Franco machte Spaniens Mieter zu Eigentümern – die PSOE hat es umgekehrt

Die Obra Sindical del Hogar errichtete einen Großteil der Wohnblöcke vor 1980. Wie viele Sozialwohnungen gibt es heute in Spanien und wer baut sie?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Obra Sindical del Hogar war ein Franco-Regime-Institut, das zwischen 1940 und 1977 geförderten Wohnungsbau in Spanien betrieb. Heute ist sozialer Wohnungsbau Ländersache und macht nur einen kleinen Teil des Gesamtbestands aus.

Die Obra Sindical del Hogar war die Einrichtung, die innerhalb der syndikalistischen Struktur des Franco-Regimes zwischen 1940 und 1977 geförderte Wohnungen in Spanien errichtete. Ihre Produktion war relativ gesehen enorm: Ein Großteil der Wohnblöcke in Arbeitervierteln vor 1980 stammte von dort und war mit einer Plakette mit Joch und Pfeilen gekennzeichnet. Diese Plakette wurde vielerorts aufgrund des spanischen Gesetzes zur historischen Erinnerung von 2007 entfernt, das die Beseitigung von Regimesymbolen vorschreibt.

## Vom Mieter zum Eigentümer: Was sich beim geförderten Wohnungsbau änderte

Vor dem Bürgerkrieg war Mieten die vorherrschende Form des Wohnens in spanischen Städten, auch für die Mittelschicht. Der geförderte Wohnungsbau unter Franco und später die Politik der sechziger und siebziger Jahre förderten das Eigentum: Die Wohnanlagen wurden in Raten an die Bewohner verkauft. Diese Wende erklärt, warum Spanien heute eine der höchsten Eigentumsquoten Europas hat, rund **75 %** des Wohnungsbestands laut den neuesten Daten der Banco de España. In den Niederlanden hingegen spielt Mieten noch immer eine viel größere Rolle: Der Eigentumsanteil liegt bei etwa **57 %**.

## Der verbleibende Bestand an Sozialwohnungen und wer sie baut

Der soziale Wohnungsbau ist nicht verschwunden: Er hat sich verändert. Nach der Übertragung der Zuständigkeiten an die Regionen legt jede Autonome Gemeinschaft eigene Anforderungen und Programme fest. Das Problem ist die Menge: Der Bau neuer geförderter Wohnungen liegt seit Jahren weit unter der Nachfrage, und der öffentliche Mietwohnungsbestand Spaniens gehört zu den kleinsten der OECD, unter **2 %** des Gesamtbestands verglichen mit Durchschnittswerten von über **6 %** in der Eurozone. Die staatlichen Wohnbauprogramme folgten einander, ohne das Tempo der sechziger und siebziger Jahre wiederherzustellen.

## Erbschaft, Miete und der kommende Markt

Eine Wohnung zu erben ist in Spanien nach wie vor ein zentraler Weg ins Eigentum: Der Erwerb von Todes wegen unterliegt bei den meisten Erben nicht der Einkommensteuer (IRPF), wohl aber je nach Region der Erbschaftsteuer. Eine geerbte Wohnung zu verkaufen und sich von dem Erlös keine neue kaufen zu können, ist in teuren Gegenden eine reale Situation und treibt Menschen in die Miete. Dort kommt das Angebot ins Spiel: Wird nicht genug gebaut, treibt die Konkurrenz um die wenigen verfügbaren Wohnungen die Preise sowohl beim Kauf als auch bei der Miete nach oben.

## Was an der Erzählung nicht trägt

Die Vorstellung, es gebe einen Plan zur Enteignung von Wohnungen und zur Verwandlung von Eigentümern in Mieter, hat in der geltenden Gesetzlage keine Grundlage: Eine Enteignung erfordert ein öffentliches Interesse und ein geregeltes Verfahren. Die Wohnungspolitik der letzten Regierungen konzentrierte sich auf die Mobilisierung von öffentlichem Bauland und auf das spanische Wohnungsgesetz von **2023**, das die Ausweisung von angespannten Gebieten erlaubt. Das macht niemanden per Dekret zum Mieter, aber es baut auch keine Wohnungen. Und ohne Neubau bezahlt die Debatte darüber, wer 1960 Eigentümer war, die Miete von 2026 nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4 Antworten).

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