Felipe VI: Zwölf Jahre Regentschaft, ungelöste Spannungen

Zwölf Jahre nach Amtsantritt bleibt die Spannung zwischen Felipe VI und Moncloa latent. Kritiker werfen dem König Passivität vor, während Unterstützer seine Rolle verteidigen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Felipe VI: Zwölf Jahre Regentschaft, ungelöste Spannungen
Zwölf Jahre Regentschaft und die nie eskalierende Spannung mit Moncloa

Wann wird der König explodieren? Diese Frage kursiert seit zwölf Jahren, so lange wie Felipe VI gekrönt ist, und die Antwort lautet immer noch: niemals. Der Ausgangspunkt ist ein Video, dessen Titel einen bevorstehenden Ausbruch des Monarchen gegen Moncloa ankündigt. Das Vorschaubild dient laut häufiger Beschreibung als Warnung: „Nicht klicken, man verschwendet Zeit mit unerfüllten Wünschen.“ Nach zwölf Jahren steht die Vase noch ganz.

Was von einem König erwartet wird und was er tut

Der zentrale Vorwurf ist nicht, dass der König etwas falsch macht, sondern dass er genau das tut, was von ihm erwartet wird. Ein dekorativer König mit guter Aussprache und korrekter Kleidung, der Empfänge organisiert und Reden vor der Welt hält. Die Kritik konzentriert sich auf das, was er nicht tut: Er mischt sich nicht in ideologische Debatten ein, vermeidet kontroverse Themen und beschränkt sich darauf, lächelnd zu grüßen oder bei Unglücken ein betroffenes Gesicht zu machen. Manche behaupten, dies sei genau seine Aufgabe und wir sollten stolz darauf sein. Andere entgegnen, dass ein Staatsoberhaupt, das alle vertritt, sich nicht Konsensen anschließen kann, die einen Teil der Vertretenen ausschließen.

Die verbreitete Liste der Beschwerden ist konkret: Klimaterrorismus, Palästina, die Agenda 2030 und das sogenannte „Feminista radical“. Die These lautet, dass ein Monarch schlecht sein kann, aber nicht geistig behindert, auch wenn er gut aussieht. Und dass das Problem nicht nur er selbst ist: Seine Umgebung ist kaum intelligenter.

Das offene Kalkül: Wie viel reale Macht hat der König?

Hier wird das Material interessanter als es scheint. Das dominante Bild ist das eines Königs, der an Händen und Füßen gebunden ist, unfähig zu mehr, der unterzeichnet und schweigt. Aber dieses Bild koexistiert mit einem anderen: Das eines Mannes, dem es egal ist, ob alles zusammenbricht, weil seine Zukunft und die seiner Töchter lebenslang gesichert sind. Beide Lesarten sind unvereinbar und keine lässt sich beweisen. Wer die erste vertritt, betont die institutionelle Ohnmacht; wer die zweite vertritt, das rationale Kalkül eines Mannes, der nichts Persönliches riskiert.

Das am häufigsten zitierte Gegenbeispiel ist seine Haltung in Paiporta, während der Regierungschef, so die verbreitete Erzählung, floh. Dieser Geste brachte ihm einen Popularitätsschub in Sektoren, die ihn bis dahin verachteten. Das vollständige Kalkül, einschließlich der Entwicklung dieser Popularität und der Fehler, die sie rückgängig machten, ergibt eine überraschende Differenz.

Die monarchische Paradoxie: Unterstützer und Verächter

Die unbequemste Analyse richtet sich an die eigenen Unterstützer. Traditionell monarchistische Sektoren, die den König während der Intervention im Katalonien-Konflikt als legitimen und notwendigen Anführer ansahen, beschreiben ihn nun mit Verachtung. Der Vorwurf lautet, mehrere Fehler begangen zu haben, und der größte davon: anzunehmen, es gäbe Konsens-Themen, wo keiner existiert. Die logische Konsequenz dieses Fehlers ist, dass der König ohne Gefolgschaft dasteht. Jeder mittelalterliche König oder römische Kaiser, der seinen Feinden Tribut zollte, um sich die Feindschaft der Legionen zu sichern, die ihn stützten, hätte gleich geendet. Gegen Idioten gibt es kein Gegenmittel.

Dem gegenüber steht das Argument der institutionellen Nützlichkeit: Der König erfüllt seine Pflicht, ist dekorativ, hat gute Aussprache, kleidet sich korrekt. Was soll man mehr von einem König verlangen? Die Antwort hängt davon ab, ob man glaubt, dass das Staatsoberhaupt alle vertreten muss oder nur jene, die dem offiziellen Konsens zustimmen.

Französischer Ursprung der Dynastie und offene Rechnung

Die historische Ebene taucht mehrfach auf. Die Bourbonen wurden von französischen Freunden installiert, heißt es zur Erinnerung. Und eine Zahl wird als Chronometer hinzugefügt: Wir sind 225 Jahre zu spät dran, diese französische Familie hingerichtet zu haben. Der Fluch Spaniens begann mit dieser Dynastie, so eine andere Formulierung. Es ist kein neues Argument, aber eine Erinnerung daran, dass die Legitimität durch Herkunft nie vollständig abgeschlossen wurde.

Was der König nicht tun kann und was niemand von ihm verlangt

Die zynischste Zusammenfassung ist auch die ehrlichste: Der König ist einfach ein Idiot und seine Umgebung kaum intelligenter. Er erreicht nicht das Niveau der PP (Partido Popular), aber fast. Die schwebende Frage ist nicht, wann er explodiert, sondern warum wir weiterhin erwarten, dass jemand explodiert, dessen Arbeit darin besteht, genau das nie zu tun.

Zwölf Jahre Regentschaft, 188 Antworten und keine einzige bestätigte Gesichtszuckung. Der Ausbruch ist vorerst nur ein Titel.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (188 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver