Felipe González will nicht für Sánchez stimmen

Felipe González will nicht für Sánchez stimmen: Der ehemalige spanische Ministerpräsident entzieht dem PSOE-Generalsekretär seine symbolische Unterstützung und löst einen inneren Riss in Ferraz aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Felipe González will nicht für Sánchez stimmen
Felipe González will nicht für Sánchez stimmen – der PSOE verliert seine symbolischste Rückendeckung

Felipe González will nicht für Pedro Sánchez stimmen. Die Aussage, die als Erklärung des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten kursiert, bricht ein inneres Tabu: Der Patenonkel des PSOE von 1982 ist nicht mehr der Bürge des PSOE von 2024. Es ist weder ein Rücktritt noch ein Parteiaustritt. Es ist etwas Unangenehmeres für Ferraz (die Parteizentrale): Das lebendige Symbol der Partei distanziert sich öffentlich von ihrem aktuellen Generalsekretär.

Die Nachricht hat das Sanchismo (Sánchez' politische Bewegung) empfindlich getroffen, und die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die einen lesen es als Verrat des alten Hasen, die anderen feiern es als Bestätigung, dass der Felipe, der zwei absolute Mehrheiten gewann, seinen Erben nicht mehr erkennt. Auffällig ist: Niemand bestreitet die Tatsache selbst – gestritten wird nur über ihre Bedeutung.

Wer ist Felipe González für den PSOE-Wähler?

Für einen großen Teil des heutigen Elektorats ist der ehemalige Ministerpräsident längst kein Bezugspunkt mehr. Bei den jüngeren Parteiflügeln wird seine Figur mit den GAL-Jahren (staatlich getragene Todesschwadrone in den 1980ern) und der alten Garde assoziiert, bei den Rentnern mit Renten, die nicht so schnell steigen, wie sie gehofft hatten. Diese doppelte Abnutzung erklärt, warum seine Meinung weniger wiegt, als seine Biografie vermuten ließe.

Und trotzdem: Die Geste ist unbequem. Ein ehemaliger Ministerpräsident, der nicht für seine eigene Partei stimmt, ist eine Schlagzeile, die der Gegner wochenlang nutzen wird. In der PP (der größten konservativen Partei) ziehen manche bereits den Vergleich zu Aznar: zwei ehemalige Ministerpräsidenten desselben Landes, zwei öffentliche Distanzen zu ihrer jeweiligen Partei, zwei Arten zu sagen, dass die Gegenwart sie nicht mehr repräsentiert.

Das Verrats-Argument und das der gesunden Vernunft

Ein Teil der sozialistischen Wählerschaft meint, González hätte schweigen sollen. Der häufigste Einwand: Ein ehemaliger Ministerpräsident darf dem Gegner keine Munition liefern. Die Gegenposition: Gerade weil er Ministerpräsident war, kann er sagen, was er denkt – und er denkt, dass dieser PSOE nicht mehr seiner ist.

Die politische Kalkulation ist prosaischer. Jede solche Erklärung nimmt der Kampagne der Regierung eine Schlagzeile und schenkt der Opposition eine. Für sich allein wechselt sie keine Stimmen, aber sie untergräbt das Bild der Einheit, das Ferraz zeigen muss.

Was der Vorgang über den heutigen PSOE verrät

Der Vorgang offenbart einen generationellen und weltanschaulichen Bruch. Der PSOE, der mit absoluter Mehrheit regierte, und der PSOE, der in Koalition regiert, teilen weder Sprache noch Prioritäten. González steht für den ersten, Sánchez für den zweiten. Der Abstand zwischen beiden ist der Abstand zwischen zwei Parteien, die sich dieselben Initialen teilen.

Eine Prognose, mit Vorbehalt: Der Lärm wird sich im nächsten Wahlkampf verlieren, aber der Präzedenzfall bleibt. Ein ehemaliger Ministerpräsident, der nicht für seine eigene Partei stimmt, ist ein Riss, den keine Pressemitteilung schließt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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