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Flávio Bolsonaro gewinnt erste Runde, Lula erzwingt Stichwahl in Brasilien
Flávio Bolsonaro hat die erste Runde mit über 47 % gewonnen und trifft am 25. Oktober in der Stichwahl auf Lula – unter Verdachtsmomenten rund um die elektronische Stimmauszählung.
Flávio Bolsonaro gewinnt die erste Runde, die elektronische Auszählung weckt Misstrauen
Flávio Bolsonaro hat die erste Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahl mit mehr als 47 % der Stimmen gewonnen und tritt am 25. Oktober in der Stichwahl gegen Lula da Silva an. Die Zahl wurde über den Account von La Gaceta zusammen mit den übrigen Ergebnissen des Tages veröffentlicht, und darauf baute sich sofort die Erzählung vom patriotischen Sieg auf. Der Abstand zu Lula lag laut einer weiteren kursierenden Mitteilung bei 1,87 Punkten. Ein knapper Vorsprung für einen Kandidaten, der den bekanntesten Nachnamen der brasilianischen Rechten für sich beansprucht.
Das Ergebnis hat nichts abgeschlossen. Es hat etwas geöffnet. Und was sich geöffnet hat, war vor allem die Büchse der Pandora des Wahlsystems.
Die elektronische Auszählung unter Verdacht
Die häufigste Kritik richtet sich nicht gegen die Stimmen, sondern gegen die Maschine, die sie zählt. Manche behaupten, in den Bundesstaaten, in denen Flávios Partido Liberal bei Abgeordneten und Senatoren abräumte, habe sich der Präsidentschafts-Stimmzettel auffällig anders verhalten und Lula begünstigt. Die daraus gezogene Schlussfolgerung: Wer die Stimmen zählt, kann sie auch verzerren.
Es gibt ein Muster, das im Detail beschrieben wird: Die Auszählung schreitet voran, stoppt zu einer bestimmten Uhrzeit, und wenn sie fortgesetzt wird, hat der konservative Kandidat verloren, was er gewonnen hatte. Dieses Drehbuch, so die Argumentation, sei schon 2022 zu sehen gewesen und habe sich in dieser ersten Runde wiederholt. Der Verdacht ist nicht neu; neu ist, dass er nun ausgesprochen wird, während ein Kandidat mit dem Namen Bolsonaro in Führung liegt.
Man sollte die Fakten von der Diagnose trennen. Dass die brasilianische elektronische Auszählung bei einem Teil der Wählerschaft Misstrauen erzeugt, ist ein belegbarer Fakt. Dass dieses Misstrauen einem nachgewiesenen Wahlbetrug gleichkommt, ist etwas anderes – und bislang hat niemand mehr vorgelegt als Korrelationen und Verdachtsmomente.
Die 50 % ausgezählten Stimmen, die alles veränderten
Mitten in der Nacht tauchte die Zahl auf, die alles durcheinanderbrachte: Bei 50 % ausgezählten Stimmen lag Lula mit 50,15 % vor Flávio mit 49,85 %. Ein technisches Gleichstand von drei Zehnteln, das dem anfänglichen Vorsprung widersprach. Genau diese Art von Wendung nährt die Theorie von der Auszählungspause und der Neukalibrierung.
Das Problem: Ein ausgezählter Prozentsatz ist kein Ergebnis. Er ist eine Zwischenbilanz. Und in Systemen mit regionaler Auszählung verschiebt die Reihenfolge, in der die Wahlurnen eingehen, die Nadel, ohne dass jemand etwas anfasst. Wer ohnehin misstraut, lässt sich damit nicht überzeugen – aber es ist der Unterschied zwischen einem Hinweis und einem Beweis.
Unterstützung, Umfragen und ein Richter tritt auf
Der Stichwahlkampf begann mit Bewegung. Augusto Cury, drittplatzierter Kandidat, kündigte seine Unterstützung für Flávio an. Eine Umfrage sah ihn sechs Punkte vor Lula in der zweiten Runde. Und Richter Alexandre de Sarracena erließ einen Haftbefehl gegen Eduardo, den Bruder des Kandidaten – was als Reaktion auf das Ergebnis gelesen wurde.
Flávio verspricht unterdessen die Regierung, die „unglaublicher sein wird als alles, was ihr je gesehen habt“, und betont die Rolle seines Vaters. Außerdem schlägt er eine Verfassungsänderung vor, um die Präsidentschafts-Wiederwahl abzuschaffen. Lula wiederum kündigt an, mitten im Wahlkampf die Plattform Meta vor die Justiz zu bringen.
Die Stichwahl am 25. Oktober entscheidet, wer regiert. Ob die elektronische Auszählung das ihr abverlangte Vertrauen verdient, entscheidet sie dagegen nicht. Dieser Streit bleibt offen, was auch immer an der Wahlurne passiert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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