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FEMEN-Protest bei Franco-Huldigung: Mann wegen Berührung festgenommen
Zwei FEMEN-Aktivistinnen protestieren halbnackt bei einer Franco-Feier in Spanien. Ein Besucher wird wegen sexueller Belästigung festgenommen.
FEMEN-Protest bei Franco-Huldigung endet mit Festnahme
Zwei Aktivistinnen der Gruppe FEMEN erschienen ohne Oberteil bei einer Gedenkveranstaltung für Francisco Franco. Ein älterer Besucher, der eine Zigarre rauchte und eine Flagge aus der Zeit vor der Verfassung trug, näherte sich ihnen und berührte ihre Brüste. Die Szene, die von einem Fotografen festgehalten wurde, wurde zum Symbol eines Tages der Konfrontation. Die Polizei nahm den Mann fest, der gegen Kaution auf freiem Fuß blieb. Der Vorfall ereignete sich im Rahmen des sogenannten „20N“ (Todestag Francos) und löste eine Debatte über die Grenzen des Protests und die Einstufung als sens Nötigung aus.
Was geschah bei der Franco-Gedenkfeier am 20N?
Die jährlich stattfindende Veranstaltung versammelte Anhänger des alten Regimes. FEMEN, bekannt für ihre Proteste mit entblößtem Oberkörper, stießen mit Transparenten dazu. Ein hochbetagter Mann, der eine Zigarre rauchte und in eine Fahne mit dem Adleremblem gehüllt war, ging auf eine der Aktivistinnen zu. Im Video ist zu sehen, wie er ihren Busen greift. „Sir, fassen Sie nicht an, fassen Sie nicht an“, riefen die Aktivistinnen ihm zu. Das Bild, das vom Fotografen Luis Camacho verbreitet wurde, ging viral. Die Polizei nahm den Mann fest; er wurde dem Richter vorgeführt und anschließend gegen Auflagen freigelassen. Der Vorfall stand im Mittelpunkt aller Blicke.
Die umstrittene Einstufung als sens Nötigung
Die Anzeige der Aktivistinnen wertete die Berührung als sens Nötigung. Diese Bezeichnung stieß bei einem Teil des Publikums sofort auf Ablehnung. „Weder Nötigung, was Gewalt impliziert, noch sens, was Geschlechtsorgane impliziert“, fasst ein Kommentar zusammen. Andere argumentieren, dass das Berühren der Brust ohne Einwilligung per Definition eine sens Nötigung sei. Die Diskussion wandte sich dem Strafgesetzbuch und der Doktrin „Nur Ja heißt Ja“ („Solo sí es sí“) zu. Manche erinnern daran, dass die Strafe für sens Nötigung durch Berührung bis zu zwei Jahre Haft betragen kann. Die juristische Kontroverse vermischte sich mit politischen Aspekten.
Politische Instrumentalisierung des Fotos
Das Bild wurde von beiden Seiten genutzt. Verkehrsminister Óscar Puente teilte eine Karikatur mit dem Motto „Das Beste aus jedem Haus“. Ein X-Nutzer veröffentlichte eine Galerie mit den „wahren Gesichtern des Faschismus“. Auf der anderen Seite wurde FEMEN vorgeworfen, Provokation zu suchen. „Es ist ein Versuch, Chaos zu stiften und das Urteil gegen den Generalstaatsanwalt zu übertünchen“, schrieb ein Teilnehmer in Anspielung auf die Verurteilung des spanischen Generalstaatsanwalts. Die Theorie der Nebelkerze fand viele Anhänger. Das Foto wurde zum narrativen Schlachtfeld.
Der Festgenommene und die rechtlichen Folgen
Der Mann wurde von der Polizei festgenommen und gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Die Anzeige der Aktivistinnen läuft weiter. Die juristische Bewertung der Fakten steht noch aus. Sollte sie als sens Nötigung bestätigt werden, droht dem Beschuldigten eine Haftstrafe. Wird es als Respektlosigkeit oder leichte Straftat eingestuft, wären die Konsequenzen geringer. Die Debatte über Einwilligung und Meinungsfreiheit bleibt offen. Der Fall befindet sich im Ermittlungsverfahren.
Der Kontext: 50 Jahre nach Francos Tod
Die Veranstaltung fand im Rahmen des 50. Jahrestags des Todes von Francisco Franco statt. Das Datum, der 20N, ist ein Symbol für die Anhänger des Regimes. Der Protest von FEMEN zielte genau darauf ab: die Fortdauer dieser Huldigungen sichtbar zu machen. Die Reaktion des überwiegend männlichen, älteren Publikums war ablehnend. Die Szene mit der Zigarre und der veralteten Flagge wurde zum Bild des Tages. Die politische Polarisierung des Landes spiegelte sich in jedem Kommentar wider.
Das Fazit: Das Foto, das niemand vergessen wird
Das Bild des Mannes mit Zigarre und Flagge, der die Brust einer Aktivistin berührt, verkörpert ein gespaltenes Spanien. Die Festnahme und die Einstufung als sens Nötigung liegen nun bei den Gerichten. Der Protest von FEMEN hat erneut den Fokus auf die Franco-Huldigungen gelenkt. Die Debatte über die Grenzen des Protests und der Meinungsfreiheit lebt weiter. Das Foto bietet, wie alle großen Bilder, so viele Interpretationen wie Betrachter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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