Goldpreis hat sich seit dem Jahr 2000 verzehnfacht

Der Goldpreis stieg von 250 auf 2.515 Euro pro Unze. Die Debatte dreht sich darum, woran man den Wert des Edelmetalls misst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Goldpreis hat sich seit dem Jahr 2000 verzehnfacht
Der Goldpreis hat sich seit dem Jahr 2000 verzehnfacht

Gold vervielfältigt nicht seinen Wert, sondern seinen Preis. Dieser Unterschied ist keine semantische Spielerei, sondern der Kern einer Debatte, die seit zwei Jahren geführt wird und nun wieder an Fahrt gewinnt, da die Unze die Marke von 2.515 Euro erreicht hat. Seit dem Jahr 2000 hat das gelbe Metall seinen Kurs verzehnfacht. Die entscheidende Frage ist nicht, ob dies erneut geschehen kann, sondern woran wir den Wert messen.

Ein Wert, der viele überrascht, ist der Vergleich von Gold mit Milch. Im Jahr 1998 kostete ein Liter Milch 0,54 Euro und eine Unze Gold war 250 Euro wert: Mit einer Unze konnte man 463 Liter kaufen. Im Jahr 2024 liegt die Unze bei 2.515 Euro und der Liter bei 0,92 Euro: Mit einer Unze kauft man nun 2.733 Liter. Das Verhältnis hat sich um das 5,9-fache erhöht. Gold ist nicht gestiegen: Milch ist billiger geworden. Die Prozesse der Produktion, Verarbeitung, Lagerung und Distribution wurden in drei Jahrzehnten massiv optimiert. Es gibt kaum Spielraum für eine Wiederholung.

Warum werden Wert und Preis verwechselt?

Die Verwechslung ist alt. Es gibt Dinge mit geringem Wert, die einen hohen Preis erzielen, und umgekehrt. Das Gold, das in einer Mine in Salave, in Asturias (Spanien), schläft, ist für jemanden, der es nicht fördern kann, wertlos. Der Weizen im Silo ist nichts wert, bis jemand das Brötchen zum Frühstück isst. Die Milch des Landwirts, die weder verpackt noch verteilt wird, hat den Wert Null. Und Gold, das nicht raffiniert oder zum Verkauf angeboten wird, ebenso.

Dennoch ist es ein weiter Weg bis zu der Behauptung, dass Gold unter der Erde nichts wert sei. Die Hoffnung auf zukünftigen Konsum generiert bereits heute Nachfrage. Terminmärkte existieren gerade deshalb, weil Wert nicht nur im gegenwärtigen Akt des Konsums liegt. Es gibt eine Nachfrage nach Gold, das noch nicht abgebaut wurde, und diese Nachfrage bewegt die Preise. Bergbaulizenzen werden nicht einfach so verschenkt.

Die Berechnung im Vergleich von Gold und Milch

Die am häufigsten wiederholte Übung der letzten Tage ist die Frage, wie viele Liter Milch man mit einer Unze Gold kaufen kann. Das Ergebnis liegt, wie bereits gesehen, bei einem Faktor von 5,9 seit 1998. Diese Zahl ist nicht zufällig: Milch wurde als Referenz gewählt, weil sie ein grundlegendes Konsumgut ist, das universell ist und in großen Supermärkten relativ homogene Preise aufweist. Die vollständige Berechnung, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Ketten und Jahren, zeigt überraschende Schwankungen. Doch die Schlussfolgerung bleibt gleich: Gold hat den Kampf gegen den Warenkorb gewonnen.

Bedeutet das, dass Gold seinen Wert verzehnfachen kann? Nein. Es kann seinen Preis vervielfachen. Und das hat es seit dem Jahr 2000 tatsächlich getan. Die Unze stieg von 250 Euro auf 2.515 Euro. Das ist eine Verzehnfachung in etwas mehr als zwei Jahrzehnten. Unklar bleibt jedoch, ob dieses Tempo nachhaltig ist oder ob es auf eine einmalige Kombination aus Geldmengenausweitung, niedrigen Zinsen und massiven Käufen durch die Zentralbanken zurückzuführen ist.

Die These von 10.000 Dollar pro Unze

Es gibt Stimmen, die behaupten, dass die Unze 10.000 Dollar erreichen könnte. Das Argument stützt sich auf drei Säulen: die Knappheit des Metalls, die ungebremste Geldmengenausweitung und die teilweise Rückkehr des Goldes als Referenz des Währungssystems. China bestätigte im Jahr 2011, dass Gold in sein Währungssystem integriert werden würde, und seitdem kaufen Zentralbanken auf der ganzen Welt wie besessen. Russland, China und andere entwickeln ein alternatives System, das teilweise auf dem Metall basiert.

Das optimistischste Szenario geht davon aus, dass diese institutionelle Nachfrage explodiert, während das Angebot nur sehr langsam wächst. Das pessimistische Szenario geht davon aus, dass Gold seinen Lauf bereits hinter sich hat und hohe Zinsen es benachteiligen. Zwischen 5.000 und 10.000 Dollar pro Unze liegt für einige Analysten im wahrscheinlichen Bereich. Für andere ist das reine Träumerei.

Was geschah mit dem Gold während Trumps erster Amtszeit?

Zwischen Januar 2017 und Januar 2021 stieg Gold kräftig an. Der Chart dieses Zeitraums ist zu einem Mantra für diejenigen geworden, die eine zweite Amtszeit mit ähnlichen Effekten erwarten. Die Logik ist simpel: mehr Defizit, mehr Schulden, mehr Geldmengenverwaltung. Und Gold reagiert als Refugium.

Die Frage ist, ob das aktuelle Umfeld dem von damals ähnelt. Die Zinsen sind nicht dieselben. Die Inflation auch nicht. Und die Geopolitik hat sich verändert. Gold reagiert in einem Umfeld mit 5 % Zinsen nicht genauso wie in einem mit 0 % Zinsen. Wer das ignoriert, irrt.

Gold als gesellschaftlicher Vertrag über Jahrtausende

Gold ist nicht wegen seiner industriellen Eigenschaften wichtig. Es ist wichtig wegen seiner nicht-industriellen Eigenschaften. Diese subjektive Bedeutung ist über die Jahrtausende entstanden und lässt sich nicht durch ein Dekret abschaffen. Mathematiker und Physiker neigen dazu, gesellschaftliche Übereinkünfte zu unterschätzen, da sie an absolute Wahrheiten gewöhnt sind. Aber Handel und Währung sind sehr beständige Übereinkünfte. Wir funktionieren seit Zehntausenden von Jahren innerhalb mentaler Konstrukte, und Gold ist eines der ältesten.

Das macht es jedoch nicht zu einer sicheren Wette. Es macht es zu einem Aktivum mit einer strukturellen Nachfrage, die nicht von kurzlebigen Trends abhängt. Gold ist keine Investition: es ist eine Versicherung. Und wie jede Versicherung hängt sein Preis davon ab, wie viel Angst in der Luft liegt.



Kann Gold seinen Preis von hier aus nochmals verzehnfachen? Er kann. Das hat es seit dem Jahr 2000 bereits getan. Man sollte jedoch bedenken, dass Gold keine Erträge abwirft, keine Dividenden zahlt und nichts produziert. Sein Preis steigt, wenn das Misstrauen steigt. Und Misstrauen ist, genau wie Vertrauen, zyklisch. Darauf zu wetten, dass sich Gold verzehnfacht, ist die Wette darauf, dass die Welt ein Stück mehr aus den Fugen gerät. Das kann passieren. Aber es ist keine Strategie: es ist eine Prophezeiung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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