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Ferraz: Der Protest, der ins Extrem abgleitet
Die Proteste vor Ferraz verbinden Misstrauen gegen die Justiz, Ausgrenzung und das Fehlen wirtschaftlicher Analyse. Ein Symptom der Repräsentationskrise in Spanien.
Die nächtlichen Kundgebungen vor dem Sitz der PSOE in der Ferraz-Straße in Madrid häufen angespannte Abende, doch der Diskurs, der sie umgibt, ist weit über eine einfache politische Meinungsverschiedenheit hinausgegangen. Ein völliges Misstrauen gegenüber der Justiz macht sich breit; den Richtern wird vorgeworfen, „Komplizen der Kapitulation des Staates“ zu sein. Das ist keine tagespolitische Kritik: Es ist der Ausdruck einer politischen Kultur, die sich außen vor fühlt.
Die Entwicklung ist besorgniserregend. Die Kritik an den Richtern geht einher mit Vergleichen zur Lage der ETA-Häftlinge und mit ausgrenzender Sprache gegenüber bestimmten Gruppen. Eine ernsthafte wirtschaftliche Analyse fehlt völlig: Die materielle Frustration löst sich in einem Narrativ auf, in dem der Feind diffus bleibt.
Genau diese Verschiebung ist das Problem. Wenn wirtschaftliche Frustration keinen institutionellen Ausweg findet, schlägt sie in Sündenböcke und mehr oder weniger gewalttätige Fantasien um. Die Demonstration dient nicht mehr dazu, konkrete Politiken einzufordern, sondern wird zu einem Ritual der Identitätsbekräftigung. Das löst nicht nur nichts, es verschärft die Repräsentationskrise noch.
Beunruhigend ist, dass diese Positionen bei denen Raum gewinnen, die sich verarmt und übergangen fühlen. Solange das eigentliche Problem, das wirtschaftliche, nicht angegangen wird, wird der Extremismus auf der Straße weiter wachsen. Die Abende an der Ferraz sind ein Symptom für etwas Tieferes.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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