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Gibraltar: Konten ab 30.000 € ohne die Felseninsel zu betreten
Ein Kunde berichtet, wie er von Spanien aus ein Konto in Gibraltar eröffnete: keine Kontoführungsgebühren, kostenlose Überweisungen und Meldung an die Banco de España über das Formular BD1.
Gibraltar: Konten ab 30.000 € ohne die Felseninsel zu betreten
Ein Konto in Gibraltar zu eröffnen, ohne dorthin zu reisen, ist möglich – so die Schilderung eines Kunden, der 2012 die Formalitäten in einer Barclays-Filiale in Spanien begann und drei Wochen später Scheckheft, Online-Banking-Zugangsdaten und Kreditkarten eines Kontos mit Sitz auf dem Felsen zu Hause hatte. Keine Reise, kein persönliches Gespräch, als einzige umständliche Formalität das Formular auf Englisch. Die Vorgehensweise, Schritt für Schritt in einem Anlegerforum erklärt, zeigt eine Realität: Offshore-Banking ist kein verschlossener Zirkel von Millionären mit Anwälten in Genf mehr. Es ist ein ganz normales Produkt, dessen Zugangsvoraussetzungen in ein hohes Gehalt passen.
Voraussetzungen für das Private Banking
Die erste Hürde ist das Private Banking der Barclays España. Der ursprüngliche Bericht setzt die Schwelle bei 100.000 Euro Guthaben an, räumt aber eine Seitentür ein: Mit 60.000 Euro, laufenden Gehaltseingängen über 2.500 Euro monatlich und der Empfehlung des Filialleiters kommt man ebenfalls hinein. Einmal drin, vermittelt der persönliche Berater die Verbindung zu Barclays Wealth, das telefonisch Kontakt aufnimmt. Der Rat des Autors: das Gespräch auf Spanisch anfordern, denn die Unterhaltung ist technisch und die Akzente schwer zu verstehen.
Die Wahl der Jurisdiktion liegt beim Kunden: Großbritannien, Isle of Man oder Gibraltar. Auch die Währung: Pfund, Dollar oder Euro. Der Autor wählte Gibraltar und Euro, um Wechselgebühren zu vermeiden. Das Konto wird mit null Guthaben eröffnet und verlangt kein Minimum. Die angebotenen Einlagenzinsen lagen anfangs bei rund 1,75 %.
Was kostet die Kontoführung in Gibraltar?
Null Euro Kontoführung und null für Ausstellung und Erneuerung der Kreditkarte. Überweisungen von Barclays España sind kostenlos. Die einzige bekannte Gebühr ist die Barabhebung an spanischen Geldautomaten, verhandelbar je nach Kundenprofil. Der Autor versichert, gebührenfreie Überweisungen zu Zielen in der Eurozone vereinbart zu haben.
Der kritische Punkt ist die Besteuerung. Der Autor erklärt, die Erträge unterlägen der Quellensteuer und würden an das Finanzamt des Wohnsitzlandes gemeldet. Also: Transparenz. Das Konto sei nach seiner Darstellung durch die britische FSCS bis 85.000 Pfund abgesichert, da es von der Barclays Bank England abhängt. Ein anderer Teilnehmer behauptet, die Absicherung betrage 80 %. Die Angabe bleibt offen.
Das Brückenkonto und die Grenze von 600.000 Euro
Der meistdiskutierte Beitrag ist die Methode, Geld zu bewegen, ohne Alarme auszulösen. Der Autor schlägt vor, ein Brückenkonto in einem anderen Land zu eröffnen, es bei der Banco de España (der spanischen Zentralbank) zu melden und von dort aus zu operieren. Die Bewegungen dieses Brückenkontos müsse man, so seine Behauptung, nicht deklarieren, solange sie 600.000 Euro nicht überschreiten. Die Aussage ruft sofort Zweifel hervor: Ein Teilnehmer antwortet, die Zahl passe für ihn nicht zusammen, und ein solches Volumen würde alle Alarmglocken auslösen. Der Autor selbst räumt ein, dass es intransparente Wege gibt, warnt aber, dass diese illegal seien und Überweisungen Spuren hinterließen.
Die Meldung an die Banco de España erfolgt über das Formular BD1, online, und geht schnell. Diese Formalität macht das Konto legal und nimmt ihm, wie mehrere Teilnehmer finden, den Reiz.
Gibraltar gegenüber Jersey, der Schweiz oder Deutschland
Der Vergleich mit anderen Plätzen ist ständiges Thema. Manche verteidigen, wer echte Intransparenz suche, sei in Jersey richtig, dem einzigen Gebiet, das Anonymität gegen Quellensteuer bietet. Wer eine ausländische Bank ohne Komplikationen will, dem wird comdirect.de genannt, ohne Mindestguthaben und ohne Sonderkunden-Bedingungen, allerdings mit der Voraussetzung, geschriebenes Deutsch zu verstehen. Auch Konten in der Schweiz und bei der Sparkasse in Frankfurt tauchen auf, mit 4 Euro monatlicher Kontoführungsgebühr.
Das meist wiederholte Argument gegen Gibraltar: Es bietet kein Bankgeheimnis, dafür volle steuerliche Transparenz. Die Antwort eines anderen Teilnehmers ist eine andere: Bei einer Kontensperre liegt der Felsen nicht in der Eurozone, und Großbritannien würde das Geld nicht an Spanien ausliefern. Das ist der einzige Vorteil, den niemand bestreitet.
Die Zugangsschwelle, die Gebühren und die Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds bleiben ohne einstimmige Zahl. Die Diskussion bleibt dort stecken, zwischen 80 % und 85.000 Pfund, zwischen 30.000 und 100.000 Euro für den Einstieg, zwischen deklarierter Legalität und der Intransparenz, die viele suchen und wenige zugeben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Die Banco de España leitete eine Runde von Kontakten ein, um zu prüfen, ob es einen Abfluss von Einlagen gibt – nach der Schilderung, die die Debatte auslöste.
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