Grabat: Elf Jahre Graphen-Batterie-Versprechen, null Verkäufe

Grabat Energy versprach 2015 Graphen-Batterien. Nach elf Jahren gibt es keine Verkäufe, die europäische Patentnummer existiert nicht und die Kapitalerhöhung...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Grabats Graphen-Batterien: Elf Jahre Versprechen, null Verkäufe

In einem Industriegebiet in Yecla (Spanien) gab es eine grellrosa Halle. Darin befand sich eine häusliche Batterie in Grabsteinform, ein WLAN-Drucker ohne Netzkabel und eine vermeintliche Produktionslinie aus Pappkarton. Es war die Inszenierung von Grabat Energy, einer Tochtergesellschaft des spanischen Unternehmens Graphenano, das versprach, die Energiespeicherung zu revolutionieren. Seit dieser Ankündigung sind elf Jahre vergangen. Von den Batterien fehlt jede Spur.

Die Notiz war knapp: In wenigen Wochen würden die Fertigungstests und Zertifizierungen beginnen, die «im Laufe des Novembers» vorliegen sollten. Es war Oktober 2015. Ohne technische Spezifikationen, ohne namentlich genannte Kunden und ohne eine einzige gelieferte Einheit. Nur das Versprechen.

Was versprach die Graphen-Batterie von Grabat Energy?

Unter Beobachtern wurde über Akkus spekuliert, die fünfmal langlebiger als Lithium-Ionen-Akkus sein sollten, und über Elektroautos, die 800 Kilometer zurücklegen könnten, ohne an Leistung einzubüßen. Auf dem Papier eine Erfindung, die alle bestehenden Märkte stürzen sollte. In der Praxis eine Technologie, die die wissenschaftliche Literatur jener Zeit noch immer als Proof-of-Concept beschrieb.

Die erste Widerlegung kam nicht von einem Wettbewerber, sondern von der Physik. Wer sich die Zahlen ansah, erkannte das Volumenproblem: Eine Graphen-Batterie benötigt denselben Platz wie eine Lithium-Batterie, also wird sie leichter, aber nicht kleiner. Sie verbessert das Gewicht, nicht die tatsächliche Reichweite eines Fahrzeugs mit demselben Bauraum. Niemand konnte erklären, wie ein normales Chassis dieses Wunder beherbergen sollte.

Das europäische Patent, das nie existierte

Ein harter Schlag folgte, als jemand beim Europäischen Patentamt nachfragte, um die Nummer zu prüfen, die das Unternehmen in seinen Präsentationen zeigte. Die Antwort war eindeutig: Diese Nummer existiert nicht und ist selbst als Antrag falsch. Das gesamte Narrativ des geistigen Eigentums basierte somit auf einer erfundenen Zahl.

Danach wurde die Prüfung genauer. Eine Suche bei Google Scholar ergab nur 15 Ergebnisse, die Graphenano erwähnten, und lediglich drei wissenschaftliche Artikel, fast alle von derselben Gruppe der Universität Castilla-La Mancha verfasst, mit Dank an das Unternehmen für die Finanzierung der Studie. Nichts, was der Historie eines industriellen Riesen glich.

Das Stammkapital passt nicht zum Versprechen

Graphenano trat mit einem Stammkapital von 6.001 Euro auf. Grabat Automotive S.L., seine Tochtergesellschaft, startete mit 3.000 Euro. Und die große Kapitalerhöhung von 2018, die die Massenproduktion finanzieren sollte, belief sich laut BORME (spanisches Amtsblatt für Handelsregister) auf die schwindelerregende Summe von 353 Euro. Mit diesen Mitteln versprach das Unternehmen, mehr Batterien herzustellen als die halbe asiatische Industrie.
  • Grabat behauptete, 110 Millionen Einheiten produzieren zu wollen
  • LG Chem plante 100.000 pro Jahr auf 41.300 m² mit 320 Millionen Investition
  • Die Halle in Yecla umfasste etwa 7.000 m²
Der Vergleich entlarvt den Glaubenssprung: Ein Verlustunternehmen versprach, die Produktion eines multinationalen Konzerns mit fünfzigjähriger Geschichte und zwanzig Milliarden Dollar Umsatz um das Tausendfache zu übertreffen.

