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Google entlässt 30.000: KI schafft keine Jobs
Berichte über 30.000 Entlassungen bei Google sind unbestätigt. Der Vertrieb ist stark betroffen, während IT-Gehälter in New York sinken.
Seit Tagen kursiert eine Zahl in den Wirtschaftskreisen: 30.000 Entlassungen bei Google. Das Unternehmen hat das Ausmaß offiziell nicht bestätigt, doch die Nachricht verbreitet sich schnell und wirft eine unbequeme Frage auf: Wenn künstliche Intelligenz Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen sollte, wo sind sie? Die Antwort aus der Analyse ist wenig beruhigend. Bisher dient die KI vor allem dazu, Personal abzubauen, statt es zu erweitern. Und die ersten Betroffenen sind nicht die Ingenieure, sondern Abteilungen, die als unverwundbar galten.
Der Vertriebsbereich im Fokus
Der weitgehend geteilte Konsens besagt, dass der Großteil der Kündigungen nicht aus den Bereichen Ingenieurwesen, Hardware oder Software kommt. Der Schlag trifft den Vertrieb. Konkret das Werbegeschäft, dessen Mitarbeiter jahrelang glaubten, dank ihrer Soft Skills und Kundenkontakte sicher zu sein. Die Ironie ist bitter: Profile, die sich über die vermeintliche Starrheit von Ingenieuren lustig machten, sehen nun ihre Stellen bedroht. Generative KI verfasst bereits Verkaufsangebote, segmentiert Zielgruppen und optimiert Kampagnen – ohne Heerscharen von Verkäufern.
Manche behaupten, Google sei ein perversos Unternehmen, das anderen Tech-Riesen nacheifere und eine aufgeblähte Struktur habe. Nach dieser Meinung kommt auf jeden guten Mitarbeiter einer, der online postet oder spielt. Die Einstellungspraxis der letzten Jahre, die Diversitätsquoten vor technischer Kompetenz stellte, habe einen Sumpf der Mittelmäßigkeit hinterlassen, der nun trockengelegt wird. Eine harte Meinung, die offen geäußert wird.
Ist KI die wahre Ursache oder nur Vorwand?
Nicht alle kaufen die offizielle Erzählung. Die KI-Technologie ist noch nicht reif genug, argumentieren Kritiker. Aktuelle Modelle haben nur ein oberflächliches Verständnis und erfassen Kontexte nicht wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer. Komplexe Prozesse ohne menschliche Aufsicht an KI zu übergeben, ist eine Garantie für Chaos. Der Vorwand „KI“ diene daher dazu, Entlassungen zu rechtfertigen, die andere Gründe haben: Korrektur von Überbesetzung, Druck der Investoren, Ende der fetten Jahre.
Die optimistische Berechnung geht davon aus, dass KI Arbeiter von repetitiven Aufgaben befreit und neue Jobs schafft, ähnlich wie Traktoren in der Landwirtschaft oder Roboter in der Industrie. Das pessimistische Szenario sieht diesmal alles anders: KI ersetzt nicht nur Muskelkraft, sondern auch Urteilsvermögen. Damit schrumpft der Spielraum für Umschulung erheblich.
Die unsichtbare Infrastruktur
Um zu verstehen, warum Google so viele Menschen braucht, muss man auf das Unsichtbare blicken. Drei Millionen Server, über zwei Billionen Suchanfragen pro Jahr, Milliarden Nutzer. Dass eine Suche in 0,3 Sekunden Ergebnisse liefert, ist kein Zauberwerk. Dahinter steckt ein gewaltiger technologischer Apparat: Rechenzentren, Unterseekabel, Kühlsysteme, Sicherheit, Wartung. Ist das mit 1.000 Leuten machbar? Nein. Mit 10.000? Auch nein. Die Frage ist, wie viele der überflüssigen 30.000 tatsächlich notwendige Arbeit leisteten.
Die andere Seite der Medaille ist der Kundenservice. Wenn ein Konto gesperrt wird, gibt es keinen Weg, einen Menschen zu erreichen. Bei 160.000 Mitarbeitern – warum antwortet niemand? Diese Paradoxie stützt die These, dass es viel organisatorisches Füllmaterial und wenig operative Substanz gibt.
Dominoeffekt auf dem Arbeitsmarkt
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf Google. In New York sind IT-Gehälter in sechs Monaten um 30 % gefallen. Die Konkurrenz um jede Stelle ist brutal. Ein IT-Leiter mit langjähriger Erfahrung schickt sechzig Lebensläufe und erhält vier Antworten; von zwei Angeboten liegt eines 10.000 Euro unter seiner Forderung. Vor sechs Jahren fand derselbe Typ in zwei Wochen einen Job. Der Markt hat sich gedreht.
Das Phänomen ist nicht auf die USA beschränkt. In Spanien herrscht ein ähnliches Gefühl: weniger Angebote, höhere Anforderungen, sinkende Löhne. KI steigert die Produktivität der Bleibenden, drängt aber die Überflüssigen raus. Und es sind sehr viele Überflüssige.
Was passiert mit den Gekündigten?
Hier wird die Debatte schärfer. Eine Strömung verteidigt das bedingungslose Grundeinkommen als logische Antwort: Wenn KI rund um die Uhr Güter produziert, muss jemand sie konsumieren. Ohne Konsumenten kollabiert das System. Der Einwand ist ebenso hart: Es gibt kein Geld, um ein solches Einkommen für Millionen Arbeitslose zu zahlen, ohne die Wirtschaft zu zerstören. Eine andere, düsterere Strömung schlägt vor, die Lösung liege in einer Bevölkerungsverringerung. Eine extreme Hypothese, die jedoch die Hoffnungslosigkeit einer Debatte widerspiegelt, die keinen Ausweg findet.
Indes gehen die Entlassungen weiter. Google hat weder genau gesagt, wen es trifft, noch wann dies geschieht. Das Unternehmen schweigt. Gewerkschaften, falls vorhanden, haben nicht reagiert. Und die 30.000 Beschäftigten auf der Straße werden bald erfahren, ob der Tech-Arbeitsmarkt noch Platz für sie hat.
Die Frage ist nicht, ob KI Jobs vernichtet. Die Frage ist, ob jemand etwas tut, um den Abbau zu managen, der bereits stattfindet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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