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Gibraltar im Schengen-Raum: Ende der Grenze, gleiche Steuer
Spanien und Großbritannien einigen sich auf Gibraltars Beitritt zu Schengen, Angleichung von MwSt. und Zöllen sowie den Abriss der Grenzanlage. Die Gewinner des Abkommens bleiben unklar.
Gibraltar vor dem Schengen-Beitritt: Ende der Grenze, steuerliche Unsicherheit
Das Abkommen zur Integration Gibraltars in den Schengen-Raum wurde mit einer unbequemen, nicht quantifizierten Zusage geschlossen: Die Grenzanlage wird abgerissen. Die Regierungen Spaniens und Großbritanniens erzielten eine Grundsatzvereinbarung — aktualisiert am 13. Januar 2021 durch die steuerlichen Details —, die die Halbinsel in die Zollunion einbezieht und sie verpflichtet, "im Wesentlichen" dieselben Zölle und Mehrwertsteuersätze wie Spanien anzuwenden, mit gemeinsamer Grenzkontrolle. Das offizielle Versprechen ist das Verschwinden der Staus. Die Frage, die niemand beantwortet hat, lautet als Gegenleistung wofür.
Was genau vereinbart wurde
Die Vereinbarung sieht vor, dass Gibraltar der Zollunion beitritt und dieselben Zölle und Mehrwertsteuern einführt, um "Verzerrungen im Binnenmarkt" zu vermeiden. Auf dem Papier wird die Halbinsel damit zum Außengrenzpunkt der EU unter spanischer Aufsicht. Ein britischer Bürger benötigt für die Einreise einen Reisepass; ein spanischer nicht.
Hier beginnt das Chaos. Das Vereinigte Königreich war nie Teil von Schengen, daher ist die Paradoxie offensichtlich: Das Territorium, das durch den Brexit die EU verlässt, betritt den Raum ohne Binnengrenzkontrollen durch die Hintertür. Es gibt EU-Länder, die noch nicht in Schengen sind, und Gibraltar, eine britische Kolonie mit einem offenen Streitfall bei der UNO, würde ihnen voraus sein.
Von fünf Stunden Stau zur unsichtbaren Grenze
Wer die Region Campo de Gibraltar kennt, beschreibt es ohne Umschweife. Unter Außenminister Margallo erreichten die Wartezeiten beim Verlassen der Halbinsel bis zu 5 Stunden. Ein Anwohner fasst es mit einer wiederkehrenden Szene zusammen: Nachts warnt ein Guardia Civil-Einheimischen, der hineinfährt, dass wenn er durchkommt, "vielleicht die Sonne aufgeht, bevor ich aus Gibraltar herauskomme". Der Rückstau war tägliche Routine und Wahlkampfmunition.
Heute öffnen Tankstellen und Tabakläden direkt nach dem Flughafen 24 Stunden an 365 Tagen, wobei Tabak und Alkohol ein paar Euro teurer sind als innerhalb der Stadt und Benzin 10 oder 15 Cent pro Liter günstiger als in La Línea. Wenn das schon mit Grenzanlage passiert, was wird dann ohne sie geschehen?
Tabak, Alkohol und Benzin: Wer zahlt die Party?
Der Preisunterschied entsteht nicht durch kaufmännisches Geschick, sondern durch die Abwesenheit von Steuern auf der Halbinsel. Dies ist das Argument, das die gesamte Angelegenheit durchzieht: Wenn die steuerliche Harmonisierung nicht wirklich kommt, bleibt der Wettbewerbsvorteil bestehen, und damit auch der Tabakschmuggel und der Warenverkehr.
Die pessimistischste These besagt, dass das Ergebnis dem Versprochenen widerspricht: Containerschiffe, die Tabakkartons und Whiskykisten auf der Halbinsel entladen, Geschäfte, die ohne Pause öffnen, und leere Läden in La Línea. Die Befürworter der Freihandelszone argumentieren, dass ohne Steueroasen in der Nähe die Steuerhölle schlimmer wäre. Es gibt keine Daten, die die Debatte beenden.
Wer regiert Gibraltar wirklich?
Auf dem Tisch liegen drei Erzählungen, die nicht zusammenpassen. Für manche hat das Vereinigte Königreich die Kontrolle faktisch an die EU abgegeben, und seine Souveränität über die Halbinsel bleibt etwas "Theoretisches". Für andere hat Gibraltar praktische Unabhängigkeit durch ein sehr vorteilhaftes Abkommen gewonnen, und Spanien ist der Verlierer. Eine dritte Lesart, die schonungsloseste, reduziert alles auf Geostrategie: Die Meerenge, die U-Boote und die maritime Kontrolle wiegen schwerer als jede Tabakhandlung.
Das einzige Überprüfbare ist der Zeitplan. Die Umsetzung des Abkommens dauerte lange, britische Medien schwiegen, und der vollständige Text wurde nie veröffentlicht. Wenn es konkret wird, wird die Grenzanlage — errichtet, laut denen, die die Geschichte des Isthmus kennen, auf der alten Contrevalationslinie — verschwinden.
Der Abriss der Grenzanlage ist der einfache Teil. Die reale Konsequenz entscheidet sich bei der Mehrwertsteuer, der Einkommensteuer für Nicht-Residenten und den Kassen einer Region, die seit Jahrzehnten mit einer Mischung aus Neid und Wut auf die Halbinsel blickt. Mit diesen Voraussetzungen ist es wahrscheinlich, dass die Staus verschwinden und der Preisunterschied bestehen bleibt. Wie viel Souveränität dies kostet, lässt sich weiterhin nicht in Euro beziffern, und hier bleibt die offizielle Darstellung kurz.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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