was man damit bauen kann
Der Thread bleibt nicht beim Katalog stehen. Ein autonomes Bewässerungssystem kombiniert einen 5-V-Nano, Feuchtesensor, Pumpe, SD-Adapter zur Protokollierung, Echtzeituhr, WiFi, Lithium-Akku, 3,5-W-Solarpanel mit 6-V-USB-Ausgang und Wandler. Der günstigste Feuchtesensor kostet 1,72 €, mit der Warnung, dass sie oft rosten; es gibt Legierungsversionen, die länger halten. Die Wasserpumpe von 2,5 bis 6 V kostet 1,80 €.
Es gibt auch Telemetrie-Projekte für ein altes Auto, mit Regen- und Lichtsensoren, die Daten per Bluetooth an ein Telefon senden, und SD-Speicher für Zeiten ohne Verbindung. Und ein Form- und Farb-Spiel für Kinder im Kindergartenalter (P3), aufgebaut auf einem ESP201 und einem TFT-Bildschirm, betrieben mit vier AA-Batterien und einem Wandler, der zwar 5 V anzeigt, aber von 4,2 bis 10 V funktioniert.
Die unbequemste Warnung kommt von der chemischen Seite: Günstige Sensoren sind „wie ein Maßband, das in Handbreiten misst“. Jeder Gas- oder gelöste-Ionen-Sensor erfordert eine vorherige Kalibrierung mit vier oder fünf bekannten Referenzpunkten. Ohne diese taugen die Daten nichts für Entscheidungen. Billig einkaufen ist leicht. Zu wissen, was man kauft, ist es nicht.
Wie viel dieser Ersparnis ist real und wie viel ist der Preis fürs Lernen durch verbrannte Module?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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