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Fünf Tonnen Gold führen zu Anklage gegen Zapatero
Venezolanisches Gold, ein abgefangener Signal-Chat und die Anklage gegen José Luis Rodríguez Zapatero entlarven den Plus-Ultra-Skandal.
Der Goldtransport von Plus Ultra nach Dubai, der zur Anklage gegen Zapatero führte
Die Anklage gegen José Luis Rodríguez Zapatero wegen des Verdachts auf Geldwäsche ist der Höhepunkt eines Netzwerks, das in Venezuela seinen Anfang nimmt, über die Schweiz und Frankreich führt und im Zentrum einen Transport von fünf bis acht Tonnen Gold nach Dubai hat. Die Ermittlungen, die von französischen Behörden nach dem Abfangen eines Signal-Chats eingeleitet wurden, deckten ein komplexes Firmengeflecht auf, das dazu diente, gestohlene Staatsgelder aus Venezuela zu waschen. Im Mittelpunkt steht die Fluggesellschaft Plus Ultra, die mit 53 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln gerettet wurde, sowie ihr Eigentümer Rodolfo Reyes, der angeblich auf die Vermittlung des ehemaligen spanischen Präsidenten zurückgriff.
Die Ursprünge: Der Signal-Chat, der alles auslöste
Zwischen dem 30. September und dem 11. Oktober 2022 führten der französisch-peruanische Unternehmer Felipe Baca und der Broker Danilo Diazgranados eine Unterhaltung über die App Signal. Dabei bot Baca Diazgranados sein Netzwerk aus Briefkastenfirmen an, um Kapital zu verschieben. Was sie nicht wussten: Die französische Finanzmarktaufsicht Autorité des Marchés Financiers (AMF) hatte diese Nachrichten bereits abgefangen. „Es war der Spalt, durch den das gesamte Netzwerk ans Licht kam“, fassen Justizquellen zusammen. Infolgedessen verhafteten die Schweizer Behörden Simon Verhoeven, einen Niederländer, der die Tochtergesellschaften der Firma Adamas in der Schweiz und Großbritannien kontrollierte. Verhoeven gab an, dass drei Gesellschaften der Gruppe Millionendarlehen an Plus Ultra gewährt hatten, die vollständig aus dem spanischen Rettungspaket zurückgezahlt wurden.
Der Goldkreislauf: Von Venezuela nach Dubai über Spanien
Das Rettungsgeld blieb nicht bei der Fluggesellschaft. Laut den Ermittlungen verkaufte eine der Gesellschaften des Geflechts, Allpa Wira, Gold im Wert von 30 Millionen Euro an eine andere Firma in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Al Joud, die ebenfalls von Baca kontrolliert wird. Von dort wanderten die Mittel auf ein Konto in Panama und schließlich zum vermeintlichen Endkunden: Rodolfo Reyes, dem Besitzer von Plus Ultra. „Das schwarze Geld, das aus Venezuela geplündert wurde, ging einmal um die Welt, um gewaschen zurückzukehren“, beschreibt der Bericht. Das Gold stammte aus illegalen Abbaugebieten in Venezuela, die vom chavistischen Regime kontrolliert werden. Sollte sich bestätigen, dass es sich um acht Tonnen handelt, läge der heutige Wert bei rund 1,006 Milliarden Euro.
Die Rolle von Zapatero: „Unser Kumpel Zapatero dahinter“
Die Anklage gegen den Ex-Präsidenten ist kein Zufall. In den Chats bezog sich Reyes auf ihn als „Rodomax“ und prahlte damit, ihn „für die Sache gewonnen“ zu haben, um die 53 Millionen Euro für die Rettung von Plus Ultra zu sichern. Der Satz „Unser Kumpel Zapatero dahinter“ taucht in den gerichtlichen Unterlagen auf. Zapatero hat jede Beteiligung stets bestritten, doch die Audiencia Nacional hat einen internationalen Haftbefehl gegen Reyes erlassen, während der Ex-Präsident als Beschuldigter vorgeladen wurde. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein demokratisch gewählter spanischer Präsident wegen einer Straftat dieser Art angeklagt wird.
Das von Spanien verkaufte Gold und das aus Venezuela gekommene
Parallel dazu ist die Debatte über den Verkauf der spanischen Goldreserven während Zapateros Amtszeit wieder aufgeflammt. Zwischen 2007 und 2008 verkaufte die Banco de España 125 Tonnen Gold, als der Preis bei etwa 600 Euro pro Unze lag. Heute wären sie 630 % mehr wert. „Das Gold, das er für Spanien nicht wollte, will er für sich selbst“, spotten Kritiker. Obwohl es keinen direkten Zusammenhang zwischen beiden Vorgängen gibt, schürt der Kontext das Misstrauen. Fakt ist, dass das venezolanische Netzwerk den Fokus auf Goldbewegungen aus sanktionsbelegten Ländern lenkt und zeigt, wie leicht Fluggesellschaften wie Plus Ultra genutzt werden, um Barren zu transportieren.
Offene Fragen
Die Ermittlungen befinden sich im Stadium der Voruntersuchung. Die UDEF (Einheit für Delikte im Bereich Wirtschaft und Technologie) durchsuchte im Oktober 2024 die Wohnung von Verhoeven in Santa María del Camí (Mallorca), und Rechtshilfeersuchen wurden an mehrere Länder gestellt. Die genaue Verantwortung von Zapatero muss noch geklärt werden, ebenso ob das Netzwerk weitere Personen im politischen Umfeld betrifft. Viele fragen sich, wie es möglich war, dass eine mit öffentlichen Mitteln gerettete Fluggesellschaft am Transport von venezolanischem Gold beteiligt war, ohne dass die spanischen Behörden dies früher bemerkten. Die Antwort dürfte in den kommenden Monaten folgen, wenn die Gerichte entscheiden, ob der Ex-Präsident schuldig ist oder nicht. Bis jetzt hat der Fall ZP bereits Geschichte geschrieben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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