Ein Gespräch zwischen zwei Männern in einem Restaurant, in dem sie vorschlagen, die Eroberung aufzugeben und für Sens zu zahlen, um Verpflichtungen zu vermeiden, lässt drei Freundinnen, die zufällig zuhören, ohne Antwortmöglichkeit zurück. Der Text erkundet die Erschöpfung der Beziehungen und die Asymmetrie der Erwartungen.
Die Szene spielt in einem vollen Restaurant, die Tische stehen kaum anderthalb Meter auseinander. Drei Frauen, die seit zwei Jahren zusammenwohnen —Gisela, Nuria und Beatriz—, feiern ihr monatliches Abendessen. Am Nebentisch führen zwei Männer, Arturo und Diego, ein Gespräch, das die Frauen unfreiwillig mit anhören. Der Satz, der alles ins Rollen bringt: „Ich wäre immer gern schwul gewesen, aber es liegt mir einfach nicht." Von da an wird die Erzählung zur Zergliederung des Geschlechterkriegs von der Theke aus.
## Der Rückzug aus der Eroberung
Arturo verkündet, dass er aus dem Wettbewerb ausgestiegen ist. Schluss mit Frauen erobern, mit ihnen essen gehen, Interesse an ihren Problemen vortäuschen und halbe Leben damit verbringen zu erraten, was sie von ihm erwarten. Seine Alternative: für Sens zahlen. Diego gesteht, dass er sich deswegen immer etwas als Versager gefühlt hatte, als müsse er zahlen, weil keine Frau aus eigenem Antrieb mit ihm schlafen wollte. Arturo dreht das Argument um: Das Problem sei, akzeptiert zu haben, dass Frauen entscheiden, ob man ein Gewinner oder ein Verlierer ist.
Die Logik, die Arturo entfaltet, hat eine Kälte, die unangenehm auffällt. Wenn du eine Freundin findest, hast du Erfolg. Wenn nicht, bist du ein armer Schlucker. Und wenn du für Sens zahlst, ein Degenerierter. Gegen dieses fremde Urteil schlägt er einen individuellen Ausweg vor: Man zahlt, genießt und geht nach Hause. Ohne Diskussionen, ohne Eifersucht, ohne Jahrestage, ohne die Eltern des anderen kennenzulernen und ohne dass jemand fragt, warum man zu spät gekommen ist. Seine Liste der Vorteile liest sich eher wie eine Abrechnung als wie eine Lebensphilosophie.
Der bitterste Punkt kommt, als Diego die Situation mit der eines Hundes vergleicht: immer auf seine Besitzerin bedacht, zu erraten versuchen, was sie will. Wenn er es richtig macht, wird er gestreichelt; wenn nicht, bestraft. Arturo fügt das Beispiel von Marta hinzu, seiner Ex-Partnerin, die eine narrensichere Methode hatte, jeden Streit zu gewinnen: Sie hatte keinen Sens mehr mit ihm, bis er sich entschuldigte. Und er entschuldigte sich immer, selbst wenn er recht hatte. Sein Fazit: Es hat Jahre gedauert, bis er begriff, dass er ein Idiot war.
## Sens Asymmetrie und der vorgetäuschte Orgasmus
Das Gespräch driftet zu dem, was Arturo sens Asymmetrie nennt. Er behauptet, Frauen seien besser ausgestattet: Sie könnten fünfmal hintereinander kommen, zehnmal, wenn sie Lust haben, während Männer Sens haben, kommen und sich ausruhen. Sie müssten außerdem ständig darauf achten, dass das Gerät funktioniert. Und er krönt alles mit einer Frage, die Diego aus dem Konzept bringt: ob er einen Mann kenne, der einen Orgasmus vortäuschen könne. Diego versucht einen Witz —„Ach, Schatz, es kommt! Es kommt schon wieder!"— und die drei Frauen am Nebentisch lachen los, ohne Lärm zu machen.
