Flughafen Bilbao könnte den Namen Lehendakari Aguirre tragen

PNV und PSE treiben die Umbenennung des Flughafens Bilbao in Lehendakari Aguirre voran, nach den Beispielen Adolfo Suárez, Almudena Grandes und Clara Campoamor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Flughafen Bilbao könnte den Namen Lehendakari Aguirre tragen
Der Flughafen Bilbao könnte Lehendakari Aguirre heißen

Der Flughafen Bilbao heißt offiziell La Paloma, jeder nennt ihn Loiu, und künftig könnte er Lehendakari Aguirre heißen. Die Initiative geht von PNV und PSE aus und sieht vor, die Anlage zu Ehren von José Antonio Aguirre umzubenennen, des ehemaligen Präsidenten der baskischen Regierung. Die Formel liegt im Trend: ein öffentliches Bauwerk nehmen und den Namen eines Politikers draufkleben.

Die Vorlage ist alt. Der Flughafen Barajas wurde zu Adolfo Suárez, der Bahnhof Atocha wurde zu Almudena Grandes und Chamartín zu Clara Campoamor. Niemand hat deshalb aufgehört, Barajas, Atocha oder Chamartín zu sagen, und beim baskischen Flugplatz erwartet man dasselbe: Die Tafel wechselt viel schneller als die Mundpropaganda.

Der offizielle Name des Flughafens Bilbao, den fast niemand benutzt

Die Anlage schleppt seit Jahrzehnten ein Namenschaos mit sich herum. Offiziell heißt sie La Paloma, auch wenn die Allgemeinheit diesen Namen nicht kennt; im Alltag setzt sich Loiu durch, die Gemeinde, in der sie liegt, die früher immer Lujua hieß. Schon vor jeder Umbenennung wurde sie so genannt, und früher war sie auch als Sondika bekannt.

Genau dieses Detail entkräftet das häufigste Argument, der Name sei eine jüngste Erfindung. Ist er nicht. Was sich jetzt ändert, ist nicht die Gewohnheit, sondern das offizielle Schild – und da mischt die Politik mit.

Die Umbenennungswelle, die Barajas auslöste

Der Flughafen Barajas war der Ausgangspunkt, als er in Adolfo Suárez umbenannt wurde. Seitdem reißt die Liste nicht ab: Atocha heißt Almudena Grandes, Chamartín heißt Clara Campoamor, der Bilbaoer Bahnhof Abando heißt Indalecio Prieto, und erwogen wurde, den Flughafen El Prat nach Tarradellas zu benennen. In Málaga trägt der Flughafen den Namen Carlos Haya.

In Spanien ist es üblich, den Ortsnamen statt der Politikername zu verwenden, Punkt, Schluss, wie einer der Beiträge zusammenfasst: In New York sagt man JFK, weil es kurz ist, und hier wird man weiter Loiu sagen. Die eigentliche Sorge gilt nicht dem Flughafen, sondern der Eskalation: Wenn das Kriterium auf die Vorortbahnhöfe übergreift, kommt das niemand mehr auseinander.

Die Ehrung Aguirres und der Streit um Eigennamen

Die Benennung des Terminals nach einem ehemaligen Präsidenten der baskischen Regierung hat Befürworter und Gegner, und der häufigste Einwand richtet sich nicht gegen Aguirre, sondern gegen die Methode. Manche halten es für einen hässlichen Brauch, Amtsträger in Infrastrukturtafeln zu verwandeln – ein Brauch, den die Bösen angefangen haben und den nun alle nachahmen müssen.

Die Liste alternativer Kandidaten, die in den Diskussionen kursiert, zeigt, wie aufgeheizt die Stimmung ist: Sabino Arana, Arnaldo Otegi, Santiago Carrillo, Jon Idigoras, Lope de Aguirre, Miguel de Unamuno oder die Band Eskorbuto. Die schärfste Kritik lautet Sektierertum: Wenn nur nationalistische Namen zählen, bleibt das Menü mager; auch Unamuno, so das Argument, würde den Filter nicht passieren, weil er als Faschist gilt.

Die zweite Front sind geerbte Nachnamen. Zitiert wird der Fall von Amaia Agirre, Mediatorin und Bürgermeisterin, die vom Familiennamen geprägt ist und ein Gehalt von 90.000 Euro jährlich bezieht, wie El Correo berichtete. Daraus ergibt sich die unbequeme Frage: Wird der Politiker geehrt oder die Familie?

Was am Flughafen Bilbao wirklich fehlt

Im Schatten der Schilder-Debatte steht die ganz praktische Klage. Das Groß-Bilbao zählt rund 800.000 Einwohner, und wer die Anlage täglich nutzt, spricht nicht über Namen, sondern über Schlangen: Check-in- und Sicherheitsbereiche werden als unzureichend beschrieben, die Forderung lautet weniger Tafeln, mehr Investitionen.

Verglichen mit Flughäfen ähnlicher Einzugsgebiete schneidet der baskische schlecht ab. Das Fazit dieses Teils der Diskussion ist einfach: Eine Umbenennung repariert keine einzige Sicherheitskontrolle.

Ocaña, Casarrubios und Campo de Gibraltar: Die Planung, die nicht kommt

Die Namensfrage ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Gespräch driftet zum spanischen Flughafennetz, und dort tauchen konkrete Namen und Pläne auf. Als zweiter Flughafen Madrids wird Ocaña ins Spiel gebracht: dort ein Autobahnknoten, ein Flugplatz mit 1.200 Metern Landebahn, Platz für eine Piste von 3.000 bis 3.500 Metern und die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Levante gleich daneben. Die gewählte Alternative Casarrubios hätte schlechtere Anbindungen.

Dann der Süden: ein Flughafen in Huelva entlang der Hochgeschwindigkeitsstrecke Sevilla-Huelva, ein weiterer in Castellar de la Frontera zur Entlastung Málagas, und die Warnung, dass der neue Flughafen Lissabons an der Strecke Richtung Évora den Verkehr aus Extremadura an sich reißen wird. Toledo mit mehr als 700.000 Einwohnern hat keinen Flughafen, und Cuenca könnte mit einem ernsthaften Stadtplan auf 250.000 Einwohner wachsen.

Unterdessen bleibt Santiago, das laut dieser Analyse mindestens 4 Millionen Passagiere abfertigen sollte, mit einem überdimensionierten Terminal zurück. Die Tafel in Bilbao ist im Vergleich das billigste Problem von allen.

Über das Namenspaket wird politisch entschieden, wohl ohne öffentliche Debatte. Die Sicherheitsschlangen, die Bahnknoten und die fehlenden Flughäfen bleiben, wo sie sind: Ein Schild löst das nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (99 Antworten).

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