Für 20 Euro: DNA-Test ergibt 80 % Basken und findet eine Cousine

Ein Nutzer berichtet, dass ein MyHeritage-DNA-Test für 20 Euro 80 % baskische Herkunft ergab und eine zweite Cousine zutage förderte. Das Kleingedruckte: Es hängt davon ab, wer…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Für 20 Euro: DNA-Test ergibt 80 % Basken und findet eine Cousine
20 Euro für einen DNA-Test ausgeben und Verwandte finden, von denen man nichts wusste

Lohnt es sich, 20 Euro auszugeben und in ein Röhrchen zu spucken, damit ein Unternehmen verrät, woher die Urgroßeltern stammen? Die Antwort aus dem Massenkonsum der Ahnenforschungs-Kits ist ein klares Ja – mit Einschränkungen. Ein Nutzer berichtet, dass der MyHeritage-Bericht ihm ein Profil mit 80 % baskischer Herkunft beschert hat, 10 % portugiesisch-salamanquinische Herkunft aus der Grenzregion und den Rest in kleineren Prozentanteilen, und dass er durch Abgleich dieser Daten mit der Genealogie von FamilySearch seinen Stammbaum bis ins Jahr 1800 zurückverfolgt hat. Was als Skepsis begann –"anfangs kam es mir wie ein Schwindel vor"– endete in Begeisterung: "sie haben es zu 100 % getroffen".

Der Hauptfund ist nicht der Prozentsatz, sondern eine zweite Cousine, von der er nicht wusste, dass sie existiert. An dieser Stelle hören diese Tests auf, ein Spielzeug zu sein, und werden zu einem echten genealogischen Werkzeug – allerdings mit Kleingedrucktem.

Wie die Verwandtschaftsberechnung funktioniert und warum sie manchmal scheitert

Die Arithmetik der Vererbung ist bei den Durchschnittswerten unbarmherzig: Mit den Eltern teilt man 50 % der DNA, mit den Großeltern 25 %, mit der Tochter des Bruders des Großvaters –die Großtante zweiten Grades– 6,25 % und mit deren Tochter, der zweiten Cousine, 3 %. Auf dem Papier sind 3 % und rund 200 Centimorgan die typische Signatur einer zweiten Cousine. Das Problem: Der Durchschnitt verbirgt eine enorme Streuung, und dort musste der Nutzer sich selbst korrigieren: "Ich glaube, es bleibt eine zweite Cousine, offenbar kann dieses DNA-Segment manchmal größer sein".

Die meiotische Rekombination erledigt den Rest. Zwischen zweiten Vettern und Cousinen kann die Menge der geteilten DNA zwischen etwa 50 und über 400 Centimorgan schwanken, ein Ergebnis über oder unter dem Durchschnitt macht die Verwandtschaft also nicht ungültig. Jenseits von Vettern und Cousinen dritten oder vierten Grades taugt die DNA nicht mehr, um eine konkrete Verbindung zu bestätigen, und liefert nur Hinweise: Herkunft, gemeinsame Treffergruppen oder seltene Mutationen eines gemeinsamen Vorfahren. Die praktische Schlussfolgerung: Der Test identifiziert nahe Verwandte zuverlässig und entfernte Verwandte mit Wahrscheinlichkeit.

Der Herkunftsanteil hängt davon ab, wer das Kit bezahlt hat

Hier liegt die Achillesferse, die der Nutzer selbst einräumt: "Alles hängt davon ab, wie viele Familienmitglieder du auf dieser Website registriert hast und das DNA-Kit gekauft haben". Die Datenbank ist kein Zensus, sondern ein Kundenklub. Wenn dein Familienzweig nie an der Kasse war, hat der Algorithmus nichts zum Vergleichen, und das Ergebnis hinkt. Nahe Verwandte fand er keine; zweite Cousinen und entfernte Verwandte mit 1-2 % geteilter DNA dagegen schon, mit seltenen Nachnamen als Hinweis zur Identifizierung der Zweige.