Der chinesische Partner und das wiederholte Drehbuch

Der nächste Coup war ein chinesisches Konsortium, CHINT, das «plant», 10 % der Anteile zu übernehmen. Das Kleingedruckte war wichtig: Es kaufte nichts, sondern unterzeichnete nur ein Absichtserklärungsschreiben, das an ein Joint Venture gebunden war, das nie zustande kam. Währenddessen blieb das Stammkapital bei 6.001 Euro.

Langzeitbeobachter erkannten ein Muster, das identisch mit anderen Fällen war: Die Energie-Erfindung des Jahrhunderts, eine validierende Universität, existierende Prototypen, eine Presse Kampagne, ein ausländischer Investor aus einem fernen Land und die Ankündigung fantastischer Fabriken. Dasselbe Drehbuch, das bereits bei Algen-Biodiesel verwendet wurde. Ein Lehrbuchfall, sagten sie, für das Geschäft, Subventionen und Erwartungen zu generieren.

[CITA]«Wenn sie wirklich die patentierte Technologie hätten, hätten sie sie für Milliarden verkauft und ein großer multinationaler Konzern würde sie herstellen, nicht ein unbedeutendes Unternehmen, das niemand kennt»[/CITA]

Das Ende: Die Brüder gehen, Rechnungen bleiben unbezahlt

Im Januar 2018 wurden die Brüder Martínez Rovira, Gründer von Graphenano, aus ihren Positionen bei Grabat Energy abberufen. Handelsregisterdaten zeigten Abberufungen von Geschäftsführern, und danach verschlechterte sich das Zahlungsverhalten der Gesellschaft: Sobald die Gründer gingen, begannen sich unbezahlte Rechnungen anzuhäufen. Einige Investoren übernahmen die Kontrolle und beschäftigten sich, laut Berichten, hauptsächlich damit, den Verbleib luxuriöser Ausgaben zu untersuchen.

Das Unternehmen lieferte nie eine einzige Batterie aus. Die Produktionspläne wurden Jahr für Jahr verschoben, und die Ankündigungen von Zertifizierungen, Fabriken und angelsächsischen Vereinbarungen gerieten in Vergessenheit, ohne dass jemand etwas zurückzog. Die damalige detaillierte Analyse der Unternehmensstruktur, die Tochtergesellschaften mit dreistelligem Kapital verkettete, sagte den Stillstand Jahre im Voraus voraus.

Elf Jahre später geht die Show weiter

Die Angelegenheit wurde zum Ritual. Regelmäßig fragte jemand knapp «Schon fertig?», und die Antwort war immer dieselbe Lachsalve. Neue Natrium-Batterien anderer Hersteller belebten den Vergleich: Während die halbe Industrie echte Schritte unternahm, stand das Graphen aus Yecla immer noch am selben Punkt.

Es wurde scherzhaft behauptet, die Gründer bereiteten eine künstliche Intelligenz auf einem vierzig Jahre alten Prozessor vor, eine lokale Kryptowährung und sogar einen Umzug nach Finnland. Niemand hat die Produkte gesehen. Niemand hat Rechnungen von echten Kunden gesehen. Niemand hat die Fabrik gesehen, die über Fotos hinaus funktioniert.

Und dann die verwirrende Tatsache: Während die Weltindustrie Milliarden in die Herstellung echter Zellen investierte, bestand Grabats letzter Einsatz für seine Energiewende in einer Kapitalerhöhung von 353 Euro]. Das reicht für eine Runde Bier, nicht für eine Gigafactory.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2400 Antworten).

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