Forumsnutzer behauptet, ein Bild für fast 500.000 Euro verkauft zu haben

Ein Autodidakt behauptet, in einem spanischen Forum erzielte Kritzeleien in der Modefarbe für fast 500.000 Euro verkauft zu haben. Das „fast

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forumsnutzer behauptet, ein Bild für fast 500.000 Euro verkauft zu haben
Kritzeleien in der Modefarbe malen und fast eine halbe Million kassieren

Eine Leinwand aus laufenden Tropfen, Raufasertapete-Textur und Krankenhausgaze, die laut ihrem Urheber für 80.000 Euro verkauft wurde. Das war die bisherige Obergrenze. Die neue: fast eine halbe Million für ein modernes Kunstwerk, das laut dem Künstler selbst auch ein Kind malen könnte. Das gestandene Rezept ist so simpel, dass es beleidigt: Wissen, welche Farbe gerade en vogue ist, und ein paar Kritzeleien machen. Ohne Ausbildung, ohne Akademie, ohne Lebenslauf. Die Geschichte, gepostet in einem spanischen Wirtschaftsforum, löste binnen Stunden ein Gemisch aus Spott, Neid und einem sehr konkreten Verdacht aus: Dass dieses Geld nicht Kunst bezahlt, sondern etwas anderes.

Die Zahl schwankt von Anfang an. „Fast 500.000 Euro" lässt einen enormen Spielraum zu, und jemand schreibt es schwarz auf weiß: Dieses „fast" kann alles zwischen 30.000 und 500.000 Euro bedeuten. Der letzte spanische Maler, der 80.000 für ein Bild kassierte, so wird erinnert, starb 1959. Der Kontrast zwischen der Höhe des Einkommens und der Dürftigkeit der Methode ist der ganze Artikel.

Raufaser als Mischtechnik und der Materiallieferant

Das frühere Werk, das den bisherigen Rekord markierte, enthielt laufende Tropfen, Raufaser und Krankenhausgaze für die Textur. Die Anekdote ist amüsant, bis man sich daran erinnert, dass die zeitgenössische Kunst ähnliche Texturen seit Jahrzehnten zu Goldpreisen verkauft. Die Frage, die in der Luft hängt, ist die übliche: Wo verläuft die Grenze zwischen künstlerischer Provokation und gut verpacktem Schwindel?

Der Urheber weicht dem Thema Nachschub nicht aus. Er erklärt, das Material besorge ihm ein Typ, der glaubt, dass Drogen einen eigenen Geist haben, der sie begrüßt und sich von ihnen verabschiedet, als wären sie ganz normale Leute. Er bringt jeden Monat etwas Neues mit, und manchmal ist es besser, gar nicht zu wissen, was man kauft, um nicht süchtig zu werden. Für ihn malte der Autor ein Bild gratis, um Schulden zu begleichen. Ökonomisch gelesen beschreibt das Geständnis eine Wertschöpfungskette, die deutlich weniger glamourös ist als die einer Galerie im vornehmen Madrider Viertel Salamanca.

Wer zahlt eine halbe Million für ein Bild ohne Signatur?

Hier öffnet sich der interessanteste Riss. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass zeitgenössische Kunst zum großen Teil ein Geldwäsche-Mechanismus ist: Man bezahlt für einen bekannten Namen und die Kontakte, die damit einhergehen, nicht für das, was auf der Leinwand ist. Der Fall von Konservendosen, die zu skandalösen Preisen als Kunstwerk verkauft wurden, wird zitiert. Wenn das stimmt, ist das Problem der Geschichte nicht, dass sie gelogen ist: Sie ist ohne Gönner, ohne Galerie und ohne eine Laufbahn, die den Preis trägt, unmöglich.

Der Einwand wird mit anderen Worten wiederholt: Wer ein Bild für 500.000 Euro verkauft, verkündet das nicht in einem Forum, sondern in den Medien. Und die Frage, die den Knoten zerschlägt: Wen kennst du, wer ist dein Gönner? Der Autor antwortet mit Klassenverachtung: Wer nicht pleite ist, zahlt erst und fragt dann, und das sei seine Zielgruppe. Die Antwort ist mehr Pose als Bilanz.

Von „Mal mir das Esszimmer" zum institutionellen Auftrag

Der Rest der Runde macht aus dem Thread einen Flohmarkt. Die einen bitten um Angebote für Ess- und Schlafzimmer, andere bieten ihre Venetianer-Putz-Dienste an, und jemand warnt, mit diesen Preisen sei in diesem Land keine Renovierung möglich. Die Verwechslung von Künstler und Malermeister ist der einfache Witz, aber auch die exakte Metapher: Das Handwerk ist so verschwommen, dass niemand mehr weiß, wofür er eigentlich bezahlt.

Absurde Aufträge tauchen auf, Angebote von Bezahlung in Naturalien, Leute, die versprechen, Bilder mit einem anderen Körperteil zu malen, und Leute, die um das Material bitten, um die Methode nachzuahmen. Und eine Theorie, die an Boden gewinnt: Wenn der Autor nicht in einer bestimmten Partei Mitglied ist, bekommt er den Posten nicht. Die Politik kommt durch die Hintertür herein, wie immer, wenn öffentliches Geld im Spiel ist.

Das Urteil der Runde: fast einstimmig durchgefallen

Die Noten für die Geschichte reichen von 0 bis 3 von 10. Man fordert hochwertigeres Trollen. Einer kündigt an, er warte, bis es bei Netflix läuft. Jemand bittet darum, mit dem einen oder anderen Bild verwöhnt zu werden, denn im Forum geht brutal viel Talent verloren. Und der schärfste Hieb handelt gar nicht von Kunst: Wenn man aus dem Internet geht, bleibt die eigene Welt doch dieselbe.

Das Detail, das alles durcheinanderbringt, ist nicht die Zahl. Es ist die Tatsache, dass in einem Land, in dem der letzte Maler, der 80.000 Euro für ein Bild kassierte, 1959 starb, jemand einen Weg gefunden hat, für fast eine halbe Million Kritzeleien zu verkaufen – und die nationale Diskussion sich weiterhin darum dreht, ob die Modefarbe die richtige ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (63 Antworten).

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