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Fujiyoshida sagt Kirschblütenfest wegen 200.000 Touristen ab
Fujiyoshida sagt das Kirschblütenfest, das 200.000 Touristen anlockte, erstmals seit 10 Jahren ab – nach Beschwerden der Anwohner über Müll und Hausfriedensbruch.
Japan sagt Kirschblütenfest wegen des Massentourismus ab
Ein Park, der jährlich rund 200.000 Besucher empfing, hat beschlossen zu schließen. Das Kirschblütenfest im Arakurayama-Sengen-Park in der Stadt Fujiyoshida am Fuße des Mount Fuji findet erstmals seit 10 Jahren nicht statt. Nicht die Blüte oder das Budget waren das Problem: Es waren die Besucher. Die Stadtverwaltung hat Vorfälle gemeldet wie das unbefugte Betreten von Häusern, um die Toilette zu benutzen, Hausfriedensbruch, Müllentsorgung und Menschen, die in privaten Gärten ihre Notdurft verrichteten, dazu Besucher, die sich beschwerten, wenn Anwohner sie auf dieses Verhalten hinwiesen. Bürgermeister Shigeru Horiuchi fasste die Lage in zwei Sätzen zusammen: „Das friedliche Leben der Bürger ist bedroht“ und „Wir haben das Gefühl, dass eine Krise herrscht“. Die Ankündigung erfolgte an einem Dienstag, nachdem sich die Beschwerden der Anwohner ohne Reaktion gestapelt hatten.
Welche Vorfälle führten zur Absage des Festes?
Die Stadtverwaltung nannte diese Episoden nur „unter anderem“, sodass die vollständige Liste der offiziellen Mitteilung offen bleibt; was durchgesickert ist, genügt, um die Maßnahme zu verstehen. Die Entscheidung wird damit begründet, die „Würde und den Lebensraum“ der Anwohner zu schützen. Die Agentur Kyodo News fügte eine weitere Front hinzu: Eltern aus der Stadt, die sehen, wie ihre Kinder auf dem Schulweg durch die Ansammlung von Besuchern an den Rand des Gehwegs gedrängt werden. Und es gibt einen Aspekt, der inmitten des Lärms oft übersehen wird: Auch wenn das Fest abgesagt wird, muss der Touristenstrom in die Umgebung des Parks nicht sinken, denn die Sakura-Saison – das Hanami, das „Blütenanschauen“, ist einer der beliebtesten Termine im japanischen Kalender.
Die Yen-Abwertung und der Tourist als Sündenbock
Die offizielle Darstellung lässt eine alternative Lesart zu, die stark umläuft: dass der Vorfall als Vorwand dient. Durch den schwachen Yen wurden Reisen nach Japan billiger, die Ankünfte explodierten; der Tourismus ist für ein Land, das Devisen braucht, zum wirtschaftlichen Lebensretter geworden. Genau dieser Erfolg ist unbequem. Es wird argumentiert, dass Ausländer in letzter Zeit für interne Probleme verantwortlich gemacht werden, von der Reisknappheit bis zur Überlastung der Dienstleistungen, und dass es Betriebe gibt, die Nichtansässige nicht bedienen, selbst wenn sie sich legal im Land aufhalten. Der dahinterstehende Verdacht: Das Unbehagen an der Globalisierung sucht einen Adressaten, und der Besucher ist das bequemste Ziel.
Die Zahlen: 3,95 Millionen Ausländer bei 123 Millionen Einwohnern
Hier helfen die Daten mehr als Meinungen. Japan hat 123 Millionen Einwohner, davon sind 3,95 Millionen Ausländer, rund 3 % der Gesamtbevölkerung. Spanien zählt bei 49 Millionen Einwohnern 7,13 Millionen Ausländer. Der spanische Anteil übersteigt den japanischen um ein Vielfaches, und mit ihm die Temperatur der öffentlichen Debatte. Manche spotten, ein solches Problem sei in Spanien aus einem banalen Grund schwerer zu haben: Das Zusammenwohnen in Mehrfamilienhäusern macht es schwierig, einen Garten zu besitzen, den jemand mit einer öffentlichen Einrichtung verwechseln könnte.
Warum die Absage mit den japanischen Wahlen zusammenfällt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall, oder er scheint es zumindest nicht zu sein. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi rief kaum drei Monate nach ihrem Amtsantritt vorgezogene Neuwahlen aus, die Wahltermine stehen für Sonntag fest, und sie will ihre Führung an der Urne festigen. Die Zuwanderung von Ausländern ist eines der heißesten Themen des Wahlkampfs, Immigration steht im Zentrum der Debatte. Eine Maßnahme wie die von Fujiyoshida, mit internationaler Resonanz, passt in dieses Klima. Die Anwohner erleben derweil die Paradoxie: ihr Alltagsproblem wird zu Wahlkampfmaterial.
Vom eingezäunten Obstgarten zum Schutzgraben: Überfremdung ist nicht nur ein japanisches Problem
Die Szene wiederholt sich tausende Kilometer entfernt. Manche beschreiben, wie ihr Dorf an einem einzigen Tag im Jahr von tausenden Besuchern überflutet wird, die umherstreifen und trinken, Straßen und Kneipen lahmlegen – und sie sind dazu übergegangen, an diesem Tag mit dem Kühlschrank in die Berge zu fahren. Andere haben ihren Obstgarten eingezäunt, den Graben am Rand geöffnet, um einen Schutzgraben zu schaffen, und vor dem Zaun eine Hecke aus Weißdorn gepflanzt. In Barcelona richtet sich der Unmut der Anwohner auf schlechte Gerüche im öffentlichen Raum und auf Hundekot, dem man beim Gehen ausweichen muss. Die extreme Höflichkeit, die Japan zugeschrieben wird, und das spanische Maß an Toleranz sind zwei Seiten derselben Diskussion: Wie viel Belästigung akzeptiert man als Preis des Tourismus?
Der Park wird bleiben, die Kirschbäume werden im Frühjahr weiter blühen, und die Besucher werden weiter kommen, solange der Yen billig ist. Wie viel Tourismus kann ein Ort verkraften, bevor er aufhört, der Ort zu sein, den alle besuchen wollten?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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