Grosny-Taktik verwüstet Liman: Zermalmen statt Gewinnen

Russische Truppen setzen schwere Artillerie und thermobarische Bomben auf Liman ein, während die ukrainische 79. Brigade standhält.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Grosny-Taktik verwüstet Liman: Zermalmen statt Gewinnen
Liman unter der Grosny-Taktik: Ungezügelte Artillerie und thermobarische Bomben

Zermalmen, nicht gewinnen. So fasst Generalleutnant Ricardo Martínez Isidoro die Grosny-Doktrin zusammen, die Strategie, die russische Streitkräfte zuvor in Grosny, Aleppo, Mariupol und Bucha erprobt haben und die nun auf Liman, die letzte große ukrainische Stadt am Ufer des Donez, angewendet wird. Der Artilleriefeuerregen ist, so berichten Meldungen, noch zehn Kilometer entfernt. Wohngebiete wurden mit TOS-1-Systemen beschossen, und über der Stadt sind fünf Luftangriffe gemeldet worden, während die Infanterie von zwei Seiten vorrückt.

Was ist die in Liman angewendete Grosny-Doktrin?

Der Name leitet sich von Grosny, der tschetschenischen Hauptstadt, ab, die die russische Armee in zwei Feldzügen in Schutt und Asche legte. Die vom General umschriebene Idee ist simpel und brutal: Das Ziel ist nicht, den Gegner zu besiegen, sondern das Gelände, auf dem er sich verteidigt, unbrauchbar zu machen. Die Stadt wird zerstört, damit nichts mehr zu verteidigen bleibt.

Dieses Muster taucht wieder auf. Aleppo, Mariupol, Bucha. Liman ist nicht der erste Ort, an dem diese Methode erprobt wird, aber einer der umkämpftesten am Donez-Frontabschnitt, eine Stadt, die bereits den Besitzer gewechselt hat. Die Frage ist nicht, ob die Methode funktioniert, sondern zu welchem Preis und zu welchem Zweck.

Artillerie, TOS-1 und Infanterieangriff von zwei Seiten

Die Schilderung des Angriffs verknüpft Sperrfeuer, nächtliche Raketenangriffe und thermobarische Bomben, die auf Wohngebiete abgeworfen werden. Kein sichtbares militärisches Ziel in dieser Abfolge. Sättigung.

Russische Kräfte bewegen sich gleichzeitig aus zwei Richtungen, und die Infanterie drängt in Massen vor. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit und unter diesem Feuersturm halten die ukrainischen Streitkräfte die Front und verursachen, den Berichten zufolge, Verluste bei den Angreifern. Der Widerstand rührt nicht von Feuerkraft her, die ihnen fehlt, sondern davon, dass sie nicht zurückweichen.

Das Ergebnis ist bei der Doktrin der Zermalmung immer gleich: Es wird mehr zerstört, als erobert wird, und das Erobertene wird erst spät erobert.

Der numantische Widerstand und seine unbequeme Deutung

Die Verteidigung Limans wird als numantischer Widerstand beschrieben, und der Vergleich hat in Spanien seine Pointe. Numantier hielten einer langen, erbitterten Belagerung stand. Sie endete damit, dass die belagerte Bevölkerung an Hunger starb und die Überlebenden zu Sklaven gemacht wurden. Wer sich an dieses Ende erinnert, nimmt dem Durchhaltevermögen nichts ab, sondern erinnert daran, wie heldenhafte Verteidigungen enden, wenn niemand rechtzeitig kommt.

Manche behaupten, die Verteidiger mit den Numantiern zu vergleichen, ehre die Geschichte Spaniens. Andere entgegnen, die Geschichte Spaniens habe sowohl ehrenvolle als auch weniger ehrenhafte Kapitel, und es sei kompliziert, sich nur auf die ersten zu berufen. Der alte Streit wird hier nicht beigelegt.

Mosul, Falludscha und Dresden: Der unbequeme Vergleich

Die am häufigsten geäußerte Antwort auf die Anklage dieser Methode ist ein einzelnes Wort: Mosul. Und dahinter: Falludscha. Die Argumentationslinie lautet, dass die NATO bereits Städte mit Zivilbevölkerung innerhalb der Mauern zerstört habe und Ukraine im Vergleich nur Kratzer seien. Ein Argument, das die Fakten nicht bestreitet, sondern die sarracena Autorität in Frage stellt, sie zu berichten. Ein weiterer umlaufender Vergleich erwähnt den Bombenangriff auf Dresden mit 23.000 getöteten Zivilisten, historisch nicht immer präzise, aber mit klarer Absicht.

Beide Strömungen haben eines gemeinsam: Keine von ihnen bestreitet, dass das Geschehen in Liman schwerwiegend ist. Sie streiten den Rahmen, nicht die Szene.

Tote zählen, wenn niemand sie zählt

Hier liegt der interessanteste Punkt. Es gibt keine zuverlässige Zahl zu russischen Verlusten, und wer das sagt, leugnet den Krieg nicht, sondern weist auf das methodische Problem hin: Man rechnet mit Indizien, nicht mit Zensusdaten. Die Toten, die sich belegen lassen, sind die, die Familien beerdigen. Eine mit diesen Bestätigungen erstellte Karte zeigt das erwartbare Muster: Die meisten stammen aus den ärmeren Regionen des Landes, während aus Moskau nur wenige gemeldet werden. Die Rekrutierung aus peripheren Regionen ist keine Vermutung, sondern eine Verteilung.

Iranische Drohnen, nordkoreanische Artillerie und die gewechselte Überlegenheit

Parallel zur Belagerung läuft die wirtschaftliche Erzählung: Die überwältigende russische Artillerieüberlegenheit der ersten Monate ist nicht mehr dort, wo sie war, und russische Streitkräfte kaufen nun Drohnen aus dem Iran und Artillerie aus Nordkorea. Wenn dies zutrifft, wird die Zermalmungstaktik zur Notwendigkeit und nicht zur Wahl, was auf abnehmende Effizienz hindeutet.

Das ausstehende Ende

Mit dem verfügbaren Material ist die vernünftige Prognose, dass Liman als der Ort in Erinnerung bleiben wird, an dem die Grosny-Doktion Ruinen zum Preis eines Sieges kaufte und die haltende Seite die Rechnung zahlen musste. In den letzten Diskussionsbeiträgen wurde die Befreiung der Stadt und die Einkesselung russischer Truppen dort bereits für gesichert gehalten. Mit Vorbehalten: Meldungen beider Seiten sind nur Meldungen, und unverifizierte Zahlen sollten keine Geschichte abschließen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (146 Antworten).

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