Gothic 2, Morrowind und Deus Ex: Zeitlose RPGs

Warum Open-World-RPGs wie Gothic 2 und Morrowind heute noch funktionieren und warum Skyrim polarisiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gothic 2, Morrowind und Deus Ex: Zeitlose RPGs
Morrowind, Gothic 2 und Deus Ex: Die zeitlosen RPGs der 2000er

Ein RPG von 2002 kann mehr Immersion bieten als ein Titel aus den letzten drei Jahren. Diese These leitete die Diskussion ein: Nach intensiver Spielzeit mit Gothic, einem Release von 2002, der für seine „gute Geschichte und hervorragende Atmosphäre“ gelobt wird, folgte die Enttäuschung durch Neverwinter Nights. Trotz seines Rufes wurde es als „deutlich linearer als erwartet“ kritisiert. Das Kriterium für die Auswahl war klar definiert: echtes Open-World-Rollenspiel, keine Actionspiele mit leichten RPG-Elementen. Daraus ergaben sich The Witcher, Morrowind, Skyrim, Oblivion, Gothic 2 und Risen. Was danach kam, sprengte diese Liste jedoch in jeder Hinsicht.

Warum halten Gothic 2 und Morrowind so lange durch?

Gothic 2 hat ein offensichtliches Problem: die Grafik. Schrecklich, ohne jede Einschränkung. Was dies laut Befürwortern ausgleicht, ist eine bemerkenswerte Story und eine Modding-Community, die auch zwei Jahrzehnte später noch aktiv ist. Als Beispiel dient Chronicles of Myrtana, eine Entwicklung polnischer Fans, die als quasi neue Kampagne auf der Original-Engine beschrieben wird. Hier liegt das Kernargument: Manche Spiele altern schlecht, andere bleiben jung, weil jemand sie am Leben erhält.

Bei Morrowind verhält es sich ähnlich. Die Steuerung in Gothic 2 ist klobig und die Menüs überfordern Nutzer moderner Interfaces, doch die Gewöhnung erfolgt schnell. Die Atmosphäre macht den Rest. Einige Spieler berichten sogar davon, Morrowind auf Android mit Mods zu spielen, die das Erlebnis verbessern: Das Spiel funktioniert weiterhin außerhalb seiner ursprünglichen Plattform.

Skyrim gegen Morrowind: Der Höhepunkt der Debatte

Hier spaltete sich die Community. Manche behaupten, Skyrim sei das beste jemals erstellte Open-World-RPG, wobei der Diskutant selbst einschränkt, dass dies Geschmackssache sei; andere haben es damals gespielt und Jahre später mit dem gleichen Gefühl wiederholt. Die Gegenseite ist deutlich aggressiver: Es wird argumentiert, Skyrim „sei nicht einmal als RPG zu betrachten“ und langweile, da man grundlos ans andere Ende der Karte geschickt werde, was die Immersion breche.

Das konkreteste Argument betrifft nicht den Stil, sondern den Schwierigkeitsgrad. In Morrowind, so heißt es, stirbt man öfter und muss ständig speichern; in Skyrim lässt sich alles leicht lösen, zusammengefasst in einem Wort: zu einfach. Dies ist kein Detail. Es ist der Unterschied zwischen einem Spiel, das Widerstand leistet, und einem, das einen führt – und erklärt, warum manche nach Morrowind nicht zurückkehren können.

Mods gelten oft als Ausweg. Manche konfigurieren Titel mit über 300 Erweiterungen komplett neu, um sie ihren Vorlieben anzupassen. Andere warnen jedoch, dass dies das Wesentliche nicht behebt: Wenn das Missionsdesign nicht fesselt, hilft kein Patch.

Deus Ex, Planescape und alles außer mittelalterlicher Fantasy

Der ursprüngliche Vorschlag war zu kurz gegriffen, was der Autor indirekt zugab: Jenseits der mittelalterlichen Fantasy explodiert die Liste. Genannt werden Vampire: The Masquerade – Bloodlines, Fallout: New Vegas, Mass Effect 1 sowie beide KOTOR-Spiele. Auch Planescape: Torment von 1999 taucht auf, mit dem Hinweis, dass man bereit sein muss, Dialoge zu lesen. Ebenso Baldur’s Gate I und II, Icewind Dale, Dragon Age, Titan Quest oder Neverwinter Nights 2, dessen Editor immer noch viel genutzt wird.

Die Auswahl weitet sich bis ins Unklassifizierbare: Die Stalker-Reihe, mit einer kostenlosen Mod, die die ersten Teile mit Genehmigung der Entwickler neu erstellt; Zelda Wind Waker via GameCube-Emulator wegen seiner semi-offenen Welt; oder Tales-of- und Persona-1/2-Titel für alle, die rundenbasierte Kämpfe nicht scheuen.

Outward: Das RPG, das niemand erwähnt hatte

Zwischen all diesen Listen taucht ein anderer Vorschlag auf: Outward. Es wird als harte Droge beschrieben: Eine offene Welt ohne Quest-Icons oder Ausrufezeichen, ohne Kartenpunkte, mit hartem Survival-Aspekt und hoher Anforderung. Sehr rollenspielorientiert, sehr old school. Im Grunde ist es die wörtlichste Antwort auf die gestellten Anforderungen: Ein Spiel, das einen nicht an der Hand führt.

Das praktische Beispiel kam zuvor. Bei der Installation von Deus Ex war die Reaktion sofortig: „Etwas archaisch, aber welch tolle Atmosphäre“, gepaart mit der Frage, ob es als echte offene Welt bestehen kann. Dies ist das Muster der gesamten Liste: Man kommt wegen der Atmosphäre und bleibt wegen der Freiheit.

Läuft das alles auf einem alten Laptop?

Dies war die praktische Frage mitten in der Diskussion, mit konkreten Spezifikationen: Ein MEDION-Gerät mit Intel-Prozessor i3-6006U bei 2,00 GHz, 4.096 MB RAM und DirectX 12. Für die älteren Titel dieser Liste sollte dieses Profil kein ernstes Hindernis sein. Für den Rest hängt die Antwort weniger an der Hardware als an der Geduld beim Modden.

Mit diesem Material ist zu erwarten, dass Open-World-RPG-Fans eher Morrowind oder Gothic 2 ausprobieren als jeden aktuellen Release. Ob sie dabei bleiben, ist ungewiss. Die halbe Liste verlangt Toleranz gegenüber Grafiken aus einer anderen Ära und Menüs, die heute wie eine Strafe wirken. Die Immersion, so heißt es, entschädigt dafür. Das muss sich noch zeigen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (193 Antworten).

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