Fall aus dem Flugzeug bei 200 km/h: Warum Rollen nicht rettet

Bei 190-200 km/h versagt die Fallschirm-Landetechnik; sie ist für 20 km/h konzipiert. Die einzige reale Chance liegt in einem Gelände, das allmählich abbremst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fall aus dem Flugzeug bei 200 km/h: Warum Rollen nicht rettet
Fall aus dem Flugzeug bei 200 km/h: Rollen rettet nicht

Durch Rollen zu überleben ist bei 200 km/h unmöglich. Diese Schlussfolgerung wird deutlich, wenn man die Physik eines freien Falls ohne Fallschirm ruhig betrachtet: Der menschliche Körper erreicht seine Endgeschwindigkeit in wenigen Sekunden, und ab diesem Moment verliert jede Landetechnik, die für Fallschirmspringer gedacht ist, ihre Bedeutung. Die Zahl, die von der technischen Analyse genannt wird, ist erschreckend: zwischen 190 und 200 km/h im stabilen Bauch-zur-Erde-Flug mit ausgebreiteten Gliedmaßen.

Der Zweifel, der über dieser Diskussion schwebt, ist, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, ohne Todesfolge zu landen. Die kurze Antwort lautet: Es gibt keine Wundermethode, aber einen engen Spielraum. Und dieser Spielraum hängt nicht vom Können des Fallenden ab, sondern vom Gelände.

Mit welcher Geschwindigkeit fällt man aus einem Flugzeug ohne Fallschirm?

Der entscheidende Fakt ist, dass die Geschwindigkeit nicht weiter ansteigt. Im freien Fall beschleunigt der Körper so lange, bis der Luftwiderstand sein Gewicht ausgleicht, und stabilisiert sich dann. Dies geschieht innerhalb von Sekunden, und ab diesem Moment spielt es keine Rolle mehr, ob man aus 3.000 Metern oder 10.000 Metern fällt: Man trifft den Boden mit derselben Geschwindigkeit. Die Höhe, aus der man fällt, hört auf, relevant zu sein, sobald diese Schwelle erreicht ist.

Diese Endgeschwindigkeit liegt laut Berechnungen bei etwa 190-200 km/h in horizontaler Position mit ausgestreckten Armen und Beinen. Das ist doppelt so schnell wie ein Auto auf der Autobahn. Jeder Vergleich mit einer kontrollierten Landung bricht ab diesem Punkt zusammen.

Kann man den Fall durch Armbewegungen steuern?

Ja, aber mit Nuancen, die man nicht übertreiben sollte. Durch Neigen der Schultern und Arme kann man den Körper seitlich verschieben, genau wie Fallschirmspringer im freien Fall. Das Problem ist der Maßstab: einige Dutzend oder Hunderte Meter Abweichung, keine Kilometer. Es hilft, sich auf ein Ziel auszurichten, nicht der Physik zu entkommen.

Die sofort auftauchende Frage ist, in welche Richtung man die Arme bewegen soll. Die technische Antwort lautet: zur Seite, auf die sich der Körper neigt, aber diese Präzision ändert nichts am Endergebnis: Man kann den Aufprallpunkt wählen, ihn aber nicht vermeiden.

Hilft es, auf den Füßen zu landen und wie Fallschirmspringer zu rollen?

Hier liegt das weitverbreitetste Missverständnis. Die Roll-Landetechnik — im Fallschirmsport als PLF bekannt — ist für Aufprälle von etwa 20 km/h entwickelt, nicht für 200. Das ist eine Größenordnung Unterschied. Bei dieser Geschwindigkeit dämpft das Rollen nichts ab: Die kinetische Energie ist zehnmal höher als das, was der Körper bewältigen kann.

Die Verwirrung entsteht durch die Vermischung von Szenarien. Auf den Füßen landen und rollen funktioniert bei einer Fallschirmlandung. Auf Heu, tiefen Schnee, einen steilen Hang oder dichte Vegetation zu fallen, ist etwas anderes: Dort bremst die Oberfläche allmählich und verteilt den Aufprall. Es ist der einzige Weg, der eine gewisse Chance bietet, und er hängt nicht von der Technik des Fallenden ab.

Wasser bei 200 km/h und andere Mythen, die nicht standhalten

Wasser ist kein Sicherheitsnetz. Bei dieser Geschwindigkeit verwandelt die Oberflächenspannung es in eine nahezu feste Oberfläche. Aus demselben Grund gelten Sprünge aus großer Höhe ins Wasser als tödlich.

Der andere wiederkehrende Mythos ist der Last-Minute-Sprung. Die Idee, kurz vor dem Aufprall zu springen, um den Stoß zu reduzieren, wurde mit Puppen getestet, die in einer geschlossenen Kiste fielen, wobei ein Mechanismus den Sprung im letzten Moment simulierte. Das Ergebnis war lebensbedrohliches Organversagen aller Vitalorgane: Der Sprung reduziert die Geschwindigkeit nicht, er verzögert sie nur um Millisekunden.

Der Fall, der Hoffnung nährt: Vesna Vulović

Immer taucht derselbe Name auf, wenn man nach einem Präzedenzfall sucht. Im Jahr 1972 überlebte die Stewardess Vesna Vulović die Explosion des JAT-Flugzeugs, in dem sie flog, und kam ins Guinness-Buch der Rekorde als höchster überlebter Fall ohne Fallschirm. Sie erlitt schwere Verletzungen und lag Monate im Koma.

Der Fall hat Kleingedrucktes. Im Jahr 2009 behaupteten tschechische Journalisten, das Flugzeug sei versehentlich in viel geringerer Höhe abgeschossen worden und nicht in 10.000 Metern explodiert. Die tschechischen Behörden bestritten dies, und die offizielle Version blieb bestehen. Jedenfalls überlebte sie in einem Rumpfstück, nicht im freien Fall.

Gibt es also eine realistische Überlebenschance?

Angesichts der Daten lautet die ehrliche Antwort, dass das Überleben von Faktoren abhängt, die der Fallende nicht kontrollieren kann: die Aufprallfläche, die Körperhaltung und vor allem das Glück. Keine Technik wandelt einen Fall bei 200 km/h in eine sichere Landung um.

Die Vorhersage mit Vorbehalten: Wenn etwas funktioniert, dann weiches oder geneigtes Gelände, nicht die Bewegung des Körpers. Und das wird bei einem echten Sturz selten gewählt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (30 Antworten).

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