Ganzer Schinken: Der echte Preisrahmen liegt zwischen 29 und 135 €

Ein ganzer Schinken kostet je nach Etikett und Herkunft zwischen 29 und 135 €. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern zu wissen, woran man Cebo, Recebo und Bellota unterscheidet, bevor man kauft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ganzer Schinken: Der echte Preisrahmen liegt zwischen 29 und 135 €
Ganzer Schinken: 50 € garantieren keinen echten Ibérico

Lohnt es sich, tiefer in die Tasche zu greifen, oder reicht ein billiger Schinken vom Supermarkt? Diese Frage zieht sich durch eine Diskussion mit 48 Antworten, die mit einem Käufer beginnt, der zwischen 50 und 80 Euro für einen Supermarkt-Schinken ausgeben will, und mit der Erkenntnis endet, dass der Preis allein fast nichts über das Produkt aussagt. Der echte Preisrahmen im Thread reicht von 29 Euro für einen Schinken von Bonarea bis zu 135 Euro für einen Bellota-Ibérico bei Carrefour, dazwischen liegt ein Cebo-Schinken für 79 Euro in derselben Kette. Das Fazit: Das Etikett zählt mehr als die Vitrine.

Was das Wort Ibérico auf dem Etikett wirklich bedeutet

Der meistgegebene Rat lautet, vor der Marke aufs Etikett zu schauen. Die spanische Gesetzgebung verlangt die Angabe, ob das Tier mit Futter (Cebo) oder Eicheln (Bellota) gemästet wurde, die Herkunft und die Rassenkategorie. Manche warnen, dass der Begriff Ibérico viel zu großzügig verwendet wird: Jedes auf der Iberischen Halbinsel aufgezogene Schwein könnte sich so nennen, ohne zu lügen, denn die Haltungsmethode ist eine andere Sache. Deshalb lohnt es sich, zwischen Cebo, Recebo und Bellota zu unterscheiden und sich nicht vom Marketing blenden zu lassen.

Der häufigste Tipp, um Fehlkäufe zu vermeiden: vorher probieren, bevor man einen ganzen Schinken kauft. Aufgeschnittene Packungen von Marken wie Navidul kosten rund einen Euro bei Supermärkten wie Dia, Lidl, Carrefour, Eroski oder Alcampo. Wenn der Gaumen mitspielt, greift man zum ganzen Schinken. Wenn nicht, hat man nur einen Euro verloren. Die komplette Übersicht, welche Marken durchkommen und welche nicht, ergibt eine erstaunliche Tabelle.

Was ein ganzer Schinken je nach Sorte kostet

Die in der Diskussion genannten Preise zeichnen eine ziemlich klare Staffelung. Unten: ein Bonarea-Schinken für 29 Euro und mehrere Stücke von Lidl und Carrefour zwischen 30 und 40 Euro. Im Mittelfeld: ein Legado Ibérico von El Pozo im Angebot für 89 Euro (außerhalb der Aktion rund 110 Euro) und ein Navidul im Pack mit Öl und Salchichón für 100 Euro. Oben: ein Bellota-Ibérico von Carrefour für 135 Euro.

Manche meinen, bei einem einmaligen Kauf im Jahr müsse man nicht über 20 Euro hin oder her streiten, andere sehen das gegenteilig: Eine kleine Bellota-Schulter für 80 Euro oder eine Recebo-Schulter für 30 Euro in den Erzeugergebieten reicht völlig aus. Die Schulter, kleiner und knochenreicher, lohnt sich für ein bis zwei Personen. Der durch Wühlen nach Eicheln verformte Klauenfuß ist laut einem Käufer der visuelle Beweis, dass das Tier wirklich freilaufend gesucht hat.

Warum billiger Supermarkt-Schinken enttäuscht

Die Erfahrungen mit den günstigsten Stücken sind durchwachsen. Ein 29-Euro-Schinken von Lidl wird als geschmacklich akzeptabel, aber preislich schlecht beschrieben: Der Großteil des Gewichts ist Fett, man muss mehrere Zentimeter abschneiden, bevor man ans Fleisch kommt, und der Anschnitt ist so kompakt, dass sich keine dünnen Scheiben schneiden lassen. Ein Carrefour-Stück für rund 40 Euro gilt als anständiger, mit weniger Fett und normalem Anschnitt, allerdings weich beim Öffnen.

Das Grundproblem: Billiger Schinken ist nicht immer schlecht, aber unvorhersehbar. Die Marke garantiert nichts: Manche halten El Pozo für mäßig, andere loben es in den höchsten Tönen. Navidul wird als günstig und preiswert beschrieben, mit ungarischen Schweinen im Mix und keinen reinen Ibérico, was man an der rundlicheren Form des Schinkens erkennt.

Alternativen: Aufschnitt, Schulter und Direktkauf

Gegen den ganzen Schinken plädiert eine Fraktion für bereits aufgeschnittenen Schinken. Man spart Schinkenhalter, Messer und deren Schleifen und vermeidet das Risiko, dass ein Stück verdirbt. Eine andere Fraktion empfiehlt die Schulter als rationellere Form für kleine Haushalte, mit dem Hinweis, dass frisch geschnittener und verpackter Schinken unterschiedlich schmecken. Und eine dritte verweist auf den Direktkauf bei familiären Schlachtereien in Erzeugergebieten wie Huelva, wo eine Recebo-Schulter für 30 Euro und ein 7,5-Kilo-Schinken für 55 Euro zu haben sind.

Die Diskussion liefert auch eine Warnung zu Zusatzstoffen: Manche empfehlen, auf Stücke ohne E-250 und E-252 zu achten, nur Fleisch und Salz. Ein Detail, das auf der Aktionsverpackung selten auftaucht.

Am Ende entschied sich der Käufer, der das Thema eröffnet hatte, für einen Navidul Cuatro Estaciones. Weder reiner Ibérico noch Bellota. Er hat seinen Zweck erfüllt. Beim nächsten weiß er schon: Das Etikett zählt mehr als der Preis.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (48 Antworten).

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