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Gefängnisse in Katalonien fast 25% voller: Generalitat setzt auf offene Vollzugsformen
Die Gefängnisse in Katalonien sind zu fast 95% belegt, die Zahl der Häftlinge stieg in vier Jahren um 24%. Die Generalitat (katalanische Regionalregierung) reagiert mit der "Abiertalidad"-Strategie.
Die katalanischen Gefängnisse sind zu 95% ausgelastet, mit fast 1.800 Häftlingen mehr in weniger als vier Jahren. Die Generalitat will den Druck mit der "Abiertalidad" verringern, indem der Zugang zum offenen Vollzug und zur Halbgefangenschaft beschleunigt wird.
## Gefängnisse am Limit: Belegung nahe 95%
Die katalanischen Gefängnisse sind knapp an Platz. Ende August beherbergten die **13 Justizvollzugsanstalten** in **Katalonien** **9.583 Insassen**, was **95%** ihrer Gesamtkapazität von **10.014 Plätzen** entspricht. Das bedeutet, dass die Zahl der Inhaftierten in weniger als vier Jahren um rund **1.800** Personen gestiegen ist, ein Anstieg um **24%**. Dieses ungebremste Wachstum beginnt praktische Folgen zu haben. In der Justizvollzugsanstalt **Figueres** mussten Insassen in Krankenstationen untergebracht werden, obwohl sie keine medizinische Versorgung benötigten. Der Platzmangel macht auch vor Isolationsregimen nicht Halt; in **Lledoners** haben fast ein Dutzend bestrafter Häftlinge ihre Strafe im Aufnahmemodul verbüßt, dem Bereich für Neuankömmlinge, weil in den Abteilungen des geschlossenen Vollzugs keine Plätze frei waren.
## Druck auf die Dienste und die Antwort des Justizministeriums
Die Überbelegung betrifft nicht nur den physischen Raum, sondern auch die Betreuung der Häftlinge. Gewerkschaftsquellen zufolge sind die medizinischen und psychiatrischen Dienste der Gefängnisse nicht darauf vorbereitet, die Bedürfnisse der Gefangenen abzudecken, geschweige denn eine angemessene Überwachung von Suizidrisiko-Fällen zu gewährleisten. In der Justizvollzugsanstalt **Quatre Camins** gibt es beispielsweise nur zwei externe Psychiater, die wöchentlich kommen. Angesichts dieser Lage setzt das Departament de **Justícia** auf die sogenannte "Abiertalidad". Diese bereits früher vorangetriebene Strategie soll die Wiedereingliederung fördern und nebenbei die Anstalten entlasten. In der Praxis bedeutet dies, die Prüfung von Fällen zu beschleunigen, die für den offenen Vollzug oder Halbgefangenschaft in Frage kommen könnten. Die Maßnahme sorgt jedoch bei einigen Justizvollzugsbediensteten für Unruhe, die befürchten, dass der Druck auf das System die Fähigkeit beeinträchtigen könnte, vor der Gewährung bestimmter Vollzugsbegünstigungen gründliche und individualisierte Bewertungen vorzunehmen.
## Neue Plätze und die Kontroverse um den offenen Vollzug
Um den Platzmangel zu lindern, arbeitet die **Generalitat** an einer Kapazitätserweiterung der Anstalten mit industriell gefertigten Modulen. Ziel ist es, zwischen **600 und 700 neue Plätze** zu schaffen, darunter die **256** geplanten in der Justizvollzugsanstalt **Mas d'Enric** in **El Catllar**, wo zwei Fertigmodule installiert werden sollen. Dieser vor einem Jahr angekündigte Plan wird nun auf weitere Anstalten ausgeweitet, da die Zahl der Einweisungen seit **2022** kontinuierlich steigt. Dieser Trend fällt mit verstärkten polizeilichen und justiziellen Maßnahmen gegen Mehrfachtäter zusammen sowie mit der bevorstehenden Eröffnung der Justizvollzugsanstalt in der **Zona Franca** im Januar, die zunächst **400** Häftlinge aufnehmen soll und auf bis zu **800** kommen kann. Parallel dazu hat die Gewerkschaft **SICAP-FEPOL** die Oberstaatsanwaltschaft von **Katalonien** gebeten, eine mögliche Ausweitung des Artikels **86.4** der Vollzugsordnung zu untersuchen. Nach Angaben der Gewerkschaft könnte dies **288** weiteren Insassen den Übergang in den offenen Vollzug ermöglichen und den aktuellen Anteil von **22%** auf mehr als **25%** erhöhen. Die Gewerkschaft verknüpft diese Bitte mit dem Platzmangel in den normalen Modulen und kritisiert, dass die Überbelegung möglicherweise Druck erzeugt, um die Vorschläge für den offenen Vollzug zu erhöhen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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