Abschluss fälschen zum Angeben: bis zu drei Jahre Haft
Kann man einen Universitätsabschluss fälschen, den niemand überprüft, nur um ihn vor Bekannten zu zeigen und gut dazustehen? Ein 50-jähriger Arbeitsloser ohne Abitur oder Mittlere Reife, der die Grundsicherung für Über-52-Jährige und den Sozialtarif für Strom erhält, plante genau das: Er wollte behaupten, er habe einen Abschluss in Geschichte von der UNED (Nationale Fernuniversität) und dies mit einem Dokument belegen. Sein Argument —kluge Menschen wissen, dass ein Titel nichts beweist, aber Dumme lässt es beeindrucken— markiert den Punkt, wo häusliche Schläue auf das Strafgesetzbuch trifft. Er wünscht sich etwas Einfaches, ohne mehr Ambition als sein Wohnzimmer. Die kurze Antwort: Einfach ist teuer.
Von Chapaprieta bis Photoshop: Was suchte er genau?
Der Plan war nicht für ein Vorstellungsgespräch. Nicht einmal für den Lebenslauf. Die Idee war, das Diplom jemandem zu zeigen, wie Hochzeitsfotos. Um das reale Gewicht des Papiers einzuschätzen, schlug er einen Wissenstest vor: Wenn jemand vorgibt, einen Geschichtsabschluss zu haben, aber nicht weiß, wer Chapaprieta war, wird der Titel unwichtig. Seine Schlussfolgerung: In seinem Umfeld zählt das Dokument mehr als das Faktum. "Ich bin recht gebildet, besonders für meinen Status und meine soziale Rolle", verteidigte er sich, bevor er zugab, auch Zuschüsse zu erhalten und dass ihm die Idee durch den Kopf gegangen sei.
Er wollte etwas Billiges und Unkompliziertes: vergleichbar mit einseitigen Banknoten, die online verkauft werden, 100 Stück für zehn Euro. Die Metapher ist aufschlussreich. Niemand schaut auf die Rückseite einer einseitigen Note, weil sie nur kurz gezeigt wird.
Welche Strafe droht bei Fälschung eines offiziellen Abschlusses?
Die Fälschung eines öffentlichen Dokuments —und ein offizieller Universitätsabschluss ist eines— hat strafrechtliche Konsequenzen. Der Rahmen in solchen Fällen reicht von sechs Monaten bis zu drei Jahren Gefängnis, und zur materiellen Fälschung kann sich der Tatbestand der Amtsanmaßung gesellen, wenn das Papier genutzt wird, um einen regulierten Beruf auszuüben. Dies ist der Rahmen, den man kennen sollte, bevor man etwas bei einem lokalen Dienstleister oder einer Website bestellt.
Es gibt eine Nuance, die viel ändert. Nach dem Kriterium eines Richters in dieser Diskussion machen sich nur jene strafbar, die einen Abschluss kaufen und nutzen, um Zugang zu einem Job oder einer Beamtenprüfung zu erhalten; wer ihn kauft, um ihn im Wohnzimmer aufzuhängen, begeht möglicherweise nicht dieselbe Straftat. Das heißt: Dekorative Lügen und operative Lügen wiegen nicht gleich. Die Grenze liegt nicht im Papier, sondern darin, was damit danach getan wird.
Der Heimwerker-Weg: Klassenfotos, Vorlagen und Gesichtsgeneratoren
Wenn das Ziel rein dekorativ ist, ist die handwerkliche Fälschung fast trivial. Die häufigste Empfehlung ist kein Abschluss, sondern ein Klassenfoto: das Foto des Jahrgangs mit den Gesichtern der Kommilitonen, das Format, das in Zahnarztpraxen oder Anwaltskanzleien hängt. Niemand liest es. Jeder interpretiert es.
Das Verfahren ist mechanisiert. Diplommuster zu Millionen in Suchmaschinen. Bearbeitung mit Bildsoftware. Gesichtsgeneratoren, um Lücken im Klassenfoto zu füllen, mit ausdrücklicher Warnung, keine Fotos echter Personen zu verwenden. Und wenn Softwarekenntnisse fehlen, Beauftragung eines Freelancers für eine geringe Gebühr. Das Endstück wird nicht einmal gezeigt: Es wird gerahmt und sichtbar aufgestellt. Dort wirkt es von allein.
Abschlüsse, die gekauft werden, ohne etwas zu fälschen
Es gibt einen Graumarkt, der die reine Fälschung vermeidet: Statt ein offizielles Dokument nachzumachen, wird ein Abschluss verkauft, der keiner ist. Im Umlauf sind Websites, die personalisierte Diplome mit Briefköpfen erfundener Universitäten oder lockerer Register anbieten, inklusive akademischer Zertifikate und sogar Namen spanischer Universitäten, die nie existierten. Ein selbstproklamierter Zwergstaat auf einer Meeresplattform gilt als klassische Quelle für diese Papiere.
Parallel werden ehrenamtliche Adelstitel für lächerliche Beträge angeboten: ein Lord of Glencoe (Irland) für 36 Euro. Ein ähnliches Angebot bewarb ein Paket aus Bachelor und Lord für 200 Euro, und eine satirische Akademie bot Promotionen "für große Persönlichkeiten" für verhandelbare 10.000 Euro an, mit Verweis auf einen sogenannten Doctor Cum Embeleco. Diese Titel sind juristisch wertlos, aber legal zu erwerben. Zum Angeben reichen sie.
Was, wenn man den Abschluss wirklich macht statt ihn zu fälschen?
Die häufigste Antwort war nicht, wie man fälscht, sondern warum es unnötig ist. Das Argument ist arithmetisch: Mit 50 und arbeitslos sind vier Studienjahre nichts im Vergleich zum bereits gelebten Leben, und wer jahrelang Geschichte als Hobby gelesen hat, kommt mit einem Vorteil gegenüber 18-Jährigen. Mit einem Dreh: Wenn das Studium vor Ort absolviert wird, gewinnt man Studentenleben und menschlichen Kontakt zurück, genau das, was die Lüge des Diploms nicht repariert.
Eine andere Strömung fasst es trockener zusammen: Wer andere mit einem falschen Abschluss täuschen muss, braucht ihn wahrscheinlich nicht für das, wofür er ihn angeblich braucht. Amancio Ortega wird zitiert als Erinnerung daran, dass Grundbildung nicht hindert, ein Imperium aufzubauen. Und eine Warnung an Sammler von Papp-Verdiensten: Wenn das Papier schließlich gezeigt wird, ohne dass jemand fragt, entsteht Verdacht vor Bewunderung. Niemand fragt auf der Straße nach einem Abschluss. Wer ihn zeigt, erzählt mehr über sich selbst als über seine Ausbildung.
Am Ende ist das beste Argument gegen Fälschung nicht das Gefängnis. Es ist, dass das einzige Szenario, in dem das Papier funktioniert —wo niemand fragt— genau das Szenario ist, in dem es nicht nötig war.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (106 Antworten).