Fünf Abschlüsse, ein Jahr Aufzugfirma: Lebenslauf passt nicht

Luftfahrt-Ingenieur, MBA an ICADE, MIT-Master und zwei Lizenziaten passen nicht zu einem Jahr in der Aufzugsbranche und einer Beamtenstelle.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fünf Abschlüsse, ein Jahr Aufzugfirma: Lebenslauf passt nicht
Fünf Abschlüsse, ein Jahr Aufzugfirma: Lebenslauf passt nicht

Wie vereinbart man ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik, einen MBA, einen Master am MIT und zwei weitere Studienabschlüsse, während man eine Stelle im öffentlichen Dienst innehat? Das Profil, über das derzeit diskutiert wird, wirkt wie aus dem Lehrbuch: Abschluss in Luftfahrttechnik 1989, MBA an der ICADE zwischen 1991 und 1994, ein Master am MIT in einem einzigen Jahr (1999–2000), Wirtschaftswissenschaften an der UNED zwischen 2003 und 2009 sowie ein zweiter Abschluss in Betriebswirtschaftslehre (ADE) zwischen 2010 und 2013. Parallel dazu besteht seit 1995 eine Anstellung in der Madrider Stadtverwaltung. Im beruflichen Werdegang gibt es kein vergleichbares Bild: nur ein Jahr bei einem Aufzugsunternehmen und sonst wenig. Die Diskrepanz zwischen diesen beiden Spalten ist genau das Thema.

Elite-Abschlüsse und eine flache Berufslaufbahn

Die Jahre nach dem Abschluss in Luftfahrttechnik spiegeln nicht die Brillanz des akademischen Profils wider. Für zwei Semester sind keine beruflichen Aktivitäten dokumentiert. Danach taucht ein einziges Jahr bei Zardoya Otis auf, wo er bereits als weltweiter Projektleiter geführt wird – ohne vorherige Erfahrung in der Branche und in einem Bereich, der nichts mit Luftfahrt zu tun hat. Es folgen sechs Jahre lückenloser Lebenslauf, bis er 1995 in die Madrider Stadtverwaltung eintritt.

Innerhalb der Verwaltung ist der Weg jedoch kontinuierlich: Er festigt sich im Bereich Umwelt für dreizehn Jahre, unterbrochen von einem Jahr in den USA für den Master, und wechselt später zum Bereich Unternehmensförderung. Heute ist er Abteilungsleiter für Bürgerdienste. Ein stabiler, komfortabler Weg, der perfekt damit vereinbar ist, alle paar Jahre erneut eingeschrieben zu sein.

Ein MIT-Master oder ein Kurs mit vier Wochenstunden?

Hier liegt einer der Schlüssel. Jene, die das Zertifikat überprüft haben, behaupten, es sei nicht das MIT im strengen Sinne, sondern ein assoziiertes Programm mit einer Belastung von vier Stunden pro Woche innerhalb des Executive-Education-Angebots des Instituts. Die ironische Beschreibung, die kursiert – Vergleich mit einem Bastelkurs – steht im direkten Widerspruch zum Gegenargument: Am MIT werden technische Titel nicht verschenkt, und ein Diplom mit diesem Namen dahinter ist kein gewöhnliches Papier.

Die Zahl, die wiederholt wird, um die Diskussion zu beenden, sind die Studiengebühren: rund 70.000 US-Dollar pro Jahr. Dies ist der Fakt, der die These stützt, dass hier eher eine finanzielle als eine akademische Hürde überwunden wurde. Ein Jahr im Ausland, diese Kosten zahlend, mit reservierter öffentlicher Stelle, beschreibt ein konkretes Profil.

Geschenkte Titel oder echte Leistungen?

Der Verdacht, dass einige Abschlüsse ohne Vorlesungen erworben wurden, schwebt über der gesamten Debatte, aber man sollte dies von dem trennen, was überprüfbar ist: Das Dossier ist veröffentlicht und die Daten passen zueinander. Eine andere Sache ist die Nutzung, die davon gemacht wird. Es gibt eine Strömung, die diese Anhäufung als Statussymbol erklärt, nicht als berufliches Werkzeug.

Ein weiterer oft zitierter Fall ist der einer Mitarbeiterin der Post (Correos), Inhaberin eines Abschlusses in Philologie und Tochter einer Familie vom Lande, die sich angeblich einschloss, um zu lernen, eine Prüfung für den höheren Dienst (Gruppe A) bestand und zur Sozialversicherung wechselte. Ihr Satz, spöttisch wiederholt – „Ich bin doch Li-zenzia-ta-te in Phi-lo-lo-gie“ – fasst den Mechanismus zusammen: Der Titel als sozialer Schild. Und ein zusätzlicher Vorwurf: Diese Lernzeit wird vom Steuerzahler über das Gehalt bezahlt.

Warum endet jemand mit diesem Profil im öffentlichen Dienst?

Die Hypothesen drängen sich auf. Die häufigste weist auf eine vermögende Familie hin: Jemand, der Studien, Master und Prüfungen finanziert und für den die öffentliche Stelle als feste Rente und Zufluchtsort funktioniert. Eine andere Variante deutet darauf hin, dass das Aufzugsunternehmen ein Familienbetrieb war, inklusive Vetternwirtschaft, späterem Verkauf und der Prüfung als Endziel.

Es gibt auch die psychologische Lesart – ein brillantes Profil mit geringen sozialen Fähigkeiten und schlechter Anpassung an den Markt – und die einfachste: Langeweile, Freizeit und ein bequemes akademisches Leben, ohne Chefs oder Kunden. Die wohlwollendste Version erinnert daran, dass es Stipendien und Platzreservierungen für Bedienstete des öffentlichen Dienstes gibt, was das Jahr in den USA erklären würde, ohne auf das Gehalt zu verzichten.

Lebensläufe, die Unternehmen aussortieren

Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass das Anhäufen von Titeln die Beschäftigungsfähigkeit nicht verbessert, sondern verschlechtert. Ein Teilnehmer erinnerte sich an die Worte eines Personalverantwortlichen: Wenn ein Lebenslauf mit zwei oder drei Studienabschlüssen eingeht, wandert er direkt in den Papierkorb. Die Grundidee ist, dass Unternehmen keine Weisen suchen, sondern Arbeitskräfte. Hinzu kommt die Einschätzung eines anderen Teilnehmers: Die meisten Absolventen der Luft- und Raumfahrttechnik landen in Mechanik, Haushaltsgeräten oder verschiedenen Sektoren, nicht in der Luftfahrt.

Und ein Verdacht in die entgegengesetzte Richtung: Wenn jemand wirklich brillant ist, hält ihn ein städtisches Büro nicht zwei Monate lang aus. In Spanien, so das Argument, sind Jobs für Genies rar, und das treibt Talente in die Festanstellung. Eine andere, unbequemere Lesart: Ein Land, in dem die bestausgebildeten Profile im öffentlichen Dienst enden, belohnt nicht Talent, sondern recycelt es in Sicherheit.

Insgesamt bleibt das Dossier veröffentlicht und passt immer noch nicht zusammen. Fünf Abschlüsse, einer davon mit dem Siegel eines weltweit führenden Labors, und die aktuelle Position lässt sich in einer einzigen Zeile beschreiben. Vielleicht ist das Problem nicht der Lebenslauf, sondern der Maßstab, mit dem man ihn liest.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (161 Antworten).

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