Grabstätten für 30.000: Die Zahl, die den Alarm entkräftet

Ein angeblich europäisches Netz von Grabflächen mit Kapazität für 30.000 Menschen, gemessen an der gewöhnlichen Monatssterblichkeit: Die Zahl entkräftet den Alarm.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Grabstätten für 30.000: Die Zahl, die den Alarm entkräftet
30.000 Grabstätten: Die Zahl, die nicht aufgehen will

Es kursieren angebliche Pläne zur Herrichtung von Grabflächen in Europa mit einer Kapazität für mindestens 30.000 Menschen. Das Paket wird als Beweis dafür präsentiert, dass jemand mit einer außergewöhnlichen Sterblichkeit rechnet. Der Alarm hat ein elementares Größenordnungsproblem: Die Zahl ist nicht groß.

Was bedeuten 30.000 Grabstätten im Vergleich zur realen Sterblichkeit?

Die immer wieder wiederholte Rechnung ordnet diese 30.000 Grabstätten in die Größenordnung der Sterblichkeit eines einzigen Monats in einem mittelgroßen Land der Europäischen Union ein. „Wenn man mir 300.000 nennen würde, müsste man die Sache ernst nehmen“, fasst eine der meistgeteilten Lesarten zusammen. Bei 30.000 ist das Gegenteil der Fall: Das liegt im üblichen Rahmen der Planung von Friedhöfen, Bestattungsinstituten und Notfallplänen. Das ist der erste Punkt, an dem der Alarm verpufft.

Zivilschutz oder Kriegsvorbereitung: zwei unvereinbare Erzählungen

Manche lesen es als Logistik des Katastrophenschutzes – Katastrophen, Großunfälle, Szenarien im Gesundheitswesen –, andere als tatsächliche Vorbereitung auf einen Konflikt, wobei Armeen als unfähig beschrieben werden, einen konventionellen Krieg zu führen. Eine dritte Gruppe behauptet, alles sei Propaganda: Westliche Regierungen hätten die Angst zum Disziplinierungsinstrument gegenüber der eigenen Bevölkerung gemacht. Die Berichterstattung im allgemeinen Fernsehen, mit Antena 3 als Beispiel, klärt nichts. Und da erscheint die perfekte Schleife: Kommt das Thema in den Medien vor, ist es Manipulation; kommt es nicht vor, ist es Vertuschung. Jedes Ergebnis bestätigt die Ausgangsthese.

Was fehlt, um überhaupt darüber sprechen zu können

Niemand hat das Dokument vorgelegt. Weder den Initiator, noch die Rechtsgrundlage, noch das Datum der Auftragsvergabe, nicht einmal das Land, in dem sich diese Einrichtungen befinden sollen. Die Diskussion kreist seit geraumer Zeit um eine Zahl ohne Akten dahinter. Genau an diesem Punkt bleibt die Analyse stecken: 30.000 beweist nichts, und das Fehlen einer Quelle beweist auch nichts Gegenteiliges.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver