Rom: Die Serie, die vom Kultobjekt zum Flop veraltete
Es besteht Konsens darüber, dass Fernseh-Fiktion über die Antike von einem Budget lebt, das selten ausreicht. Aber es gibt eine unangenehmere Paradoxie: Die Serie, die jahrelang als die große Produktion über die Römische Republik verkauft wurde, wird heute von einem Teil des Publikums wegen schwacher Drehbücher, übertriebener Darstellungen und einer Fotografie kritisiert, die von Gladiator – obwohl älter – in den Schatten gestellt wird. Die Diskussion ist nicht neu, aber der Ton der Abrechnung schon.
Der Ausgangspunkt des Unmuts ist die Besetzung. Ein Julius Caesar, der statt Massen mit denkwürdigen Reden zu mobilisieren, als verbitterter Greis erscheint, der kaum den Mund aufmacht. Ein Antonius, der laut dieser Lesart die ganze Serie über kichert wie ein Verrückter. Ein Octavian, dargestellt als dummes Kind, das zu Hause gedemütigt wird. Und eine Mutter als übertrieben gespielte Furie. Die Diagnose ist hart: Figuren aus einem billigen Videospiel, nicht aus der Geschichte.
Das Problem sind nicht die Schauspieler, sondern das Drehbuch
Die häufigste Kritik richtet sich gegen das Skript, nicht gegen die Darsteller. Egal ob das historische Material Tragödie und Epik bietet: Was auf dem Bildschirm ankommt, sind laut dieser Strömung Theater-Auftrittchen am Ende eines Schuljahres. Zudem sind die beiden Hauptfiguren keine großen Namen, sondern zwei untergeordnete Militärs: einer als dumm und Hurensohn dargestellt, der andere als schlau, aber sens, der vermeintliche Witze wiederholt, um zu zeigen, wie böse Männer sind. Ein Stilmittel, das heute missfällt.
Dagegen steht die klassische Verteidigung: Die Serie trifft ins Schwarze, indem sie das alltägliche Rom zeigt, die Slums, Hühner auf der Straße und streitsüchtige Leute, statt einer Parade roter Tuniken und federbekrönter Helme. Für diese Fraktion liegt der Reiz gerade darin, die großen Figuren vom Sockel zu holen. Das Problem ist, dass diese Tugend für Kritiker den Mangel an Emotion und Größe nicht ausgleicht.
Warum heißt es, Rom sei schlecht gealtert?
Weil die Zeit ihre technischen Schwächen offengelegt hat. Der Vergleich mit Gladiator ist allgegenwärtig: Ein älterer Film behält bessere Fotografie, Effekte und Musik. In der Serie zeigt sich das Budget im fast vollständigen Fehlen von Schlachten. Nach einer gut charakterisierten Kampfszene kommt keine weitere mehr: weder Pharsalos, noch Actium, noch die erwartete Belagerung. Die kursierende Erklärung lautet, dass das Geld ausging und die letzten drei Kapitel zusammenfassten, was für zwei Staffeln geplant war.
Dieser Mangel an Mitteln erklärt jedoch nicht alles. Manche behaupten, der Grundfehler liege im Urteil: Man habe eine Produktion mit historischem Willen, aber ohne Überzeugung gemacht, und das Ergebnis schwanke zwischen Dokumentation und Seifenoper. Die Szene der Ermordung Caesars rettet sich; der Rest hinterlässt laut dieser Lesart keinen bleibenden Eindruck.
Die Schlacht, die nie gefilmt wurde
Das Fehlen von Pharsalos schmerzt besonders, weil es eine jener seltenen Schlachten ist. Caesar, zahlenmäßig unterlegen, versteckte Infanterie hinter seiner Kavallerie, um Pompeius' Reiter abzusitzen, wenn diese seine verfolgten. Der kombinierte Effekt, ihre Reiter zurückweichen und ihre Flanke bedroht zu sehen, brach die Sarracena des Feindes. Ein vorher geplanter Zug, fast wie eine Schachfalle. Die Serie löste die Sache stattdessen durch Dialog.
Der Kontrast zu dem, was hätte sein können, ist der Hauptvorwurf. Punische Kriege, Perserkriege, Feldzüge des Scipio: Jede Episode der Antike würde für eine Produktion über Reisen, Schlachten, Invasionen und Verrat reichen. Die zugrunde liegende Klage ist nicht nur ästhetisch, sondern industriell: Europa hat keine großen eigenen Produktionsfirmen, die diese Themen erstklassig behandeln, und lässt die Geschichte anderswo zerhacken.
Was funktioniert und was nicht
Nicht alles ist Abrissbirne. Manche verteidigen, dass die Charakterisierung des Brutus, voller Widersprüche vor den Iden des März, oder der Pompeius der Serie besser funktionieren als in jeder anderen Produktion. Auch das materielle Detail wird gelobt: Zenturionen mit querstehendem Kamm, Legionäre mit Kettenhemd, Häuser ohne Außenfenster. Fehler gibt es, etwa einen Cato, der mit sechzig dargestellt wird, obwohl er sich mit achtundvierzig selbst tötete.
Für den kritischen Sektor bleibt die Bilanz negativ. Und die Frage steht offen: Wenn die antike Geschichte so viel hergibt, warum ist es so schwer, sie zu filmen, ohne dass es wie ein Marionettentheater wirkt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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