Monstertruck in Kolumbien: drei Tote und 37 Verletzte nach Kontrollverlust der Fahrerin
Bei einer Monstertruck-Show in Popayán (Kolumbien) verlor die Fahrerin Sonia Segura am vergangenen Sonntag die Kontrolle über das Fahrzeug und raste in das Publikum. Die offizielle Bilanz: drei Tote, darunter ein Kind, und 37 Verletzte. Die Bilder zeigen, wie das 4 bis 5 Tonnen schwere Ungetüm ungebremst auf die Menge zurast und erst nach dem Aufprall auf einen Lichtmast zum Stehen kommt. Aus einer geplanten Show von Power und Kontrolle wurde ein vermeidbares Massaker.
Warum verlor sie die Kontrolle?
Die Hypothesen deuten auf eine Panikblockade oder einen technischen Defekt hin. Zeugen und Experten weisen darauf hin, dass die Fahrerin, vermutlich unerfahren mit solchen Fahrzeugen, das Gaspedal durchgedrückt hielt, ohne zu bremsen oder den Kill Switch (Not-Aus) zu betätigen. Bei Monstertrucks sollte das Loslassen des Gaspedals oder das Treten beider Pedale das Fahrzeug anhalten; es gibt sogar einen Schnellabschaltknopf. Dass nichts davon genutzt wurde, deutet darauf hin, dass die Fahrerin wie erstarrt war. Ein technischer Kommentar lautet: "Das Gas ist voll offen, sei es durch durchgedrücktes Pedal oder eine mechanische Blockade. In jedem Fall trägt derjenige die Schuld, der fährt: Nerven, Unerfahrenheit und Dummheit."
Eine Veranstaltung ohne minimale Sicherheitsgarantien
Der Unfall wirft auch ein Licht auf die Organisatoren. Die Show fand ebenerdig statt, ohne Tribünen oder Absperrungen, auf einem öffentlichen Platz. Das ist in einigen Ländern üblich, erwies sich hier jedoch als tödlich. Die Kritik gilt nicht nur der Fahrerin, sondern all jenen, die zuließen, dass eine Person ohne angemessene Ausbildung eine solche Maschine vor einem schutzlosen Publikum steuerte. "Man veranstaltet eine Show auf einem freien Platz ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen mit Monsterfahrzeugen – was kann da schon schiefgehen?", fragen sich die Analysten. Verantwortliche und Organisatoren tragen die Verantwortung gemeinsam.
Die Geschlechterdebatte schwebt über der Tragödie
Unter den Reaktionen waren sens Kommentare unvermeidlich, die den Unfall darauf zurückführen, dass die Fahrerin eine Frau war. Sätze wie "Frau am Steuer, ewige Gefahr" oder "ihr Absatz hat sich verklemmt" kursierten in den sozialen Medien. Doch abgesehen von den platten Klischees liegt das eigentliche Problem in der fehlenden Qualifikation und dem Fehlen von Sicherheitsprotokollen – unabhängig vom Geschlecht. Die Fahrerin, deren vollständiger Name Sonia Segura lautet, hatte keine nachgewiesene Erfahrung mit Monstertrucks; manche sagen, es sei "ihr erster Tag" gewesen.
Lektionen, die nie gelernt werden
Der Fall erinnert an ähnliche Unfälle, etwa den von Mirasierra in Madrid, bei dem eine Mutter die Pedale verwechselte und ein anderes Kind tötete. Dort reagierte die Mutter des Opfers, indem sie die Verursacherin umarmte. Hier bleibt die Frage: Wie viele weitere Veranstaltungen werden ohne minimale Sicherheitsbedingungen stattfinden? Während die Behörden ermitteln, könnte sich die Zahl der Opfer noch erhöhen. Die Tragödie war nicht unvermeidlich – die Fahrlässigkeit schon.
Verwandte Diskussionen im Forum