Frankreich prüft Abgabe von 0,055 € pro verbrauchtem GB im Internet

Frankreich erwägt eine Abgabe von 0,055 € pro verbrauchtem Gigabyte Internetdaten. Die Kosten könnten auf die Nutzer abgewälzt werden; manche rechnen mit bis zu 55 € extra pro Monat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Frankreich prüft Abgabe von 0,055 € pro verbrauchtem GB im Internet
Frankreich prüft 0,055 € pro verbrauchtem GB im Internet

Der französische Senat prüft einen Änderungsantrag, der jedes von Internetnutzern verbrauchte Gigabyte mit 0,055 Euro belegen würde – gerichtet gegen die großen Anbieter digitaler Inhalte. Die Maßnahme, die in den Staatshaushalt 2027 eingebracht wurde, hat alle Alarmglocken zum Läuten gebracht: Wenn sie beschlossen wird, könnte der Präzedenzfall binnen Monaten auf Spanien überspringen. Die Zahl wirkt lächerlich, bis man sie hochrechnet.

Der Text besteuert nicht direkt den Bürger, sondern die großen US-Techplattformen. Das ist die Nuance, die im Aufschrei untergeht. Doch manche halten dafür, dass YouTube, Netflix oder Amazon die Kosten nicht selbst tragen, sondern auf das Abo oder die Werbung umlegen werden. Und dort beginnt das Bluten.

Was eine GB-Abgabe wirklich kostet

Die Rechnungen, die in den pessimistischsten Analysen kursieren, machen Angst. Ein Vielnutzer, der Streaming, soziale Netzwerke, HD-Videos und Downloads kombiniert, kann **1.000 GB pro Monat** überschreiten, so eine Berechnung, die im Forum die Runde macht. Bei 0,055 Euro pro Gigabyte summiert sich der Spaß auf **55 Euro monatlich** allein für den Datenverbrauch – noch zusätzlich zum Glasfaser- oder Mobilfunktarif. Manche rechnen es auf 550 Euro hoch, indem sie die Schätzung verzehnfachen; und diese Zahl, so absurd sie ist, veranschaulicht die Panik.

Das eigentliche Problem: Auch unerwünschter Traffic wird abgerechnet. Ein infiziertes Gerät, das Daten an einen ausländischen Server sendet, erzeugt Verbrauch, den der Nutzer nie angefordert hat. Ungebetene Werbung, Tracker und Videos, die auf einer Website von selbst starten, schlagen sich auf der Rechnung nieder. Diese Lücke hat niemand erklärt.

Wer die Abgabe zahlt: das Kleingedruckte, das alles verändert

Der französische Änderungsantrag zielt auf die großen Content-Anbieter, nicht auf den Endnutzer. Es ist der alte europäische Wunsch, dass die US-Techkonzerne zum Unterhalt der Netze beitragen, die sie nutzen. Die Netzbetreiber fördern seit Jahren die sogenannte faire Beteiligung für den Traffic, den die Plattformen verursachen. Bislang ohne Erfolg.

Aber der Mechanismus hat einen Haken. Zahlt die Plattform, werden die Kosten weitergereicht. Und wenn sie das nicht kann, weil der Dienst kostenlos ist – wie bei YouTube oder TikTok –, wirkt der Druck auf die Inhalte. Manche sehen in der Maßnahme den Versuch, den Konsum ausländischer Plattformen zu verteuern, um Radio und Fernsehen des öffentlichen Rechts wieder Zuschauer zuzuführen. Das ist eine Hypothese, keine Tatsache, aber sie passt in die Chronologie.

Das Aus für Kleinunternehmen und die Jobsuche

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Unterhaltung. Ein Steuerberater, ein Anwalt oder eine kleine Kanzlei bewegt jeden Monat Tausende Dokumente in der Cloud. Zählt jedes Gigabyte, kann die digitale Rechnung eines Kleinunternehmens explodieren. Und privat: Wer arbeitslos ist und stundenlang Bewerbungen an Jobportale verschickt, würde seine Jobsuche zu einem messbaren Kostenfaktor werden sehen.

Auch das Sportargument taucht auf: Wenn der Fan bereits ein Abo zahlt und obendrein einen Zuschlag fürs Spiel, ist Piraterie wieder die rationale Option. Die Maßnahme, die den Konsum eindämmen soll, könnte die Nutzer auf Wege treiben, die am offiziellen Netz vorbeiführen.

Starlink, die unmögliche Flucht

Die Satellitenalternative erledigt sich von selbst. Starlink betreibt Internetzugänge und muss wie jeder lizenzierte Anbieter gerichtliche Anordnungen und die Regulierungen des Landes befolgen, in dem es tätig ist. Ordnet ein Gericht eine Sperre an, wird sie umgesetzt. Es ist weder ein Steueroase noch ein Paradies der Netzneutralität.

Bleiben das WLAN des Nachbarn, der 4G-Router mit begrenztem Tarif und die Rückkehr zur physischen Disc. Ein Nutzer mit einer 100-GB-SIM im Monat zahlt heute eine Flatrate; mit der neuen Abgabe kosten diese 100 GB **5,5 Euro extra**. Wenig, aber beständig. Und das Tropfen, sobald es zur Norm wird, ist keine Anekdote mehr.



Die vernünftigste Prognose: Die Maßnahme wird mit Änderungen verabschiedet, in der Praxis verwässert und landet am Ende über die Preise beim Verbraucher. Wie immer. Aber auch das Gegenteil ist möglich: Dass die Kosten der Internetnutzung zur neuen digitalen Abgabe werden – jener, deren Beschluss sich niemand erinnert und die alle bezahlt haben, ohne es zu wissen. Die Zeit wird zeigen, ob das Bluten real ist oder nur ein legislativer Schrecken.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (88 Antworten).

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