El País verteidigt Einwanderung als Teil Spaniens

El País verteidigt die Einwanderung als Teil Spaniens und nennt Rassismus als Bedrohung. Das Forum reagiert mit Daten, Beleidigungen und Warnungen vor Pull-Faktoren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

El País verteidigt Einwanderung als Teil Spaniens
El País verteidigt Einwanderung als Teil Spaniens

Das Editorial der Tageszeitung El País vom 18. August 2024 behauptet, dass Spanien ohne seine Bevölkerung ausländischer Herkunft nicht mehr zu verstehen sei, und benennt Rassismus als die eigentliche Gefahr. Der Text erscheint in einer Zeit stark steigender irregulärer Ankünfte: 31.155 Personen bis zum 15. August, ein Anstieg von 66 % gegenüber 2023, wobei die Kanaren-Route um 126 % explodierte. Der Text fordert das Management des Phänomens statt magischer Lösungen an und kritisiert Diskurse, die Einwanderung ohne Daten mit Kriminalität verknüpfen. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten: von direkten Beleidigungen über demografische Analysen bis hin zu Forderungen nach einem Verbot von NGOs und Warnungen, dass dies nicht rückgängig gemacht werden kann.

Was genau sagt das Editorial von El País?

Der Artikel beginnt mit offiziellen Zahlen: Spanien ist nach Griechenland das zweite Land in der EU mit dem stärksten Wachstum der irregulären Migration in diesem Jahr. Die Kanaren-Route verzeichnet den größten Anstieg mit über 13.000 Ankünften allein im ersten Halbjahr von den Küsten Mauretaniens. Erstmals sind Malier die häufigste Nationalität unter den irregulär Ankommenden, was die Zeitung als Beweis dafür interpretiert, dass die Kriege in der Sahelzone Tausende Menschen vertreiben.

Das Editorial beschränkt sich nicht nur auf Daten. Es prangert an, dass die Kanarischen Inseln seit zehn Monaten kollabierte Aufnahmedienste für Minderjährige haben – fast 6.000 Unterbringungen, dreimal ihre Kapazität – und dass Ceuta gerade staatliche Hilfe für 416 Minderjährige angefordert hat, obwohl sein Maximum bei 130 liegt. Es kritisiert die Weigerung von PP, Vox und Junts, das Ausländergesetz (Ley de Extranjería) zu reformieren, um eine verpflichtende Verteilung festzulegen. Und es schließt ab: Irreguläre Migration ist im Vergleich zur legalen minimal, und ohne Ausländer würde die spanische Wirtschaft zusammenbrechen.

Die Zahlen, die die These der Zeitung stützen

El País verwendet Daten des INE (Nationales Statistikinstitut) und der Banco de España. Von den 48,8 Millionen Einwohnern sind 8,7 Millionen (17,8 %) im Ausland geboren. Fast eines von vier Kindern, die in Spanien geboren wurden (22,3 %), hat mindestens einen ausländischen Elternteil. Im ersten Halbjahr 2024 wurden vier von zehn neuen Arbeitsplätzen von Ausländern besetzt, die nun 13,6 % der Beschäftigten ausmachen. Ihre Erwerbsquote von 78 % ist eine der höchsten in der EU.

Mit diesen Grundlagen kommt das Editorial zu dem Schluss, dass die Vielfalt weiter zunehmen wird und weder eine Bedrohung noch eine Untergrabung des sozialen Zusammenhalts darstellt. Angst, Hass und Rassismus tun dies. Der letzte Satz ist ein Stich: „Du wirst es nicht stoppen können, wir lassen dich nicht. Vergiss das Spanien, das du kanntest“, hinzugefügt vom Benutzer, der den Text im Forum teilte, nicht von der Zeitung.

Die Reaktion: von Beleidigung bis demografische Analyse

Die Antwort im Forum war ein Katalog von Positionen. Manche bezeichnen das Editorial als Pamphlet und fordern Schnellverfahren gegen Journalisten. Andere, wie der Benutzer, der sich als el segador bezeichnet, wenden die Logik des Pull-Effekts an: „Je mehr ihr aufnehmt, desto mehr werden kommen, das ist grundlegende Logik.“ Der Vorwurf des bezahlten Verrats zieht sich durch mehrere Nachrichten, mit Bezug auf die Subventionen, die die PRISA-Gruppe erhält.

