Forum-Nutzer: Vorzeitige Wahlen retteten VOX vor dem Aus

Ein Nutzer argumentiert, dass ohne die vorgezogenen Neuwahlen in Spanien VOX durch die starke Position der PP und fehlende Koalitionsmöglichkeiten verschwunden wäre.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forum-Nutzer behauptet: Die vorgezogene Wahl gab VOX Luft, als interne Umfragen das Ende prophezeiten

Die Kommunal- und Regionalwahlen vom 28. Mai ließen die PSOE schwer angeschlagen zurück, während die PP in den Umfragen stark zulegte, so die Analyse eines Teilnehmers. Hätte Pedro Sánchez die Legislaturperiode beendet, wären die Parlamentswahlen laut seiner Berechnung erst am 5. Oktober 2023 stattgefunden – mehr als fünf Monate nach dem Debakel auf kommunaler und regionaler Ebene. In diesem Szenario hätten interne Umfragen beider Parteien der PP zwischen 165 und 180 Sitze zugesprochen und die PSOE unter die Marke von 100 Sitzen gedrückt. Mit diesen Zahlen, so die These, hätte Alberto Núñez Feijóo VOX weder für die Regierungsbildung noch für eine Mehrheit benötigt.

Die Argumentation dieses Nutzers widerspricht der erfolgreichen Darstellung: Die vorgezogene Wahl war kein strategischer Meisterzug Sánchez', sondern ein Schadensbegrenzung, erzwungen durch seine eigene Partei. Jeder weitere Tag hätte der PP Stimmen und Sitze gebracht. Wenn es nach der PSOE gegangen wäre, hätte sie die Parlamentswahlen bereits am 29. Mai abgehalten, direkt nach dem Desaster.

Warum dieser Nutzer glaubt, dass VOX nur dank des Wahlkalenders überlebt

Das Kernargument lautet, dass VOX sich nur durch den Zeitpunkt der Wahl gerettet hat. Bei einer Wahl im Oktober, mit einer PP nahe oder bei der absoluten Mehrheit, hätte Feijóo Abkommen mit kleineren nationalistischen Parteien gegen geringe haushaltspolitische Zugeständnisse schließen können. Ohne VOX im Parlament hätte die Partei von Santiago Abascal keine relevanten Machtpositionen auf Landes- oder Kommunalebene erhalten, keine Posten an ihre Kader verteilen können und wäre von einer zerstreuten Wählerschaft betroffen gewesen. Die Prognose dieses Nutzers ist eindeutig: schneller Verfall und Verschwinden vor den nächsten allgemeinen Wahlen.

Dieselbe Person vergleicht die Situation mit der der PCE (Kommunistische Partei Spaniens) unter Carrillo und Anguita. Diese Partei erreichte in drei allgemeinen Wahlen 10 % der Stimmen und übertraf bei den ersten Kommunalwahlen 12 %, mit Anguita als Bürgermeister von Córdoba. Sie konnte jedoch nicht aus der Stagnation herausbrechen. Ciudadanos erlebte einen ähnlichen Prozess und wurde entweder absorbiert oder verschwand. Die Schlussfolgerung ist, dass VOX denselben Weg geht und die vorgezogene Wahl ihr nur etwas Sauerstoff zum Überleben gegeben hat.

Gegenargument: VOX wächst bei jeder Wahl

Widerspruch kommt von anderen Nutzern des Threads. Es wird argumentiert, dass VOX bei jeder Wahl, an der sie teilgenommen hat, zugelegt hat – außer in Madrid – und dass ihre Wähler treu, informiert und intelligent sind. Das Konzept der "pragmatischen Stimme" (voto útil), das PP und PSOE beschwören, funktioniere bei ihnen nicht. Die Daten zeigen, dass VOX 2019 52 Sitze gewann und bei den folgenden Parlamentswahlen nicht sinken, sondern weiter wachsen würde, mit Schätzungen zwischen 60 und 70 Sitzen.

Ein weiteres Argument betrifft den Zeitplan: Zwei aufeinanderfolgende Wahlzyklen seien ein Schlag für die Finanzen von VOX, was PP und PSOE nicht spüren, da sie seit Jahrzehnten von fremder Arbeit leben, so dieser Nutzer. Zudem fließe bei den Kommunal- und Regionalergebnissen der PP viel Stimme, die bei Parlamentswahlen zu VOX gehen würde. Die Rechte sei jetzt dran, und VOX hätte bessere Chancen gehabt, wenn Feijóo mehr Zeit gehabt hätte, um sich zu profilieren.

Sánchez' Erosion und Feijóos Kalkül

Das Szenario zeigt einen Sánchez, der von seinen eigenen Leuten zu Neuwahlen gedrängt wurde, um den Aderlass zu stoppen. Die aktuelle Niederlage und die vorhersehbare zukünftige Katastrophe hätten den Zug erzwungen. In diesem Kontext ging die PP mit Erwartungen einer absoluten Mehrheit oder sehr nah daran in die Wahl, und Feijóo hätte VOX nicht zur Regierbarkeit gebraucht.

Die Diskussion dreht sich um Feijóos Rolle als Treiber der Erosion. Ihm wird vorgeworfen, bereit gewesen zu sein, die PSOE zu unterstützen, und in den Wochen zuvor Fehler gemacht zu haben, was die PP im Dezember in Schwierigkeiten gebracht hätte. Die wiederholte Schlussfolgerung dieses Nutzers ist, dass die vorgezogene Wahl ein Rettungsanker für VOX war und die Partei ohne sie heute näher am Verschwinden als an der Konsolidierung wäre.

Was passiert, wenn VOX verschwindet und die PP ihren Krückstock nicht braucht?

Die zentrale Frage ist, was geschieht, wenn der "Krückstock" (die Unterstützung durch VOX) nicht mehr nötig ist. Wenn die PP die absolute Mehrheit erreicht oder mit Nationalisten paktiert, verliert VOX ihren Einfluss und ihre Machtstruktur. Ihre Kader hätten nichts zu verteilen und ihre Wählerbasis würde sich auflösen. Die häufigste Prognose dieses Nutzers ist ein Verschwinden vor den nächsten allgemeinen Wahlen, ähnlich wie bei Ciudadanos.

Es bleibt die Ungewissheit, ob die VOX-Wähler der pragmatischen Stimme widerstehen werden oder ob ihre Loyalität sie weiter wachsen lässt. Die Daten von 2019 und die Schätzungen von 60 bis 70 Sitzen deuten laut anderer Nutzer auf Letzteres hin. Interne Umfragen, die laut dieser Analyse PP und PSOE hatten, deuteten auf Ersteres hin. Niemand hat die endgültige Antwort.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (160 Antworten).

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