Auch die Herkunftsschätzung hat einen Haken. Die 80 % Basken, die MyHeritage liefert, verwässern, wenn dasselbe Profil durch andere Werkzeuge geschickt wird. Mit Vahaduo und Admixture JS bleibt das Baskenland vorn, gefolgt vom französischen Baskenland und den Regionen nahe Euskadi –Kantabrien, Aragonien, Südwestfrankreich–, während Portugal hinter Kastilien-León zurückfällt und Schottland und Irland ganz nach hinten rutschen. Die technische Kritik aus dem Fachkreis lautet, dass simulierte Koordinaten nicht dasselbe sind wie echte: Mit letzteren käme das Profil einem Durchschnittsspanier näher, konkret einem Kantabrier mit 3 % nordafrikanischem und 7 % italienischem Anteil.

Der Bruder der Großmutter, der in keinem digitalen Archiv auftaucht

Die mormonische Genealogie hat eine Grenze, an die der Nutzer frontal stieß. FamilySearch ermöglichte ihm, seinen Stammbaum bis 1800 zurückzuverfolgen, aber ein Bruder seiner Großmutter –ein unbekannter Verwandter– taucht nirgends auf. Der einzige Hinweis kam aus einer Suchmaschine für den Spanischen Bürgerkrieg: Er gehörte zu einem Disziplinarbataillon. Die offiziellen Archive, sowohl kirchliche als auch staatliche, erlauben digitale Suchen nur bis 1900; für alles Spätere nur persönlich.

Der verbleibende Weg ist das Zivilstandsregister (Registro Civil), das seit 1871 existiert. Als Verwandter einer verstorbenen Person kann man über die Online-Stelle des spanischen Justizministeriums eine wörtliche Geburtsurkunde und, falls vorhanden, eine Sterbeurkunde anfordern. Das ist das Kleingedruckte des Testversprechens: Die DNA öffnet die Tür, aber die Papierarbeit führt durch sie hindurch.

Datenschutz, Gesundheit und das Geschäft mit genetischen Daten

Der am häufigsten geäußerte Einwand ist kein genealogischer, sondern ein datenschutzrechtlicher: "Dann haben die deine Daten, sie analysieren nicht nur deine Genetik". Die Antwort des Nutzers: Man kann einen falschen Namen und Nachnamen verwenden, damit das Unternehmen einen nicht zurückverfolgen kann. Nur halb wahr: Die DNA ist der persönliche Identifikator schlechthin, und die angegebene Identität ändert nichts daran, was das genetische Material über einen aussagt.

Der andere kommerzielle Köder ist die Gesundheit. Mit den Rohdaten des Tests lassen sich Berichte auf anderen Websites abrufen, wobei man sich daran erinnern sollte, dass ein Herkunftsbericht keine medizinische Diagnose ist und jede Interpretation von Gesundheitsrisiken einen Fachmann erfordert. Das 20-Euro-Kit ersetzt keinen Genetiker.

Der Identitätsgraben: Wie baskisch muss man sein, um Baske zu sein

Das Gespräch kippte, wie vorhersehbar, in einen Reinheitswettstreit. Ein Nutzer moniert, dass man mit 20 % Nicht-Baskisch und 2 % Nordafrikaner in Eurogenes K36 schon aus dem Club der Auserwählten fliegt. Ein anderer ironisiert, dass man einem Kunden für 20 Euro sagt, was er hören will: 50 % präindoeuropäisch-neolithisch und weitere 50 % keltischer Druide oder römischer Patrizier, nach Wahl. Der Witz hat Substanz: Herkunftstests verkaufen Identität, und Identität ist ein Markt mit unelastischer Nachfrage.

Die verwirrendste Zahl stammt vom Nutzer selbst: "Ich glaube nicht, dass jemand baskischer ist als ich, er hat nichts von sich gepostet". Niemand hat seine echten Koordinaten gezeigt. Auf diesem Terrain prahlt am lautesten, wer am wenigsten Daten liefert.

Zu diesen Preisen ist der DNA-Test zum billigsten Geburtstagsgeschenk geworden, das jemandes Stammbaum verändern kann. Die zweite Cousine existiert. Der Bruder der Großmutter – vorerst nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (76 Antworten).

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