Fight Club: 23 Jahre nach dem Erscheinen – Meisterwerk oder leere Rhetorik?

Nach 23 Jahren spaltet Fight Club die Zuschauer weiterhin. Eine Analyse über den Status des Films und die Debatte über das Anschauen mit Kindern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fight Club: 23 Jahre nach dem Erscheinen – Meisterwerk oder leere Rhetorik?
Fight Club, 23 Jahre später: Meisterwerk oder leere Rhetorik

Einundzwanzig Jahre nach seinem Erscheinen spaltet Fight Club das Publikum immer noch. Wenn ein Vater den Film mit seinem Sohn schaut, geht es im Gespräch nicht sofort um Fincher oder Palahniuk, sondern darum, ob der Film die Zeit überdauert hat oder nur die Nostalgie derer bedient, die ihn als Teenager sahen. Ein Teil behauptet, der Film sei nicht gealtert. Die andere Seite entgegnet, er sei nur noch leere Rhetorik. Und in der Mitte steht ein Fakt, den niemand bestreitet: heute werden keine Filme mehr so gemacht, ob nun zum Guten oder zum Schlechten.

Was der Film thematisiert und warum er wieder im Fokus steht

Der Ausgangspunkt ist der übliche: ein gewöhnlicher, schlafloser und leerer Mann, der in einem illegalen Fight Club eine Möglichkeit findet, etwas zu fühlen. Der Film kam vor über zwei Jahrzehnten heraus, und seine These — was du besitzt, besitzt dich am Ende selbst — ist zu einem der meistzitierten Sätze des Kinos der Neunziger geworden. Der zuvor erschienene Roman von Chuck Palahniuk stützt sich auf Ideen, die von Nietzsche inspiriert sind: alles verlieren, um neu zu kämpfen, die Chaostheorie und die Konsumgesellschaft als Falle. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, der Film sei besser als das Buch, einer jener seltenen Fälle, in denen die Verfilmung das Original übertrifft.

Das Problem ist, dass die Diskussion immer an derselben Stelle hängen bleibt: dem Ende. Die gängigste Interpretation legt nahe, dass Tyler Durden eine Projektion ist, eine gespaltene Persönlichkeit des Protagonisten. Beim zweiten Mal sehen verliert der Film seinen Effekt, weil man den Trick bereits kennt. Beim ersten Mal erfordert er einen aufmerksamen Zuschauer, der die Hinweise erkennt, die Fincher sät. Wenn dies deine erste Nacht im Fight Club ist... dann kämpfst du, lautet eine der am häufigsten wiederholten Botschaften.

Die verschiedenen Positionen: Meisterwerk gegen überbewertet

Die Spaltung ist eindeutig. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die ihn als Meisterwerk betrachten, das man auch heute noch drehen könnte, mit einem Drehbuch, das nicht an Schärfe verloren hat und das damals unterschätzt wurde. Auf der anderen Seite stehen jene, die ihn als überbewertet ansehen, der nur im Vergleich zu den heutigen Veröffentlichungen gut wirkt. In der Mitte liegt eine dritte, unangenehmere Position: die derer, die die visuelle und narrative Kraft anerkennen, ihm aber leere Rhetorik vorwerfen, und jene, die darauf hinweisen, dass es eine Hollywood-Großproduktion von Multinationalen ist, die aus irgendeinem Grund von den Leuten als Antisystem-Werk gelesen wird.

Das ist der Kern der Sache. Der Film wurde mit Geld großer Studios gedreht, in kommerziellen Kinos vertrieben und als Massenkonsumprodukt verkauft. Dass seine Botschaft eine Kritik am Konsum ist, ist zumindest paradox. Die einen nennen es Metareferenz, die anderen einen unüberbrückbaren Widerspruch.

Das Detail, an das sich kaum jemand erinnert: die versteckten Frames

Tyler Durden arbeitete in einem Kino und schob in seiner Freizeit explizite Standbilder in die Filme ein, die er projizierte. Es ist ein Detail, das im Film vorkommt und als interne Anspielung fungiert: die Figur sabotiert das Produkt, das sie handhabt. Diese Anekdote hilft zu verstehen, warum der Film besser gealtert ist, als viele erwartet haben. Es ist nicht nur eine Geschichte über Kämpfe: es ist eine Geschichte über die Manipulation von Bildern in einer Zeit, in der soziale Netzwerke, wie wir sie kennen, noch nicht existierten.

Der Kontext ist wichtiger als der Film selbst

Eine der am häufigsten wiederholten Ideen in der Diskussion ist, dass ein Film vor allem durch den Kontext bestimmt wird, in dem man ihn sieht. Das Alter, die Umstände, die Lebensphase. Wer ihn als Teenager sah und völlig begeistert war, kann heute feststellen, dass die Botschaft hohl geblieben ist. Wer ihn erst jetzt entdeckt, nach dem Konsum von Fantasy-Serien mit Millionenbudget und mittelmäßigen Ergebnissen, kann überzeugt davon ausgehen, dass er vor einem großartigen Film steht. Der Vergleich mit dem heutigen Programm ist für viele der Hauptgrund, warum der Film besser erscheint, als er eigentlich ist.

Mit dem Kind schauen: eine Entscheidung, die niemand treffen kann

Das eigentliche Thema ist, was man Minderjährigen zeigt. Der Film ist nicht für Kinder, und wer ihn mit seinem Kind schaut, geht davon aus, dass es ihn nicht ganz verstehen wird. Die Frage ist, ob es sich lohnt zu warten, bis das Kind älter ist, oder ob der familiäre Kontext — den begeisterten Vater zu sehen — ausreicht, damit das Kind eine Verbindung zum Film aufbaut. Die Erfahrung anderer Eltern deutet darauf hin, dass Kinder sehr beeinflussbar sind: Wenn sie merken, dass ein alter Film ihren Vater begeistert, fangen sie oft auch an, ihn zu mögen. Nicht immer aufgrund der Qualität des Films selbst.

Das Kino der Neunziger als Zufluchtsort

Die Diskussion gleitet oft in einen Katalog ab, der sich wiederholt: Memento, Training Day, Die üblichen Verdächtigen, Donnie Darko, Pulp Fiction, Reservoir Dogs, Pi, City of God. Filme, die man mit Kindern schaut, wenn sie zehn Jahre alt sind, nicht früher. Die Zurück in die Zukunft-Trilogie dient dabei als Einstieg. Total Recall, Robocop, Predator, Terminator und die Alien-Filme vervollständigen das Menü. Die Frage, die immer wieder aufkommt, ist dieselbe: Warum werden heute keine Filme mehr so gemacht?

Die unbequeme Antwort ist, dass sie es zwar werden, man sie aber seltener sieht. Oder dass das Kino der Neunziger nicht besser war, sondern wir es nur zu einer Zeit gesehen haben, in der alles einen stärkeren Eindruck hinterlässt. Die Diskussion bleibt genau dort hängen, an der Linie zwischen objektiver Qualität und Nostalgie. Und niemand hat es bisher geschafft, diese Linie vollständig zu überschreiten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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