Spanien: Ketamin-Trick zur Erschleichung von Entschädigungen

Fahrer in Spanien geben bewusst nicht nachweisbares Ketamin an, um Bluttests zu erzwingen und Entschädigungen für Fahrzeugstilllegungen zu fordern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Ketamin-Trick: Wiederholungstäter simulieren Drogenkonsum für Entschädigungszahlungen

Ein Fahrer, der bei einer Routinekontrolle gestoppt wird, gesteht den Beamten den Konsum von Ketamin und verhält sich so, als wäre er unter dessen Einfluss. Doch dies ist kein spontaner Ehrlichkeitsausbruch: Es ist der erste Schritt einer berechneten Strategie, um einen positiven Drogentest zu umgehen und gleichzeitig Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Da Ketamin in Standard-Drogentests nicht erkannt wird, wurde das Recht auf eine klinische Analyse zur perfekten Alibi-Strategie.

Das Recht auf den zweiten Test: Vom Schutzmechanismus zum Goldgräberfeld

Nach den spanischen Verkehrsregeln kann ein Fahrer, der positiv auf Alkohol oder Drogen getestet wird, nach 10 Minuten einen zweiten Test verlangen. Bleibt er bei seiner Uneinigkeit, kann er eine Blutanalyse in einem medizinischen Zentrum beantragen, die er selbst bezahlen muss, falls das Ergebnis positiv ausfällt. Der Trick besteht jedoch im Gegenteil: Man gibt den Konsum einer Substanz an, die Speicheltests nicht erkennen – wie Ketamin –, simuliert Symptome und fordert die Blutentnahme. Das Ziel ist nicht, Unschuld zu beweisen, sondern die Stilllegung des Fahrzeugs zu erzwingen und anschließend Klage wegen Verletzung der Unschuldsvermutung, Taxikosten, immateriellen Schäden und sogar Verdienstausfall zu erheben, wenn das Auto beschlagnahmt bleibt.

Diese Methode hat sich in bestimmten Kreisen viral verbreitet. Manche empfehlen sogar, vor dem Pusten Whisky oder verfälschte Mundspülungen zu gurgeln, um einen falsch-positiven Wert zu erzeugen, und danach die Blutentnahme zu fordern. Ein aktueller Thread verweist auf einen Bericht der Zeitung El Correo, der warnt, dass Zähneputzen vor dem Fahren falsche Positive verursachen kann; einige interpretieren dies als offenen Weg für Ansprüche.

Ketamin, das trojanische Pferd bei Kontrollen

Ketamin gehört nicht zum Standardpanel der Drogentests der Guardia Civil (spanische Gendarmerie). Ein Fahrer, der den Konsum zugibt, weiß, dass der Speicheltest ihn nicht erfassen wird. Durch die Beantragung der Blutanalyse gewinnt er Zeit und stellt die Zuverlässigkeit des Verfahrens infrage. Einige Berufskraftfahrer wechseln angeblich zu dieser Droge, weil sie wissen, dass die Kontrollen sie nicht erwischen. Der nächste Schritt: Wenn das Fahrzeug stillgelegt wird, fordern sie Entschädigungen, die über 500 Euro pro Tag liegen können, plus immaterielle Schäden. Und wenn es ihnen gelingt, dass ein Richter aufgrund von Mängeln bei der Beweiskette oder der Durchführung des Tests recht gibt, zahlen am Ende der Staat oder die Versicherung.

Die Guardia Civil soll bereits mehrere Berichte von Beamten erhalten haben, die dieses Muster erkennen. Ein Nutzer des Threads behauptet, sich direkt mit der Ermittlungsabteilung der Benemérita (Garde Civiles) in Verbindung gesetzt zu haben, um das Vorgehen zu erklären. Auch die Debatte über die Gültigkeit von Tests auf öffentlichen Straßen kommt auf: Die Beamten sind kein medizinisches Personal, und jede auf der Straße entnommene Probe kann als kontaminiert gelten.

Das Geschäft mit der Unschuldsvermutung

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf kleine Tricks. Es wird von regelrechten Organisationen gesprochen, die während der gesamten Kontrolle Audio und Video aufnehmen – teilweise mit Dashcams –, um jeden Fehler des Beamten zu dokumentieren und später vor Gericht zu verwenden. Der Versicherungsbetrug durch Anzünden des Autos und Simulation eines Totalschadens ist in Fachforen dokumentiert. Die Ironie liegt darin, dass das System, das den unschuldigen Fahrer schützen soll, nun genutzt wird, um jene zu belohnen, die unfair spielen.

Solange die DGT (Dirección General de Tráfico, spanische Verkehrsdirektion) die Tests nicht aktualisiert, um neue Substanzen einzubeziehen – und solange die Gerichte die Tür für Ansprüche, die auf solchen Schlichen basieren, nicht schließen –, bleibt diese Lücke offen. Oder, wie ein lakonischer Kommentar sagt: „Da sind vier clevere Nüchterne, die Geld verdienen und sich über das System kaputt lachen.“

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (185 Antworten).

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