Weder Diktatur noch Demokratie: Das Unbehagen ohne System
Ein Brand direkt an der Grenze zur Nachbarprovinz. Die Feuerwehrleute schauen dem Rauch über die Linie zu. Sie dürfen nicht hinüberfahren. Dieses Beispiel leitet eine Überlegung ein, die 154 Antworten gesammelt hat: Die Struktur des spanischen Staates ist unregierbar geworden. Vielleicht sollte man jemanden mit hoher Qualifikation auswählen, ihm fast absolute Macht geben und ihn 30 Jahre lang arbeiten lassen, um Renten, Immigration, Kriminalität und die territoriale Aufteilung zu regeln. Der Vorschlag sei keine klassische Diktatur, betont der Urheber: Es geht um einen Technokraten mit langem Mandat und Verantwortung für seine Entscheidungen.
Was genau vorgeschlagen wird
Der Ausgangspunkt ist eine düstere Bilanz der letzten Jahrzehnte: Seit der Einführung der Demokratie sei das Land rückläufig gewesen, wobei nur die ersten Jahre durch Trägheit gerettet wurden. Als Vergleich dient die Schweiz: Eine Abstimmung über längeren Urlaub wurde abgelehnt, weil die Wähler erkannten, dass dies höhere Steuern bedeuten würde. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Demokratien sind weder gut noch schlecht per Definition, sie hängen davon ab, wer wählt.
Daraus entsteht der konkrete Vorschlag. Keine eiserne Diktatur, sondern ein Auswahlmechanismus nach Kompetenz: Jemanden sehr Gut ausgebildetes wählen, ihn von einem technischen Team umgeben lassen, ihm einen Horizont von drei Jahrzehnten geben und ihn für seine Entscheidungen haftbar machen. Als unlösbar im aktuellen System genannte Probleme sind die Renten, die Immigration, die Kriminalität, Marokko und die Neuordnung des Staates.
Die Mehrheit der Antworten: Dies ist keine Demokratie mehr
Viele Antworten diskutieren nicht den Vorschlag, sondern die Diagnose. Es wird argumentiert, dass das aktuelle System keine Demokratie, sondern eine Partitokratie (Herrschaft der Parteien) sei, eine neue Form der Diktatur mit mehr Teilnehmern am Tisch und daher höheren Kosten. Das ergänzende ökonomische Argument lautet, dass in einem halben Jahrhundert die Jahre, in denen die Staatseinnahmen die Ausgaben überstiegen, an einer Hand abzählbar seien.
Eine Strömung geht weiter: Die repräsentative Demokratie sei klar definiert, ihre Voraussetzungen würden in Spanien jedoch nicht erfüllt. Andere behaupten, das aktuelle System sei bereits eine Diktatur, mit dem Unterschied, dass man keinen Witz erzählen oder ein Mädchen ansehen kann, und die einzige verbleibende Freiheit bestehe darin, Steuern zu zahlen. Der Satz, der diese Haltung zusammenfasst: Eine Diktatur haben wir schon fast, aber eine andere Art.
Das historische Argument: Rom, Franco und gesellschaftliche Unterstützung
Angesichts der automatischen Gleichsetzung von Diktatur und Übel greift man auf die Geschichte zurück. Es wird daran erinnert, dass das antike Rom nicht-demokratische Regierungsformen hatte und funktionierte, während die athenische Demokratie direkt war, mit Losverfahren für Ämter, obligatorischer Rotation und Ostrakismus für jene, die zu viel Macht ansammelten. Dieser Vergleich dient dazu, zu behaupten, dass das Wort „Demokratie“ heute als leeres Etikett verwendet wird.
Eine andere Analyse-Linie besagt, dass es nicht so große Unterschiede zwischen Regimen gibt: Ein Diktator ist nicht aus sich heraus allmächtig; wenn er herrschte, geschah dies, weil Millionen Menschen ihn unterstützten. Unter diesem Blickwinkel wären Diktatur und Demokratie dasselbe mit unterschiedlicher Verpackung. Der entgegengebrachte Einwand ist der altbekannte: Wenn der ankommende Diktator nicht dem Geschmack derer entspricht, die ihn fordern, verdampft der Enthusiasmus.
Frontale Ablehnung und Diskreditierung
Nicht alles ist Nuance. Ein Teil der Antworten lehnt den Vorschlag hart ab, erinnert daran, dass eine Diktatur Macht durch Gewalt konzentriert, und rät demjenigen, der dies ausprobieren möchte, nach Nordkorea auszuwandern. Eine andere Strömung sieht das Phänomen klassenkämpferisch: Diktaturen seien die Antwort des Kapitals, wenn die Massen verarmen, und als Beispiel diene ein autonomes Verwaltungsmodell, das ins Extreme getrieben wurde.
Der Ton des Austauschs verschlechtert sich zunehmend. Es gibt gegenseitige Beleidigungen, Anspielungen auf die Mütter der Gesprächspartner und persönliche Diffamierungen. Die Diskussion sinkt gerade dann auf ein niedriges Niveau, wenn es um die wesentlichen Punkte geht.
Was mit Wirtschaft und Diensten passiert
Der Bereich, in dem sich die Unzufriedenheit am meisten konkretisiert, ist die Effizienz des öffentlichen Sektors. Genannt werden die Ineffizienz der Dienste, der Absentismus im öffentlichen Dienst, die Kontrolllosigkeit der Ausgaben, die Bestechlichkeit bei öffentlichen Bauvorhaben, von der nur ein Bruchteil bekannt ist, und illogische Entscheidungen, die getroffen werden, um eine Wählerschicht zufrieden zu stellen.
Auch der Wahlkalender wird diskutiert. Es wird argumentiert, dass ein Land nicht im permanenten Wahlkampf leben kann, mit zu häufigen und sterilen Wahlen, da nichts Wesentliches dem Zufall der Urnen überlassen wird und alles unter Berücksichtigung der Umfragen entschieden wird. Das Ergebnis, so heißt es, ist, dass niemand gewinnt: Der andere verliert.
Das Ende: Der verwirrende Fakt
Unter den meistgewählten Antworten taucht eine Idee auf, die in kein Lager passt: Das Problem ist nicht das Regierungssystem, sondern die sarracena Integrität der Politiker. Ein einzelner Politiker mit bestimmten Werten wäre besser als hundert, unter denen es leichter ist, dass faule Äpfel das Ganze verderben. Und dann ist da der Fakt, der irritiert: Manche reagieren auf die Aussicht eines Regimewechsels damit, dass es ihnen egal sei, sie hätten noch fünfzehn oder zwanzig Jahre Zeit und keine Kinder. Mögen sie tun, was sie wollen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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