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Fibromyalgie und Behinderung: Toubkal-Besteigung
María Ciudad besteigt den Toubkal trotz Fibromyalgie. Die Debatte dreht sich um die Vereinbarkeit mit einer Arbeitsunfähigkeit.
Mit Fibromyalgie und Behinderung: Vom Toubkal zum Everest
María Ciudad Romero ist 47 Jahre alt, hat zwei Kinder und arbeitet in einem Sicherheitsunternehmen. Seit ihrem 15. Lebensjahr leidet sie an Fibromyalgie, Arthrose sowie weiteren degenerativen und Autoimmunerkrankungen und hat eine anerkannte körperliche Behinderung. Kürzlich bestieg sie den Toubkal, das höchste Gebirge Nordafrikas – ihr erster Viertausender. Fibromyalgie betrifft 4 % der Gesamtbevölkerung. Der Widerspruch – ein Körper, der nicht lange sitzen kann, aber 4.000 Meter erklimmt – nährte die Kontroverse.
Was ist Fibromyalgie und wie viele Menschen sind betroffen?
Die Diagnose kam spät und ungenau. Als Kind litt Ciudad unter ganzkörperlichen Schmerzen; manche Tage stand sie nicht auf. „Anfangs hielten meine Eltern und Ärzte es für Aufmerksamkeitsheischerei“, erzählt sie. Sie durchlief Praxen im halben Land, bis Rheumatologin Concepción Delgado aus Zaragoza ihren Zustand benannte.
Fibromyalgie äußert sich durch chronische Schmerzen, ständige Erschöpfung und Müdigkeit, oft begleitet von Arthritis, Lumbago und Schlafstörungen. Man sieht sie nicht. Diese Unsichtbarkeit ist Kern des Problems: Ohne nachweisbaren Marker fällt der Verdacht auf die Betroffenen zurück. „Nach der Diagnose hörte ich auf, mich für verrückt zu halten“, fasst die Bergsteigerin zusammen.
Vom chronischen Schmerz zu zehn Dreitausendern
Sie liebte Berge schon immer, doch vor 11 Jahren wurde sie ernsthaft aktiv. Seither bestieg sie rund zehn Dreitausender und kürzlich den Toubkal in Marokko, nur begleitet von einem lokalen Führer. Auf jedem Gipfel hisst sie eine Flagge mit ihrem Motto: „Den Gipfel erreicht man nicht durch Überwindung anderer, sondern durch Selbstüberwindung.“ Drumherum stehen die Namen ihrer Eltern, Kinder und Heimatorte.
Ihr Argument: Der Berg gibt ihr halbes Leben. Er mache sie körperlich stärker, emotional belastbarer und helfe im Alltag. Zudem inspiriere ihr Beispiel andere Patienten, ebenfalls Wanderschuhe anzuziehen. Genau diese Erfolgsgeschichte bezweifelt jedoch ein Teil der Öffentlichkeit.
Arbeitsunfähigkeitsrente und Hochgebirgstouren vereinbar?
Hier fehlt jeder Konsens. Kommentare spalten sich: Einige leugnen die Existenz der Krankheit, andere akzeptieren die Diagnose, hinterfragen aber die Kompatibilität von Hochleistungssport und Arbeitsunfähigkeit. Wer nicht am Schreibtisch sitzen kann, so das Argument, sollte auch keine Tausende Höhenmeter bewältigen. Unternehmen und Sozialversicherungssystem werden als Mitverursacher gesehen.
Andere betonen, dass Fibromyalgie kein starres Maß für Belastbarkeit sei, sondern variable Schmerzintensität bedeute. Schlecht fühlen heiße nicht unbeweglich sein; diese Verwechslung nehme Patienten jeden Handlungsspielraum. Die Debatte eskaliert, weil sie drei verschiedene Dinge – Krankheit, Leistungssystem und sportliche Leistung – vermengt.
Acht Nägel im Bein und fünfte OP geplant
Die Krankengeschichte vereinfacht nichts. Ciudad leidet an degenerativer Bandscheibenproblematik, chronischer Radikulopathie des Ischiasnervs, Magen-Darm-Problemen und Reizdarmsyndrom sowie 8 Schrauben in Schienbein, Wadenbein und Knöchel nach schwerem Bruch. Vier Operationen wegen einer pandero-vaginal-perinealen Fistel erfolgten bereits; die fünfte ist in Barcelona terminiert.
Sie erklärt selbst ihre Strategie: Bergsteigen zwischen den OP-Terminen. Den Toubkal bestieg sie wenige Wochen nach einer Kehlkopfoperation wegen Knoten und während der Knie-Reha. „Ich konnte nicht warten, da die OP in Barcelona ansteht“, sagt sie. Dieser Aspekt – den eigenen Körper wie einen Kalender verwalten – irritiert beide Lager.
Bleibt die unbequeme Frage: Wenn das System für sichtbare Schäden konzipiert wurde, was passiert bei unsichtbaren Leiden und dem Wunsch nach Aktivität? Ihr nächstes Ziel steht fest. Der Everest, oder zumindest ein Teil davon. Mit Fibromyalgie, Arthrose und acht Schrauben im Bein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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