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Galizischer Nationalist Xosé Manuel Beiras stirbt mit 90 Jahren
Der marxistische Intellektuelle Xosé Manuel Beiras ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Sein Erbe und der Bruch mit Yolanda Díaz prägen die Zukunft des BNG.
Beiras tot: Das unbequeme Erbe des galizischen Nationalismus
Xosé Manuel Beiras ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Die Nachricht, verbreitet durch Medien wie elDiario.es, schließt das Kapitel einer Figur ab, die den galizischen Nationalismus vom Tod Castelãos bis weit ins 21. Jahrhundert dominierte. Sein Ableben wirft Fragen nach der Zukunft des BNG (Bloque Nacionalista Galego) und der Art der Politik auf, die er verkörperte: intellektuell, rau, kämpferisch und mit einer Mobilisierungsfähigkeit, die seine Nachfolger nicht replizieren konnten.
Vom Professor zum Referenzpunkt des linken Nationalismus
Beiras war kein Politiker im üblichen Sinne. Geboren in eine wohlhabende Familie in Santiago de Compostela – laut Forenkommentaren wuchs er in einem 400-Quadratmeter-Haus mit Anwesen im Stadtzentrum auf – studierte er im Ausland und lernte Klavier. Diese privilegierte Ausbildung, die manche als Widerspruch zu seinem marxistischen Diskurs sehen, ermöglichte ihm einen souveränen Umgang im intellektuellen Umfeld. Er war Ordinarius, wie Fraga, doch ihr Stil war gegensätzlich: Während der PP-Gründer in Kneipen Domino spielte, interpretierte Beiras Chopin-Nocturnes am Klavier.
Sein politischer Weg begann im moderaten Nationalismus und führte zu radikalen Linkenpositionen. Er gründete den Bloque Nacionalista Galego (BNG) und machte ihn zur hegemonialen Kraft des galizischen Nationalismus. Unter seiner Führung erzielte der BNG historische Bestwerte, regierte aber nie die Xunta (Regionalregierung). Seine Zeit an der Spitze der AGE (Alternativa Galega de Esquerda) hinterließ ebenfalls Spuren, mit Wahlergebnissen, die Freunde wie Feinde überraschten.
Das wirtschaftliche Erbe: Nationalismus oder Marxismus?
Beiras' wirtschaftlicher Einfluss ist umstritten. Manche behaupten, seine Hinwendung zum Marxismus habe den galizischen Nationalismus von einem gemäßigten Projekt der Bodenverteidigung abgelenkt und eine ernsthafte Wirtschaftsentwicklung verhindert. Andere verteidigen seine Kohärenz und Fähigkeit, in Zeiten industrieller Krise und Emigration Kontakt zu den unteren Schichten herzustellen.
Sein Diskurs war nie kompromissbereit gegenüber der Wirtschaftsmacht. Er kritisierte Infrastrukturpolitik und Produktionsmodell scharf und befürwortete eine endogene Entwicklung für Galicien. Das Verhältnis zum Unternehmertum war angespannt, obwohl er Amancio Ortega zeitweise als Vorbild lobte. Dieser scheinbare Widerspruch – Marxismus neben Lob für den Inditex-Gründer – fasst die Komplexität eines Charakters zusammen, der sich nicht kategorisieren ließ.
Verhältnis zu Yolanda Díaz und der aktuellen Linken
Einer der meistdiskutierten Episoden seiner letzten Jahre war der Bruch mit Yolanda Díaz. Beiras erklärte, sie sei „die erste Person, die mich verraten hat“, ein Satz, der die generationsbedingte und strategische Kluft zwischen klassischem Nationalismus und neuer Linker offenbart. Díaz, die bei der PCE (Spanische Kommunistische Partei) begann, über Izquierda Unida, Podemos, die Mareas und Sumar ging, verkörpert einen pragmatischeren und weniger ideologischen Stil als Beiras.
Diese Spannung zwischen altem und neuem Nationalismus ist entscheidend für das Verständnis der heutigen BNG-Situation. Die aktuelle Führerin Ana Pontón hat den Diskurs moderiert, behält aber laut Analysen die radikale Essenz. Die Partei bleibt die zweite Kraft in Galicien und strebt die Regierungsbeteiligung an, besitzt aber nicht mehr Beiras' charismatische Führung.
Reaktionen und Debatten um seine Figur
Beiras' Tod hat gemischte Reaktionen ausgelöst. Von denen, die seine Ehrlichkeit und Integrität verteidigen, bis zu Kritikern seines ideologischen Wandels und seiner Unfähigkeit, ein Regierungsprojekt aufzubauen. Persönlich werden seine Musikliebe und sein rauer Charakter erinnert, Eigenschaften, die er selbst als Mittel zur Verbindung mit seinen Sympathisanten rechtfertigte.
Sein politisches Erbe liegt nun in den Händen einer Generation, die weder die spanische Transition noch die Gründung des BNG miterlebt hat. Die Frage ist, ob der galizische Nationalismus ohne eine Figur seines Kalibers überleben kann oder ob sein Verschwinden die Moderation und den Identitätsverlust beschleunigt. Klar ist, dass Beiras ein einmaliger Politiker war, im Guten wie im Schlechten.
Was bleibt von Beiras' Nationalismus im heutigen Galicien?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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