Gisela verschluckt sich an einem Schluck Wasser. Nuria hält sich den Mund. Beatriz dagegen betrachtet Arturo mit einer Neugier, die allmählich verdächtig wirkt. Die Szene funktioniert als unbequemer Spiegel: Sie hören eine Version von Männlichkeit, die sie nie in Betracht gezogen hatten, und was sie hören, ist keine Klage, sondern eine kalkulierte Kapitulation.
## Die Hyänen und die Männer, die nicht flirten
Als die beiden Männer die Rechnung verlangen und aufstehen, schenkt Nuria ihnen ein freches Lächeln. Diego sieht es, lächelt zurück und will ihr etwas sagen. Arturo packt ihn am Arm: „Fütter die Hyänen nicht." Und sie verlassen das Restaurant. Die drei bleiben ein paar Sekunden schweigend. Gisela platzt heraus: „Scheißkerle!" Nuria gibt zu, dass der Große ziemlich attraktiv war. Beatriz starrt weiter zur Tür.
Was Beatriz am meisten ärgert, ist nicht das Gespräch über bezahlten Sens oder die Theorie der sens Asymmetrie. Es ist, dass sie nicht einmal versucht haben, mit ihnen zu flirten. Darin liegt die Wendung der Geschichte: Zwei Männer, die theoretisieren, die Eroberung aufzugeben, und die, auf die Probe gestellt, nicht den Ansatz machen, jemanden zu erobern. Die Gleichgültigkeit empfinden sie als beleidigender als die Verachtung. Gisela urteilt „Scheiß auf die Typen", und Nuria antwortet, dass genau das der Dünne gewollt habe, aber es liege ihm nicht.
In jener Nacht haben die drei Freundinnen keinen Spaß. Sie gehen wie geplant trinken, aber keine schafft es, die beiden Männer aus dem Restaurant zu vergessen. Sie kehren allein nach Hause zurück, deutlich früher als gewöhnlich und in schlechter Laune. Während sie sich abschminken, jede in ihrem Zimmer, denken alle drei genau dasselbe: dass die beiden längst schlafen würden wie ein Murmeltier, nachdem sie in aller Ruhe Sens hatten. Und ohne jemanden schmeicheln zu müssen.
## Der Preis der Freiheit
Die Geschichte lässt eine Frage in der Luft hängen: Ist Arturos Rückzug eine Befreiung oder eine Kapitulation, die als Strategie getarnt ist? Er stellt sie als rationale Entscheidung dar, aber seine Rede ist voller unverheilter Wunden. Die Erwähnung von Marta, der Frau, die einen anderen geheiratet hat, funktioniert als der stille Motor seiner gesamten Argumentation. Er hat seine Freiheit nicht zurückerlangt: Er hat das Terrain aufgegeben, auf dem er besiegt wurde.
Diego ist dagegen der Kontrapunkt. Er erkennt sein Scheitern an, lacht über sich selbst und ist von der Rede seines Freundes nicht ganz überzeugt. Die Szene endet ohne Sieger. Die drei Frauen gehen mit dem Gefühl nach Hause, etwas verloren zu haben, von dem sie nicht einmal wussten, dass es auf dem Spiel stand. Und die beiden Männer gehen, ohne etwas versucht zu haben, überzeugt, eine Schlacht gewonnen zu haben, die niemand erklärt hatte.
Die Geschichte zeichnet ein erkennbares Phänomen nach: die Erosion der Erwartungen in zeitgenössischen Beziehungen. Arturo hat seine persönliche Erfahrung in eine allgemeine Theorie verwandelt, und Diego hört ihm zwischen Komplizenschaft und Zweifel zu. Die Frauen wiederum entdecken, dass Gleichgültigkeit mehr verletzen kann als Ablehnung. Die Geschichte bietet keine Lösungen, nur einen Spiegel. Und in diesem Spiegel sieht niemand gut aus.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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