Flugzeugträger im 21. Jahrhundert: Mobile Basis oder leichtes Ziel?

Ein Nutzer berechnet, dass ein F-35 den Träger auf 500 km Küstennähe bringt, während Hyperschallraketen 1.000 km Reichweite haben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Flugzeugträger im 21. Jahrhundert: Mobile Basis oder leichtes Ziel?
Der Flugzeugträger: Mobile Basis oder leichtes Ziel im 21. Jahrhundert?

Ein Forum-Nutzer stellt die These auf, dass eine F-35 eine Reichweite von etwa 1.000 Kilometern hat. Um ein Landziel anzugreifen, muss sich der tragende Flugzeugträger bis auf etwa 500 Kilometer der Küste nähern. Hier entsteht das Problem: Nach derselben Berechnung hat jede moderne Hyperschallrakete eine Reichweite von 1.000 Kilometern. Die Rechnung ist unbequem. Wenn das Flaggschiff in die Reichweite der feindlichen Waffe eindringen muss, damit seine Flugzeuge das Ziel erreichen, was bleibt dann vom Flugzeugträger als Symbol militärischer Macht? Der Ansatz, vorgelegt mit dieser Zahl, eröffnet eine Diskussion, die weit über die reine Distanzberechnung hinausgeht.

Ist es leicht, einen Flugzeugträger mit Hyperschallraketen zu versenken?

Die kurze Antwort lautet nein, und die lange hängt davon ab, wen man fragt. Ein Flugzeugträger fährt nicht allein: Er wird von Zerstörern, Fregatten, U-Booten und Frühwarnflugzeugen eskortiert. Das nennt man eine Carrier Strike Group (Trägerkampfgruppe). Wer ihn von außen als großes, langsames Schiff sieht, vergisst, dass sich um ihn herum eine Verteidigungsblase von hunderten Kilometern befindet.

Das am häufigsten wiederholte Argument gegen die Hyperschallrakete ist physikalischer Natur. Eine ballistische Rakete erreicht hypersonische Geschwindigkeit, aber ihre Flugbahn ist vorhersehbar. Was man wirklich als hypersonisch bezeichnet — Marschflugkörper oder Gleiter — kann manövrieren, was sie schwerer abfangbar macht. Das Problem ist die Größe. Eine Rakete, die in einen vertikalen Startbehälter eines Schiffs passt, hat zwangsläufig eine geringe Reichweite. Um einen Flugzeugträger mit dieser Art von Waffe zu treffen, muss man sich auf etwa 200 Meilen nähern. Und bevor diese Entfernung erreicht ist, hätte der Träger selbst den Abschussort mit seinen Flugzeugen bereits zerstört. Es ist ein Spiel der Reichweiten, keine Frage der Wunder-Technologie.

Mobilität als Verteidigung: Die Rechnung, die den Angriff widerlegt

Es gibt ein Argument, das oft übersehen wird: Ein bewegliches Ziel ist viel schwieriger zu treffen als ein festes. Wenn eine Rakete sechs Minuten braucht, um ihr Ziel zu erreichen, und das Objekt sich mit einem Kilometer pro Minute bewegt, verwandelt sich die Fehlermarge in einen Kreis mit etwa fünf Kilometern Radius. Das sind rund 80 Quadratkilometer Unsicherheit. Es ist nicht unmöglich zu treffen, aber es ist kein einfaches Scheibenschießen mehr.

Dazu kommt die Unterwasserabwehr. Wasserdrohnen sind eine reale Bedrohung, aber um effektiv zu sein, müssten sie schneller als ein Schwertfisch sein, und bei dieser Geschwindigkeit würde das Sonar sie als Anomalie erkennen. Die Diskussion dreht sich nicht darum, ob die Technologie existiert, sondern ob sie sich nahe genug herantasten kann, ohne vorher abgefangen zu werden.

Wofür dient ein Flugzeugträger wirklich, wenn nicht für den totalen Krieg?

Hier wird die Debatte interessant. Die Funktion des Flugzeugträgers ist nicht, einen Krieg gegen China oder Russland zu gewinnen. Es geht um Machtdemonstration gegenüber jedem, der keine Militärmacht ist. Mit einem oder zwei Trägern können die USA die überwiegende Mehrheit der Länder der Welt dominieren. Es ist eine mobile Basis, die niemandes Erlaubnis braucht, um vor einer Küste zu stationieren.

Das zitierte historische Beispiel ist der Falklandkrieg. In den Achtzigern bombardierte Großbritannien Ziele Tausende von Kilometern entfernt mit Tankflugzeugen. Ein Flugzeugträger eliminiert die Abhängigkeit von Landbasen und Verbündeten, die die Nutzung verweigern könnten. Es ist der Unterschied zwischen dem Bitten um Erlaubnis und dem Besitz einer eigenen fliegenden Landebahn auf dem Meer.

Das Argument, das niemand beantwortet: Wenn sie obsolet sind, warum baut China mehr?

Der unangenehmste Einwand für Befürworter der Theorie vom obsoleten Flugzeugträger ist einfach: China entwickelt nuklearbetriebene Flugzeugträger ähnlich denen der USA. Wenn die Technologie tot wäre, warum investiert eine Großmacht, die behauptet, die besten Antischiffsraketen der Welt zu haben, Milliarden in die Kopie des Modells, das sie angeblich übertrifft?

Die im Debate gegebene Antwort ist, dass der Flugzeugträger nicht nur eine Waffe ist. Es ist ein Instrument der Einschüchterung, Präsenz und Propaganda. Wie die Schlachtschiffe im Zweiten Weltkrieg, die zwar nicht mehr entscheidend waren, aber weiterhin Symbole blieben. Das letzte operative Schlachtschiff wurde 1992 außer Dienst gestellt, und niemand vermisst sie in einem echten Gefecht.

Die Lektion aus der Ukraine: Flotten, die sich nicht nähern

Das am häufigsten zitierte Beispiel, um zu verteidigen, dass der Flugzeugträger in einem konventionellen Krieg nutzlos geworden ist, ist die russische Marine. Sie konnte sich zu keinem Zeitpunkt des Konflikts der ukrainischen Küste nähern. Wenn eine Flotte nicht in der Nähe eines Feindes mit Küstenverteidigung operieren kann, verliert der Flugzeugträger seine Daseinsberechtigung.

Die Gegenantwort ist, dass die Ukraine keine Flotte hat. Hätte sie eine westliche Flotte besessen — mit Frühwarnflugzeugen, Bombern und Jägern —, wäre die Lage im Schwarzen Meer ganz anders gewesen. Das Problem ist nicht der Flugzeugträger, sondern das Fehlen eines solchen.



Die Diskussion ist nicht abgeschlossen. Manche sehen ein 100.000-Tonnen-Ziel, das auf den Raketenabschuss wartet. Andere sehen eine fliegende Luftwaffenbasis, eskortiert von einem Dutzend Schiffen, fähig, den Abschussort zu versenken, bevor der Knopf gedrückt wird. Was niemand bestreitet, ist, dass der Flugzeugträger nicht mehr das ist, was er einmal war. Die Frage ist, ob das bedeutet, dass er überflüssig ist, oder nur, dass sich seine Rolle geändert hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (162 Antworten).

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