Foro-Nutzer: „90 Milliarden gerettet, die niemand zurückgezahlt hat“

In einem Forum wird die 90-Milliarden-Rettung der spanischen Sareb diskutiert, dazu staatliche Bürgschaften und die Verteilung des Immobilien-Schadens der Sparkassen und der Banco Popular.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Foro-Nutzer: „90 Milliarden gerettet, die niemand zurückgezahlt hat“
Bankenrettung: 90 Milliarden und der Teppich, unter den der Schmutz gekehrt wurde

Spanien stützte sein Finanzsystem mit öffentlichem Geld, und die Zahl, die derzeit diskutiert wird, ist rund und schwer zu schlucken: 90 Milliarden Euro, die einer Bank gerettet wurden und die nie zurückgezahlt wurden, so behauptet es einer der Teilnehmer der Debatte. Der Ursprung war kein Pech. Während der Blase wurden fünf Millionen Wohnungen gebaut, von denen nur die Hälfte verkauft wurde; in einem einzigen Jahr wurde hier mehr gebaut als in Frankreich, Deutschland und Großbritannien zusammen, so die Zahlen, die im Thread zitiert werden. Als die Musik aufhörte, musste jemand mit dem Rest bleiben. Und da beginnt die Meinungsverschiedenheit.

Was war die Sareb und warum werden ihr 90 Milliarden zugeschrieben?

Die öffentliche Bad Bank entstand auf Grundlage des Gesetzes 9/2012 (spanisches Restrukturierungsgesetz für den Bankensektor), um die toxischen Immobilienaktiva der zwangsweise sanierten Institute zu übernehmen. Nicht alle kamen hinein. Die Transfergruppen beschränkten sich einerseits auf BFA-Bankia, Catalunya Banc, Novagalicia Banco, Banco Gallego und Banco de Valencia, andererseits auf BMN, Liberbank, Banco Caja3 und Banco Ceiss, so die Listen, die in der Debatte zitiert werden. Weder die Santander noch die BBVA übertrugen Vermögenswerte an die Gesellschaft, so dieselbe Darstellung.

Die härteste Version besagt, dass der Staat Vermögenswerte im Wert von 150.000 Millionen Euro kaufte und sie unter Preis an Heuschrecken-Fonds weiterverkaufte, mit jährlichen Verlusten von 5.000 Millionen, die durch öffentliche Kapitalerhöhungen übertüncht werden. Die gegenteilige Lesart ist, dass die Sareb eine Organisation mit Tausenden von Gehältern und Aufträgen ist — ein chiringuito (Feigenblatt-Postenschaffung), wie es im Jargon heißt —, aber dass sie dadurch nicht zur Bankenrettung wird. Beides wird mit derselben Sicherheit behauptet.

Die Sparkassen waren nicht öffentlich: der politische Ursprung des Lochs

Das Argument, dass das Loch die Privatbanken aufgerissen hätten, prallt auf ein unbequemes Datum, das in der Debatte zitiert wird: 1985. In diesem Jahr, so diese Version, brachte die Rechtsvorschrift Politiker und Gewerkschafter in die Verwaltungsräte der Sparkassen. 1990 verteilte die Caja Madrid die Sitze zwischen sechs Vertretern der PSOE, vier der IU, vier der PP und zwei der CDS, so die Zahlen, die im Thread zitiert werden. Die Sparkassen betrieben soziale Arbeit, um keine Steuern zu zahlen, und ihre Rechtsform war privat — ihre Beschäftigten waren nie Beamte —, aber wer Befehle gab, war derjenige, der die Posten verteilte.

Daraus ergibt sich die These, dass die Rettung vor allem dazu diente, die Blößen der Parteien zu verdecken. Das Gegenargument bestreitet die Zahl nicht: Es erinnert daran, dass die Operation den Privatbanken sehr gelegen kam und dass der Perimeter der Sareb so gestaltet wurde, dass die gesunden Institute nicht mithelfen mussten. Im Austausch wird beiläufig und ohne Vertiefung nach dem beruflichen Werdegang des Ministerpräsidenten vor seinem Sprung in die Politik gefragt.

Die Popular und der symbolische Euro: wer wirklich bezahlt hat

Die Banco Popular wurde für einen Euro verkauft. Die Operation wurde als Verkauf zwischen Privaten dargestellt und wird als verdeckte Rettung in Erinnerung behalten: Die Santander übernahm das Institut, während dahinter eine Schutzstruktur aus öffentlichen Fonds stand. Die wahren Kosten hängen davon ab, wen man fragt.

Die Rechnung, die für den Käufer am günstigsten ausfällt, summiert 12.000 Millionen an ausgefallenen Krediten plus 7.000 Millionen an Kapitalerhöhung, insgesamt 19.000 Millionen, und kommt zu dem Schluss, dass der Staat keinen Cent beigesteuert hat. Die andere Version betont, dass ohne dieses öffentliche Sicherheitsnetz der Kauf undenkbar gewesen wäre. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau das ist das Problem.

Privatschulden bei 270% und Staatsschulden bei 100%: die Umschichtung

2008 sah das Bild so aus, so die Zahlen eines der Teilnehmer: Privatschulden von Unternehmen und Haushalten bei 270% des BIP gegenüber öffentlichen Schulden von 39,9%. Nach der Rettung hätte sich die Verteilung umgekehrt. 2020 waren die privaten auf 150% gesunken und die öffentlichen auf 100% gestiegen. Der öffentliche Sektor diente als Puffer für ein Ungleichgewicht, das in privaten Bilanzen entstanden war.

Das Gerüst war lang. Der Staat schuf 2008 den Fondo para la Adquisición de Activos Financieros (Fonds für den Ankauf von Finanzaktiva), ausgestattet mit 30.000 Millionen, erweiterbar auf 50.000, und öffnete Bürgschaften für Bankemissionen mit bis zu 100.000 Millionen autorisiertem Volumen, so die zitierten Zahlen. Die EZB stellte die Liquidität. Alles begann, so die meistgelesene Lesart, mit Lehman Brothers und den Schrottpfandbriefen, die in AAA-Produkte verpackt waren. Die alternative Lesart zeigt auf etwas Früheres: auf billigen Kredit und auf Bauland, das per Dekret umgewidmet wurde.

Was danach blieb: 25.000 Zwangsräumungen pro Jahr

Den sozialen Teil der Rechnung zahlt keine Bilanz. Ein Forumsnutzer zählt rund 25.000 Zwangsräumungen pro Jahr, eine Zahl, die seit den schlimmsten Krisenjahren bestehen bleiben würde und sich durch die normativen Änderungen kaum verändert hätte. Der kumulierte Immobilien-Schaden, rund 250.000 Millionen nach der Schätzung, die in der Debatte kursiert, wurde sozialisiert, während Wohnraum sich weiter dem Zugriff dessen entzog, der ihn verloren hatte.

Die Zusammenfassung der kritischsten Stimmen ist einfach: Die Institute wurden gerettet, die Mieter fielen durch das Rost. Wer den institutionellen Entwurf verteidigt, antwortet, dass ohne diese Intervention das Zahlungssystem zusammengebrochen wäre und der Schaden viel größer gewesen wäre. Keine der beiden Versionen erklärt, warum sich das Bauland vervielfachte, während der Kredit verschenkt wurde.

Seit der Intervention sind Jahre vergangen, und es gibt immer noch keine einheitliche Version. Man weiß, wie viel hineingesteckt wurde. Man weiß nicht, wer es zurückgezahlt hat. Glaubt jemand, dass diesmal das Ende anders sein wird?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (87 Antworten).

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