Ghost: Stadionerfolg und Krieg mit den Metal-Puristen

Das neueste Album von Ghost, melancholischer als seine Vorgänger, entfacht die Debatte neu, ob die schwedische Band die Zukunft des Rock ist oder ein Kommerzprodukt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ghost: Stadionerfolg und Krieg mit den Metal-Puristen
Ghost: Stadionerfolg und Krieg mit den Metal-Puristen

Das neueste Werk der schwedischen Band Ghost, das vor über einem Jahr erschienen ist, hat eine lange schwelende Debatte neu entfacht. Die Band, die Arenen in halb Europa und darüber hinaus füllt, wird beschuldigt, ihre Wurzeln verraten zu haben. Ihr Sound, der einst eine Hommage an den Untergrund-Rock der 70er Jahre war, hat sich zu einem Pop-Metal entwickelt, den viele als zu kommerziell empfinden. Das neue Album überrascht zudem durch seinen melancholischeren Ton – unerwartet bei einer Formation, die es gewohnt ist, Stadien mit sofort mitreißenden Hymnen zu füllen.

Vom Underground in den Mainstream

Der Bandleader, ein Musiker, der aus dem grausamsten Death Metal kam, entschied sich vor Jahren für eine radikale Wende. Das war keine improvisierte Strategie: Es war eine bewusste Bewegung, um ein breiteres Publikum zu erreichen, wie es schon Bands wie Mastodon vorgemacht hatten. Das Ergebnis war ein überwältigender Erfolg, aber auch die Feindschaft derjenigen, die der Meinung sind, Rock müsse marginal bleiben. Manche vergleichen ihre Entwicklung mit der anderer Gruppen, die den kommerziellen Weg einschlugen, wenn auch mit Abstrichen. Die schärfste Kritik behauptet, Ghost sei zu einem Massenkonsumprodukt geworden, eine „Abba des Rock“, die Authentizität gegen Verkäufe eingetauscht hat.

Das Publikum verändert sich

Ein aufschlussreicher Fakt ist die Zusammensetzung des Publikums bei ihren Konzerten. Anders als bei typischen Heavy-Metal-Veranstaltungen sind bei den Konzerten von Ghost die Frauen in der Mehrheit. Die einen deuten dies als Zeichen von Modernität, die anderen als Beweis dafür, dass die Band ihre Essenz verloren hat. Die Band ist jedenfalls weiterhin ein Phänomen, das Stadien füllt, doch die Frage, ob dieser Erfolg legitim ist, bleibt offen.

Was niemand bestreitet, ist ihre Wirkung. Ghost hat das Genre belebt und den Rock einem Publikum nähergebracht, das ihn zuvor ignorierte. Doch die Frage bleibt unbeantwortet: Ist das der Preis des Erfolgs oder die wahre Essenz des Rock? Die Antwort fällt wahrscheinlich nicht eindeutig aus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

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