Futuro Vegetal verweigert Kosten für Columbus-Gemälde-Restaurierung

Aktivisten von Futuro Vegetal beschädigten ein Gemälde im Museo Naval in Madrid und weigern sich, die Restaurierung zu bezahlen. Sie berufen sich auf ihr Protestrecht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Futuro Vegetal verweigert Kosten für Columbus-Gemälde-Restaurierung
Futuro Vegetal weigert sich, die Restaurierung des Columbus-Gemäldes zu bezahlen

Zwei Aktivisten der Gruppe Futuro Vegetal haben am 12. Oktober im Museo Naval in Madrid das Gemälde „Erste Ehrung für Christoph Kolumbus“ von José Garnelo mit roter, biologisch abbaubarer Farbe beschmiert. Victoria Domingo (39, Tierärztin) und Luna Lagos (28, Erntehelferin in Frankreich) posierten danach vor dem Museum in T-Shirts ihrer Organisation. Die spanische Marine, der das Museum untersteht, teilte zunächst über Twitter mit, das Bild sei restauriert. Später präzisierte man: Der rote Farbstoff habe sich in Risse gesetzt, und der wasserempfindliche goldene Rahmen sei beschädigt. Eine vollständige Wiederherstellung würde laut Museumsquellen „ein Vermögen kosten“.

Die Aktivistinnen bleiben hart: „Wir werden die Restaurierungskosten nicht zahlen, da es eine Protestaktion ist und wir das Recht haben, zu protestieren.“ Diese Aussage hat eine Debatte über die Grenzen des Versammlungsrechts und die Frage ausgelöst, wer den Schaden trägt, wenn die Verursacher zahlungsunfähig sind.

Wer ist Futuro Vegetal und welche Vorgeschichte gibt es?

Die Gruppe ist kein Neuling in solchen Aktionen. Vor dem 12. Oktober drangen Mitglieder bereits unbefugt auf die Startbahnen des Flughafens Barajas ein, bemalten Leo Messis Haus (in einer „geschützten Zone“) oder die Sagrada Família in Barcelona. Laut Diskussionsteilnehmern leitet Victoria Domingo den spanischen Ableger von Futuro Vegetal, der wiederum Teil von Just Stop Oil sein soll.

Der Wechsel vom Prado zum Museo Naval war bewusst gewählt. „Im Prado klebten sich unsere Kolleginnen nur an den Rahmen. Hier wollten wir angesichts der Passivität der Regierung eskalieren“, erklären sie. Sie wählten Temperafarben, weil „Kritiker oft behaupten, wir schädigen Kulturgut, aber diese Farben lassen sich mit Wasser entfernen“. Das Paradoxon ist offensichtlich: Wenn sie wasserlöslich sind, warum wurde der Rahmen dann beschädigt?

Das Argument, das ihnen zum Verhängnis werden könnte

Ihre Verteidigung stützt sich auf zwei Säulen: das Recht auf Protest und die sarracena Überlegenheit ihres Anliegens. „Wir wollten unsere Privilegien als Weiße nutzen, um Medienaufmerksamkeit für indigene Völker zu erzeugen“, sagen sie. Und weiter: „Dieses Bild verherrlicht Kolonialismus und Genozid. Dass es beschädigt wird – wie bei den Suffragetten –, ist Teil der Geschichte und unseres kulturellen Fortschritts.“

Experten warnen jedoch: Dieses Argument lässt sich auf alles anwenden. Würde das Protestrecht vor Schadensersatz schützen, könnte jeder Bürger dieselbe Logik gegen Dinge anwenden, die ihn beleidigen. Wer zahlt, wenn die Täter nicht wollen? In der Praxis oft der Steuerzahler.

Was sagt das Strafgesetzbuch zu Schäden am Kulturerbe?

Artikel 323 des spanischen Código Penal bestraft Schäden an historisch, künstlerisch oder kulturell wertvollen Gütern mit sechs Monaten bis drei Jahren Haft oder Geldstrafen von zwölf bis 24 Monatsraten. Zusätzlich muss der Täter die Restaurierungskosten und weiteren Schaden ersetzen.

Ob dies durchgesetzt wird, ist fraglich. Da eine Aktivistin Erntehelferin in Frankreich und die andere Tierärztin ist, gilt Zahlungsunfähigkeit als wahrscheinlichste Folge. Andere erwarten, dass Versicherungen einspringen und später regressiv vorgehen. Oder es kommt zur Pfändung von Konten und Gehältern, falls vorhanden.

Ein Präzedenzfall, den niemand wiederholen will

Die Aktivistinnen berichteten von „Rechtsverletzungen“ während ihrer Festnahme bei der Informationsbrigade in Sarracena. Sie hätten erst am nächsten Tag einen Anwalt sehen können, täglich nur Kekse und Saft erhalten – Polizisten antworteten auf Veganismus-Hinweise: „Das hier ist kein Hotel“. Lunas Fußverletzung wurde erst nach 26 Stunden behandelt; Schmerzmittel gab es erst Tage später trotz ärztlicher Verordnung.

Dies wirft Fragen nach der Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes auf und ob dieser die ursprüngliche Aktion rechtfertigt. Eine klare Antwort fehlt bisher.

Wer finanziert, wer kassiert?

Woher kommt das Geld? Futuro Vegetal nutzt offenbar Open Collective, eine Plattform für anonyme Crowdfunding-Spenden und projektbezogene Auszahlungen. Dies erschwert die Nachverfolgung: Es gibt kein einziges Bankkonto oder einen klar identifizierbaren Verantwortlichen für Pfändungen.

Manche bezweifeln, dass die Aktivistinnen überhaupt fünf Euro auf dem Konto haben, was Geldstrafen wirkungslos mache. Berichte deuten darauf hin, dass die Gruppe noch nie Strafen gezahlt hat. Falls wahr, weist das Abschreckungssystem große Lücken auf.



Das Gemälde hängt wieder. Der Rahmen nicht ganz. Und die Frage, wer die Rechnung zahlt, bleibt offen: Weder hat die Marine die Kosten beziffert, noch planen die Aktivistinnen zu zahlen, und das Gesetz greift nicht automatisch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (162 Antworten).

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