Feijóo: Moncloa-Sieg bei Juli-Wahl ungewiss

Prognose für die spanischen Wahlen am 23. Juli zeigt PP mit 142 Sitzen, Vox fällt auf 15. Das konservative Lager verfehlt die absolute Mehrheit um 19 Mandate.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hochrechnung der Kommunalwahlen: PP gewinnt ohne sichere Mehrheit

Alberto Núñez Feijóo würde die vorgezogenen Parlamentswahlen am 23. Juli gewinnen, wenn sich das Ergebnis der Kommunal- und Regionalwahlen vom 28. Mai wiederholen würde. Mehr nicht. Gewinnen und Regieren sind nicht dasselbe, und die Prognose vom 30. Mai 2023 lässt den PP-Chef zwar als Sieger dastehen, aber die Frage nach dem nächsten Regierungschef bleibt offen. Die Simulation wendet das d'Hondt-Verfahren auf alle 52 Wahlkreise Spaniens an, unter Berücksichtigung der Dreiprozenthürde. Das Ergebnis sieht die Partido Popular (PP) bei 142 Sitzen, was 53 mehr sind als aktuell, und die PSOE bei 122 Sitzen, zwei mehr als derzeit. Mit diesen Zahlen hat keine Partei eine Mehrheit.

Die Zahlen: Der 28. Mai ergibt keine absolute Mehrheit

Zunächst zum Faktum, das die Euphorie dämpft. Die PP lag 3,4 Prozentpunkte vor der PSOE, doch die Sozialisten verloren im Vergleich zu 2019 nur 1,2 Punkte. Das Gefühl einer konservativen Welle entsteht durch die Karte: Die PP eroberte fast alle regionalen und kommunalen Machtzentren von der PSOE und dominierte in Madrid. Bei den Stimmen ist der Abstand jedoch geringer als die territoriale Verteilung suggeriert – genau diese Diskrepanz zwischen Narrativ und Arithmetik gibt Pedro Sánchez die Möglichkeit, die Neuwahlen auszurufen.

Auch die Umrechnung in Sitze schließt die Rechnung nicht ab. Das konservative Lager aus PP und Vox käme auf 157 Abgeordnete, also 19 unter der absoluten Mehrheit. Das pogre Lager läge bei knapp 130 Sitzen, 46 unter der Mehrheit. Die Welle, die Rathäuser und Regionen überspülte, führt also nicht automatisch zu einer rechtsgerichteten Regierung. Die Verteilung der Stimmen auf 52 verschiedene Wahlkreise ist keine einfache Dreisatz-Rechnung.

Vox: Weniger Sitze, mehr Verhandlungsmacht

Hier liegt die oft zitierte Paradoxie. Vox würde von 52 auf 15 Sitze fallen, wäre aber entscheidender als je zuvor. Der Grund heißt Ciudadanos: Da die liberale Partei kaum noch im Kongress vertreten ist, kann die PP nur noch auf Kosten von Vox wachsen. Mit diesem leeren rechten Flügel wird jeder neue PP-Sitz ein Verlust für Santiago Abascals Partei, was Vox zum unverzichtbaren Koalitionspartner macht.

Manche argumentieren, Vox habe mit 15 Sitzen mehr Einfluss als mit 52. Das ist keine Übertreibung: Als kleiner, aber notwendiger Partner steigt der Preis pro Stimme. Diese Forderungen bei der Investitur von Feijóo sind der Punkt, der die PP am meisten beunruhigt, und liefern Munition für eine Kampagne der Angst vor einem Pakt mit der Rechten.

Sumar: Die Variable, die keine Prognose erfassen kann

Jede Hochrechnung hat eine zentrale Lücke. Bei den Kommunalwahlen trat Sumar, das Bündnis von Yolanda Díaz, nicht an. Daher kann die Simulation nicht messen, welche Stimmen sie mobilisiert, ob gemeinsam mit Podemos oder getrennt. Dies ist die Variable, die eine genaue Vorhersage verhindert.

Was die Übung jedoch zeigt, ist die Untergrenze des linken Spektrums: Podemos würde von 35 auf acht Sitze abstürzen. In Katalonien lägen ERC und Junts per Catalunya gleichauf bei zwölf Sitzen, wobei die Republikaner stagnieren und die Post-Konvergenten nach ihrem Sieg in Barcelona zulegen. EH Bildu stiege auf neun Sitze und überholte die PNV, die bei sieben bliebe. Kein Teil dieser Gleichung ist marginal; alle fließen in die Entscheidung über eine Regierungsbildung ein.

Wahltermin im Juli: Vorteil oder Falle?

Der Termin mitten im zweiten Julihälfte lässt zwei Lesarten zu. Einige sehen darin einen kalkulierten Zug: Den Gegner im Rausch des Sieges, bei den Koalitionsverhandlungen und im Urlaubsmodus überraschen, ohne Zeit zur Neuformierung. Andere betonen das Gegenteil: Wer das ganze Jahr über aktiv ist, ist im Juli oft weit weg vom Wahllokal. Enthaltung trifft jene stärker, die mobilisieren müssen, als jene, deren Wählerbasis bereits sicher ist.

Briefwahl und Logistik im Sommer rücken damit in den Vordergrund. Wahrscheinlich wichtiger als jeder Slogan im Wahlkampf.

Nützlichkeitswahl und der kommende Kampf

Ausgehend von diesen Zahlen scheint die Strategie vorbestimmt: Aufruf zur strategischen Stimmabgabe gegen die Rechtsaußenpartei, Betonung der Koalitionen mit Vox in Regionen und Kommunen und die Verwandlung jedes lokalen Paktes in ein Wahlkampfthema. Dies ist der schnellste Weg, enttäuschte Wähler zurückzugewinnen, die sonst zu Hause bleiben würden.

Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, das zu tun, was die Nacht vom 28. Mai nicht bestätigte: Eine territoriale Mehrheit mit einer parlamentarischen Mehrheit zu verwechseln – der klassische Fehler nach einem Wahlrausch.

Schwache Regierungen und das Beispiel Rajoy

Wer auch immer regiert, die Zahlen deuten nicht auf eine stabile Legislaturperiode hin. Eine Regierung, die von Partnern abhängt, die jeden Stimme teuer verkaufen, erinnert stark an die Ära Mariano Rajoys und an die Geometrie des neuen Kongresses: Lange Verhandlungen bei der Investitur, mühsam ausgehandelte Haushalte und eine Misstrauensvotum, die stets im Raum steht.

Mit diesen Voraussetzungen entscheidet die Wahl nicht nur, wer regiert, sondern wie lange. Die Hochrechnung hat ihre Tücken – unterschiedliche Wahlbeteiligung, andere Kontexte –, und es wäre fahrlässig, sie als endgültiges Urteil zu betrachten. Aber sie hinterlässt eine unbequeme Gewissheit für beide Lager: Der Erdrutsch bei den Kommunalwahlen reicht nicht aus, um den Weg in die Moncloa sicher zu machen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (162 Antworten).

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