Nicht alles ist Rhetorik. Ein Teilnehmer liefert revidierte Zahlen zum 1. Januar 2024: Bevölkerung mit spanischer Staatsangehörigkeit, 42.101.407; in Spanien Geborene, 39.817.696. Ein anderer erinnert daran, dass Spanien trotz geringerer Bevölkerung ähnliche Migrationszahlen wie das Vereinigte Königreich teilt: 1.200.000 Ankünfte und 500.000 Abgänge im Jahr 2022. Ein Dritter weist darauf hin, dass der Netto-Migrationsüberschuss sich 2022 auf 727.005 Personen beschleunigte, von denen mehr als 544.000 in der zweiten Jahreshälfte ankamen.

Das wirtschaftliche Argument: Talent oder billige Arbeitskräfte?

Die wirtschaftliche Verteidigung des Editorials – dass die Wirtschaft ohne Einwanderer zusammenbrechen würde – wird hart angegriffen. Eine Nachricht fasst den Einwand zusammen: „Es wird weiterhin Talent bringen, heißt es im Artikel. Ich weiß nicht, woher sie diese Schlussfolgerung ziehen, eher kommen Leute ohne jegliche Qualifikation, geeignet für primäre Arbeiten.“ Ein anderer fügt hinzu, dass das Regime so die Kosten für Arbeitskräfte senke, mit Gewinnen für Unternehmer und Beamte.

Die Banco de España und das INE sind die Quellen, die die Zeitung zitiert, um das Gegenteil zu belegen: die Erwerbsquote von 78 % und der Anteil ausländischer Beschäftigung von 13,6 %. Diejenigen, die das Editorial widerlegen, bestreiten nicht diese Zahlen, sondern deren Interpretation: Für manche ist der Beitrag unerlässlich; für andere ist er ein Druck auf Löhne und öffentliche Dienstleistungen.

Unbegleitete Minderjährige: der heißeste Punkt

Das Editorial widmet einen Absatz den unbegleiteten Minderjährigen, und hier spaltet sich das Forum. Manche verlangen ihre Rückführung zu ihren Familien und bezeichnen das Behalten als staatliche Entführung. Andere verteidigen, dass die Kanarischen Inseln und Ceuta überlastet sind und die interterritoriale Solidarität obligatorisch ist. Die Reform des Ausländergesetzes, die El País fordert – ein festes Verteilungssystem – wird laut der Zeitung selbst von PP, Vox und Junts abgelehnt.

Die Diskussion driftet zu den NGOs. Eine Nachricht verlangt ihr Verbot wegen Zusammenarbeit mit Mafiaorganisationen: „Illegale an Orten aufzunehmen, die mit Mafias vereinbart sind, IST KEINE RETTUNG SCHIFFBRÜCHIGER.“ Ein anderer spricht in derselben Linie von Gesetzesumgehung und Kontakten zu Schleppern. Keine dieser Anschuldigungen wird durch Daten im Material gestützt, aber sie prägen den Ton eines Teils der Debatte.

Der Kulturkampf: Rassismus gegen Pull-Effekt

Das Editorial endet mit einer eindeutigen Aussage: „Angst, Hass und Rassismus“ untergraben den Zusammenhalt. Im Forum wird dieser Satz wie ein Bumerang zurückgeworfen. Mehrere Nachrichten behaupten, dass der echte Rassismus von den Ankommenden stammt, nicht von den Empfangenden. Andere warnen, dass das Wort rassistisch durch übermäßigen Gebrauch ausgehöhlt werde, genau wie „Fascho“ oder Rechtsaußen.

Die Diskussion ist eingebettet in einen europäischen Kontext, den die Zeitung selbst erwähnt: Die Niederlande werden den Notstand in der Migration erklären und den freiwilligen Ausschluss aus der gemeinsamen Politik beantragen, gemäß einem Tweet, der im Forum wiedergegeben wurde. Das Editorial erinnert daran, dass Immigration Wahlen im Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien und den Niederlanden beeinflusst hat. Niemand hat die globale Antwort, gibt El País zu. Und genau dort geht die Uneinigkeit weiter.



Ist Rassismus die Hauptbedrohung oder der fehlende Grenzschutz? Das Editorial ist sich sicher; die Straße weniger.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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