Fuchs, Rabe oder Orca: Das Reinkarnations-Los im Tierreich

Ein Forumsnutzer rechnet vor, dass ein wilder Fuchs schon mit 2 oder 3 Jahren stirbt, ein anderer nennt das Nacktmull, das rund 30 Jahre alt wird: Die Tierwahl als Lotterie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fuchs, Rabe oder Orca: Das Reinkarnations-Los im Tierreich
Fuchs, Orca oder Nacktmull: Das Reinkarnations-Los im Tierreich

Die instinktive Antwort ist der Fuchs. Ein scheues, flinkes Tier aus einem recht milden Ökosystem, mit wenigen Fressfeinden und leichter Beute: von Insekten über Nagetiere bis zu Beeren und Früchten. Klingt nach einem Schnäppchen. Das Problem ist, dass das reale Leben eines Fuchses in freier Wildbahn laut einer im Thread kursierenden Rechnung nichts mit der Comicfigur gemein hat: Die meisten werden nicht älter als **2 oder 3 Jahre** – Überfahren werden, Räude, Jagd und der erste Winter machen dem einen Strich durch die Rechnung. Wer alt wird, ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Hier beginnt die eigentliche Übung: Wenn es darum geht, das *süße Leben* zu maximieren, muss man sich das Datenblatt jeder Art ansehen, nicht ihre Sympathiewerte.

Der Fuchs ist cool, stirbt aber jung

Das mittelgroße Raubtier verkauft sich gut: schlau, anpassungsfähig, mit einem riesigen Nahrungsspektrum, das ihm fast alles erlaubt. Aber sein Ruf als Klugscheißer bewahrt es nicht vor dem ersten Winter, der Räude oder der Schrotflinte, so die gleiche Rechnung. Die tatsächliche Lebenserwartung eines wilden Fuchses wäre ein Witz im Vergleich zu anderen Kandidaten, die auf keiner Wunschliste stehen.

Ihnen gegenüber stehen exotischere Optionen. Ein **Grönlandhai** wird über 250 Jahre alt, vielleicht um die 400, schwimmt gemütlich durch eisiges Wasser und wird erst nach einem Jahrhundert geschlechtsreif: perfekt für alle, die es nicht eilig haben. Der **Nacktmull** ist hässlich wie die Nacht, aber er schafft rund 30 Jahre, zehnmal so viel wie eine Maus, bekommt kaum Krebs und spürt bestimmte Schmerzarten fast gar nicht. Der Haken: In einer Kolonie, in der nur die Königin sich fortpflanzt und alle anderen schuften.

Und dann ist da noch der **Tardigrad**, der das Vakuum des Weltalls überlebt. Extrem, aber wenig spannend.

Orca und Pottwal: Fressfeind ohne Rivalen und ein ganzer Ozean

Die beliebteste Wette für alle, die Nervenkitzel wollen, ist der **Orca**, ein Killerwal, der laut einem Teilnehmer keine Rivalen zu fürchten hat und in Gruppen die Meere durchquert, beim Wettrennen um die höchste Geschwindigkeit, mit Sprüngen und Hinterhalten. Der Pottwal ist die Tiefseeversion: Er bereist alle Ozeane von den Polen bis zum Äquator, taucht in unergründliche Tiefen und legt sich mit Riesenkalmarren an. Ein mythischer Wal zudem, der nicht vom Aussterben bedroht ist.

Für alle, die es lieber in der Luft haben, ist die Auswahl groß: Möwe oder Adler zum Fliegen, Eule als nächtliche, tödliche und unsichtbare Greifvogel, oder der **Kormoran**, der auch zum Fischfang taucht und beim Sonnenbaden einen ziemlich gruseligen Anblick bietet. Auch der **Floh** hat seine Fans, wenn auch nur für das Stich-und-Weg-Prinzip.

Der Alpha-Löwe und die Möwe: zwei Arten, sich durchzuschummeln

Manche wollen kein Abenteuer, sondern Privilegien. Der **männliche Löwe der Savanne** ist der Klassiker: Die Löwinnen gehen auf die Jagd, während er mit dem Schwanz Fluchen verscheucht; wenn das Essen kommt, zur Seite treten, denn er ist der Alpha. Die domestizierte Version ist die **Pedigree-Katze**, was für ein Leben. Und am erdigsten Ende: die **Wanderratte**, um das Wohnungsproblem mit einem Landhaus zu lösen.

Der Kontrapunkt kommt von denen, die in nichts auf diesem Planeten schlüpfen würden, und von dem, der ein Alien sein will, das *eben* ein Besserwisser ist. Der Witz verbirgt eine tiefere Frage: Wenn das Ökosystem regiert, was nützt Klugheit?

Die unbequeme Frage: Was, wenn das Tier ein Mensch wäre?

Manche verlassen das Tierreich und bitten darum, eine **Frau im Westen** zu sein, mit Sozialleistungen und allem Drum und Dran, oder gleich eine lesbische Frau, die das leichteste und komfortabelste Leben aller vernunftlosen Kreaturen hätte. Das sind Grenzüberschreitungen, aber sie zielen aufs Gleiche: Die Wahl der Art ist im Kern eine Wahl über Einkommen, Sicherheitsnetz und Lebenserwartung.

Vor diesem Hintergrund fällt die vorsichtige Prognose leicht: Der Fuchs wird die Umfragen weiter gewinnen und bei der Langlebigkeit weiter verlieren. Derweil wird der Grönlandhai, der von Umfragen nichts weiß, weiter gemütlich auf sein viertes Jahrhundert zuschwimmen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (84 Antworten).

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